06. September 2018 / 07:39 Uhr

Hannover 96 verliert vor Gericht: Abstimmungsfehler bei Mitgliederversammlung 2017

Hannover 96 verliert vor Gericht: Abstimmungsfehler bei Mitgliederversammlung 2017

Tobias Manzke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bei der Mitgliederversammlung 2017 waren 448 Mitglieder stimmberechtigt.
Bei der Mitgliederversammlung 2017 waren 448 Mitglieder stimmberechtigt. © Lobback
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Es ist schon über ein Jahr her, doch die Mitgliederversammlung von Hannover 96 im Jahr 2017 sorgt immer noch für Aufsehen. Am Mittwoch beschloss das Amtsgericht Hannover der Klage eines Mitglieds Recht zu geben.

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Die denkwürdige Mitgliederversammlung von 2017 sorgt bei Hannover 96 immer noch für Theater. Am Mittwoch kassierte der Club vor dem Amtsgericht Hannover eine Niederlage. David W. hatte geklagt. Es ging um das Abstimmungsprozedere zu einem Satzungsänderungsantrag auf der Versammlung. Dieser fand nicht geheim und mit einem ungültigen Zählsystem statt. W. klagte dagegen – und bekam in zwei entscheidenden Punkten Recht: In Zukunft entscheidet über einen Antrag auf geheime Abstimmung nicht der Versammlungsleiter, sondern die Mitgliederversammlung. Und: das sogenannte Subtraktionsverfahren zur Auszählung muss korrekt angewendet werden.

Die Bilder von der Mitgliederversammlung von Hannover 96 im April 2017:

96-Präsident Martin Kind auf der Jahreshauptversammlung im April 2017. Zur Galerie
96-Präsident Martin Kind auf der Jahreshauptversammlung im April 2017. ©
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Die zentralen Fragen im Überblick: Die Anträge zur 96-Mitgliederversammlung in Kurzform.

I. Informationsantrag Markenrechte, MV-Beschluss 2017: </br>Welche konkreten Anstrengungen zum Erwerb der Markenrechte wurden auf den Beschluss der Mitgliederversammlung 2017 unternommen? Zu diesen Fragen verlangt der Antragssteller detaillierte Antworten. Zur Galerie
I. Informationsantrag Markenrechte, MV-Beschluss 2017:
Welche konkreten Anstrengungen zum Erwerb der Markenrechte wurden auf den Beschluss der Mitgliederversammlung 2017 unternommen? Zu diesen Fragen verlangt der Antragssteller detaillierte Antworten. ©

​Keine Enthaltung möglich

Auf der Mitgliederversammlung 2017 war es der Fall, dass es keine Möglichkeit gab, sich zu enthalten. Wer sich enthalten wollte, stimmte damals automatisch mit Nein. An dem damaligen Ergebnis – 266 stimmten für den Satzungsänderungsantrag (299 wären für eine Änderung nötig gewesen) – ändert das Urteil nichts. „Das ist so“, sagte 96-Boss Martin Kind. „Wir nehmen das Urteil zur Kenntnis und werden es dem nächsten Versammlungsleiter zur Verfügung stellen. Letztlich hätte eine geheime Abstimmung stattfinden müssen, das war nicht der Fall.“ In Berufung gegen das Urteil will 96 nicht gehen.