16. Februar 2021 / 09:20 Uhr

Zum Experiment gezwungen: Wie baut 96-Coach Kocak den Angriff ohne Torjäger Ducksch?

Zum Experiment gezwungen: Wie baut 96-Coach Kocak den Angriff ohne Torjäger Ducksch?

Dirk Tietenberg und Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der einzige Torjäger fällt ein paar Wochen lang aus, 96-Coach Kocak umbauen. Mögliche Kandidaten: Moussa Doumbouya (eingeklinkt, von links), Kingsley Schindler, Orrin McKinze Gaines II und Hendrik Weydandt. 
Der einzige Torjäger fällt ein paar Wochen lang aus, 96-Coach Kocak umbauen. Mögliche Kandidaten: Moussa Doumbouya (eingeklinkt, von links), Kingsley Schindler, Orrin McKinze Gaines II und Hendrik Weydandt.  © Florian Petrow
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Marvin Ducksch hat einen Muskelfaserriss, wird mindestens drei Wochen fehlen. 96-Trainer Kenan Kocak muss den Angriff umbauen. Erste Alternative ist Hendrik Weydandt. Und sonst? Kingsley Schindler oder die jungen Orrin McKinze Gaines II, Simon Stehle und Moussa Doumbouya sind Optionen.

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Marvin Ducksch hat einen Muskelfaserriss erlitten, wird drei Wochen ausfallen, eventuell noch länger fehlen. Damit fällt auch der ohnehin stottrige Tormotor von Hannover 96 aus. Wenn ein Stürmer allein so viele Treffer erzielt wie der restliche Angriff zusammen, dann weht der Wind ohnehin nur von einer Seite.

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Zehn Treffer hat Ducksch in 21 Spielen erzielt. Verpasst hat er keine Partie bisher, was unterm Strich gut kalkulierbar war. Kenan Kocak hat sonst keinen verlässlichen Torfaktor. Ducksch vergibt viel, ist der Zweitliga-Spieler mit den meisten Torschüssen (77). Aber er trägt die Verantwortung dafür, dass 96 überhaupt so oft aufs Tor schießt. Knapp jede dritte Torchance kam direkt von Ducksch, vorbereitet hat er noch viel mehr Gelegenheiten. Der frühere 96-Stürmer und -Trainer Daniel Stendel sah schon vor einer Woche: „Es liegt viel auf den Schultern von Marvin Ducksch, das kann zum Problem werden.“

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Nun hat Ducksch keine Probleme mit den Schultern, eher mit dem Oberschenkel. Sein Muskelfaserriss wurde am Montag behandelt wie ein großes Geheimnis. Dabei hatte sich diese Diagnose angedeutet. Ducksch hatte gegen Paderborn sogar weiterspielen wollen.

"Dann geht der nächste halt rein"

Am Freitag humpelte er in der 55. Minute vom Platz. Pech, dass 96 ihn nicht rechtzeitig runterholte. Nun ist der Trainer zum Experiment gezwungen. Ducksch kann nach Wochen zwischen Aufstiegshoffnung, Derbysieg, schlechten Platzverhältnissen und Null-Tore-Frust sowieso eine Schonung gebrauchen.


Hendrik Weydandt gab sich bereits als kämpferischer Stellvertreter. „Dann geht der nächste halt rein“, sagte Weydandt nach der vergebenen Konterchance gegen Paderborn. Der breitschultrige Stürmer übernimmt Verantwortung und will so schnell wie möglich seine „Durststrecke“ beenden. Weydandt, und wer sonst? Kocak probierte Kingsley Schindler und Orrin McKinze Gaines II aus. Simon Stehle könnte Weydandt helfen - oder der U23-Stürmer Moussa Doumbouya.