19. Februar 2021 / 09:37 Uhr

Nach Ausfällen im Sturm: Warum sollte es 96 nicht mal mit Doumbouya versuchen?

Nach Ausfällen im Sturm: Warum sollte es 96 nicht mal mit Doumbouya versuchen?

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Moussa Doumbouya setzt zum Schuss an. 
Moussa Doumbouya setzt zum Schuss an.  © Florian Petrow
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Hannover 96 wird am Sonntag in Düsseldorf verletzungsbedingt auf seine beiden Stoß-Stürmer im Angriff verzichten müssen. Im Training übernahm Valmir Sulejmani den zentralen Part der Offensive - doch warum nicht mal Moussa Doumbouya die Chance geben?

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Marvin Ducksch in der A-Elf, Hendrik Weydandt im B-Team – das war in den vergangenen Wochen zumeist die Aufteilung im Trainingsspiel. Kenan Kocak setzte ja in der Startelf fast nur auf eine zentrale Spitze, das 0:0 gegen Paderborn bildete die Ausnahme.

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Ducksch und Weydandt konnten am Donnerstag allerdings nicht mittrainieren – sie waren nach München gereist. In der Praxis von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, dem Arzt, den die Fußballer und Topsportler wie Usain Bolt vertrauen, werden ihre Verletzungen noch mal überprüft. Am Freitag soll es Ergebnisse geben.

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Kocak lobt Doumbouya

Ducksch hat nach der heimischen Diagnose einen Muskelfaserriss erlitten, Weydandt Wadenprobleme.

Die beiden besten 96-Stürmer können damit am Sonntag in Düsseldorf nicht spielen. Ducksch sowieso nicht, auch bei Weydandt schließt Kocak den Einsatz aus. „In der 2. Liga eine Woche ohne Training, das ist schwer aufzufangen“, weiß der Coach. Kocak muss Alternativen suchen. So gab gestern Valmir Sulejmani im A-Team den Sturmführer, in der B-Elf Moussa Doumbouya.


Von Sulejmani weiß Kocak, was er bekommt. Fleißiges Mitarbeiten in der Defensive, auch mal ein Törchen – zwei hat er erzielt, zuletzt das wichtige 1:1 in Braunschweig. Sulejmani ist aber eher ein Außenstürmer oder eine zweite, hängende Spitze hinter dem Zentrumsstürmer. So einer ist Doumbouya. „Er macht sich gut“, lobte Kocak gestern.

"Die 2. Liga ist was anderes als Training.“

96 hat den 23-Jährigen vom Dach geholt – er machte noch im vergangenen Jahr eine Dachdeckerlehre in Celle. Jetzt lernt Doumbouya in der Hörgerätefirma von 96-Chef Martin Kind. Beraten wird der Stürmer von Altin Lala. Der frühere 96-Kapitän traut ihm eine Profikarriere zu. Der Plan für diese Saison war, dass Doumbouya „in der Regionalliga angreift und sich mit vielen Toren für die Profis anbietet“, erklärte Lala. So unterschrieb der Bootsflüchtling aus Guinea erneut einen Amateurvertrag, der bis Ende Juni läuft.

Durch Corona ist der Plan aber hinfällig, die 4. Liga spielt seit Mitte Oktober nicht mehr – nicht nur für Doumbouya ein Pro­blem. Er kam letztmals am 7. Oktober gegen Jeddeloh zum Einsatz. „Wir wissen nicht, wie es im Wettkampf sein wird“, sagt Kocak. „Das realistisch einzuschätzen, ist schwer. Die 2. Liga ist was anderes als Training.“ Aber warum sollte es 96 nicht mal mit Doumbouya versuchen? Es wird Kocak schon keiner aufs Dach steigen, wenn er nicht treffen sollte.