29. März 2021 / 07:37 Uhr

Ablösefreier Abschied im Sommer: 96-Verteidiger Elez findet wohl neuen Klub

Ablösefreier Abschied im Sommer: 96-Verteidiger Elez findet wohl neuen Klub

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Musste in Hannover häufiger auf der Bank Platz nehmen als ihm lieb war: Josip Elez.
Musste in Hannover häufiger auf der Bank Platz nehmen als ihm lieb war: Josip Elez. © IMAGO/Nordphoto
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Zuletzt zeigte Josip Elez Fortschritte bei Hannover 96 - doch zu spät. Im Sommer wird der Kroate die Roten verlassen. Einen neuen Klub soll er bereits gefunden haben, in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der spielstarke, aber zweikampfschwache Defensivmann geht als unerfülltes Versprechen.

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Es ist drei Jahre und zwei Monate her, als Josip Elez sein Debüt für Hannover 96 in der Eilenriede gab. 96, damals Bundesligist, gewann 4:1 gegen Paderborn, Zweitligist. Ein Test, in dem der neue Abwehrspieler aus Kroatien den Gegentreffer mit verursachte. Damals deutete sich an: 96 hatte sich am Ende für 3 Millionen kein Kämpfermodell eingekauft.

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Drei Jahre später scheint Elez sich in dem Bereich verbessert zu haben. Im internen Test, erneut im Eilenriedestadion, lieferte er sich kraftvolle Nahkampfduelle mit Moussa Doumbouya. Aber nun ist es zu spät. Elez wird 96 nach dieser Saison im Sommer verlassen. Es heißt sogar, er habe bereits bei einem neuen Klub unterschrieben.

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Wechsel in die VAE wohl schon fix

Der 26-Jährige soll in den Vereinigten Arabischen Emiraten einen neuen Verein gefunden haben. Dort wird er weiterhin gut verdienen, die Sportanlagen sollen toll und gepflegt sein, aber das Leistungsniveau nicht so hoch wie in den deutschen Ligen.

Elez gehört zu den Flops, die nicht einlösten, was ihr Transfer versprach. 3 Millionen Euro Ablöse wurde für Rijeka fällig, er verdient pro Saison immer noch eine Million Euro und wechselt nun ablösefrei. Der frühere Trainer André Breitenreiter hatte vor drei Jahren noch gehofft, Elez entwickele sich schnell zum Leistungsträger. Man müsse Geduld haben, „er ist spielintelligent, hat eine gute Spieleröffnung“, sagte Breitenreiter. Damit behielt der Trainer zwar recht, aber als Innenverteidiger erwies sich der Kroate nie als erste Wahl.

Einer, der was zu sagen hat

In dieser Saison spielte er neunmal, stand viermal in der Startelf, davon zweimal als zentraler defensiver Mittelfeldspieler. Als Ersatz für Jaka Bijol auf der „Sechser“-Position wirkte er zuweilen stabiler als der slowenische Nationalspieler.

Elez gehört im Team zum harten Kern, zu den Profis, die was zu sagen haben, wenn er etwas sagt. Im internen Test der vergangenen Woche schrie der große Schweiger den jungen Mick Gudra an. Gudra, Stürmer, hatte einen schweren Stand als linker Verteidiger gehabt. Das gefiel Elez gar nicht. Als Simon Falette im Training die Beherrschung verlor, gehörte Elez zu den Ersten, die eine schlimmere Prügelei tatkräftig verhinderten.

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Elez eher als zuverlässiger Bijol-Ersatz zu sehen

Im Test erzielte er den ersten Treffer für sein Team, das 2:1 gewann. Bedauerlich, dass er die Zweikampfführung so lange verbarg. Nun, da er dazugelernt zu haben scheint, geht er weg.

Seine Quote gewonnener Zweikämpfe (52 Prozent) ist immer noch die schwächste aller Innenverteidiger in Hannovers Kader, am nächsten dran ist er am Mittelfeldspieler Bijol (54 Prozent). Elez ist am ehesten als zuverlässiger Ersatzmann für den Slowenen zu sehen. Der Kroate traut sich was, spielt Risikopässe in die Tiefe und wagt offensive Dribblings.

Nach drei Jahren bei Hannover 96 wird dennoch Schluss sein für Elez. Ihm wird eine Profiliga, die nicht so zweikampflastig und schnell ist wie die ersten beiden deutschen, eher liegen.