30. März 2021 / 09:23 Uhr

Neue 96-Gehaltsobergrenze und neuer Vertrag für Hübers - das passt nicht zusammen

Neue 96-Gehaltsobergrenze und neuer Vertrag für Hübers - das passt nicht zusammen

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dass Timo Hübers sich auch in der neuen Saison für 96 in die Bälle wirft, erscheint immer unwahrscheinlicher.
Dass Timo Hübers sich auch in der neuen Saison für 96 in die Bälle wirft, erscheint immer unwahrscheinlicher. © Florian Petrow
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Union, Hertha BSC, Bremen, Köln, Einhoven, Alkmaar und jetzt auch Schalke - viele Klubs sind an Timo Hübers, dessen Vertrag ausläuft, interessiert. 96 würde gern verlängern, aber auch eine Gehaltsobergrenze einziehen, die kaum in Einklang mit den Vorstellungen des Verteidigers zu bringen sind. Man liegt weit auseinander.

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Timo Hübers mag es unkompliziert und geradlinig. Zur Arbeit radelt der Fußballprofi, setzt sich den mintgrünen Helm auf und ab geht die Post. Von Linden bis zur HDI-Arena sind es knapp drei Kilometer. Muss der 24-Jährige zur Leibniz-Uni wegen seines Wirtschaftsstudiums, nimmt er einen Rucksack mit Lernkram mit.

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Kurze Wege, große Karriere – 13 Jahre arbeitete Hübers bei Hannover 96 darauf hin (mit einem Jahr Kölner Unterbrechung). Nun könnte sein Hannover-Weg im Sommer zu Ende gehen. Werden 96 und Hübers sich vor Ende seines Vertrages im Juni nicht einig, wird der Verteidiger bald nicht mehr von Linden aus mit dem Rad zum Training fahren können.

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Hübers wäre aktuell froh, wenn er überhaupt arbeiten könnte. Eine schwere Muskelverletzung, ein Teilabriss im hinteren Oberschenkelmuskel (Bizeps femoris) aus dem Düsseldorf-Spiel Ende Februar, hat ihn aus dem Rennen genommen. Klinisch gesehen kann er in dieser Woche starten mit dem Einzeltraining und soll nach Ostern wieder mit dem Mannschaftstraining beginnen. Ende April möchte er wieder für 96 spielen.

Gehaltsobergrenze versus Spielerwunsch

Dann beginnt die spannendste Zeit seiner Karriere. Wo setzt er sie fort? Und wie? Möglichst mit dem Rad in Hannover, 96 liegen auch die neuen Wünsche des Spielers vor. Sein zukünftiges Gehalt (bisher knapp 40.000 im Monat) soll sich demnach dem Verdienst anderer Höchtstverdiener anpassen – an Marvin Ducksch, Hendrik Weydandt, Patrick Twumasi oder Simon Falette. Deren Jahresverdienst liegt zwischen 800.000 und einer Million Euro. Das passt nun nicht zur Gehaltsobergrenze, die 96-Boss Martin Kind einziehen möchte.

Mehr als 400.000 Euro pro Saison soll kein Profi verdienen. 96 und Hübers sind aktuell so weit auseinander, wie es Hendrik Weydandt und 96 vor einem Jahr waren. Das Hannover-Flair ist schwer zu halten. Andererseits müsste 96 Hübers ablösefrei ziehen lassen, nach 13 Jahren Ausbildung. „Wenn ein Erstligist Ernst macht, ist das Spiel vorbei“, vermutete Kind bereits unlängst. Nun deuten ein halbes Dutzend Erstligisten an, dass sie Ernst machen möchten.

Aus den Niederlanden mischen die PSV Eindhoven und der Tabellenzweite Alkmaar mit. Aus der Bundesliga liegen Werder Bremen, Hertha BSC, Union Berlin und – ja – der 1. FC Köln auf dem Tisch. Außerdem Schalke, mutmaßlich ein 96-Rivale in der nächsten Saison. Diese Sammlung erstklassiger Klubs sieht zunächst aus wie ein Pokerblatt für die Vertragsverhandlungen mit 96. So mag es sein, aber noch hat die heiße Phase des Spiels nicht begonnen. Vorteil für Hannover: 96 ist zuerst am Zug.

Das ist Timo Hübers: Bilder seiner Karriere

Timo Hübers wurde am 20. Juli 1996 in Hildesheim geboren. Bei Hildesia Diekholzen lernte der 1,90 Meter große Innenverteidiger das Fußballspielen. Zur Galerie
Timo Hübers wurde am 20. Juli 1996 in Hildesheim geboren. Bei Hildesia Diekholzen lernte der 1,90 Meter große Innenverteidiger das Fußballspielen. ©

Die Bild berichtete am Montag noch einmal über das Schalker Bemühen. Tatsächlich gab es ein Treffen bei und mit den Schalkern. Aktuell führt dort Peter Knäbel die Gespräche im Ruhrpottchaos. Aber Hübers kann sich nicht wirklich darauf verlassen, dass Knäbel am Ende die Entscheidung treffen wird.

An der Stelle kommt ein anderer Aspekt ins Spiel. Bei Union Berlin wäre Hübers der Kandidat für die Nachfolge von Marvin Friedrich. Manager bei Union ist Oliver Ruhnert. Nach Informationen vom SPORTBUZZER will Schalke nun Ruhnert statt Knäbel für den Managerposten. Karrieren sind kompliziert, besonders bei den „Knappen“ aus Gelsenkirchen.

Apropos Hübers und Schalke. Da war mal was. In der U19 verlor Hübers im April 2016 das tragischste 96-Spiel seiner Karriere, mit 8:9 nach Elferschießen gegen Schalke. Torschütze damals: der 19 Jahre junge Leroy Sané. Der hat ganz groß Karriere gemacht – aber nicht in Gelsenkirchen.