04. November 2021 / 09:00 Uhr

Verlängerung unwahrscheinlich: 96 unzufrieden mit Linksverteidiger Hult

Verlängerung unwahrscheinlich: 96 unzufrieden mit Linksverteidiger Hult

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kann derzeit nicht an die starke Premierensaison bei 96 anknüpfen: Linksverteidiger Niklas Hult.
Kann derzeit nicht an die starke Premierensaison bei 96 anknüpfen: Linksverteidiger Niklas Hult. © IMAGO/Zink
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An seine starken Leistungen in der Premierensaison kann Niklas Hult bislang nicht anknüpfen. Bei 96 ist man unzufrieden vor allem mit der geringen Effektivität des Schweden in der Offensive. Eine Verlängerung des auslaufenden Vertrags scheint unwahrscheinlich.

Als der Ball im Tor zappelte, klopfte sich Niklas Hult mehrfach auf die Schenkel. Ihm war aber nicht zum Lachen zumute, ganz im Gegenteil. Hult ärgerte sich. Soeben hatte Aue zum 1:1 ausgeglichen – und der 31-Jährige hatte seinen Anteil daran. Hult (1,73 Meter) verlor das Kopfballduell gegen Omar Sijaric (1,79). Marcel Franke ließ nach einem Stellungsfehler Dimitrij Nazarov entwischen – und Tor.

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Es blieb nicht die einzige unglückliche Aktion des Schweden. Hult spielt überhaupt in seiner zweiten Saison bei Hannover 96 nicht die Rolle, die er in seinem Einstandsjahr ausfüllte. Neben den vielen Flops, die Ex-Manager Gerhard Zuber und Trainer Kenan Kocak in Hannover landeten, war Hult eine Topverpflichtung. Ablösefrei vom AEK Athen verpflichtet, mit der Erfahrung von Champions-League-Partien mit den Griechen, erfüllte er die Erwartungen. Hult war Kult.

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Nach den Notlösungen mit Miiko Albornoz (nach vorne hui, nach hinten pfui) und Antifußballern wie Matthias Ostrzolek hatte 96 einen Linksverteidiger, den man aufstellen konnte. Zwei Tore und vier Assists lieferte Hult. Man habe aber schon früh absehen können, „dass es mit dem Aufstieg wahrscheinlich nichts wird“, gab er im Interview mit dem SPORTBUZZER zu. Zum Ende der Saison sei es schwierig gewesen, „auf 100 Prozent zu kommen, weil man die Ziele nicht mehr erreichen konnte“.


Allerdings sieht 96 in dieser Saison auch nicht 100 Prozent von dem Hult, den man kannte. Das fängt hinten an, wo er zu viele Flanken zulässt, und endet vorn. Hult kam in den letzten Partien oft in gute Situationen im gegnerischen Strafraum. Doch seine Flanken kamen nicht an. „Extrem auffällig“ waren diese ungenauen Zuspiele, das findet auch der 96-Sportchef. „Wenn man fünfmal außen durchkommt, sollte man mindestens zweimal in der Mitte jemanden finden“, fordert Marcus Mann.

Hult in dieser Saison noch ohne Torvorlage

Ein Beispiel sei aus dem Pokalspiel gegen Düsseldorf, als Hult frei auf der linken Seite flankt, der Ball aber zu hoch für den freien Maximilian Beier kommt. Gegen Aue drosch Hult mehrfach den Ball mit Schusstempo in den Strafraum. „Präziser wäre besser, als mit 120 km/h zu flanken“, sagt Mann.

In dieser Saison hat Hult noch keine Torvorlage auf dem Konto – es hätten aber schon einige sein können. „Wir sind in den letzten Spielen viel auf den Flügeln durchgekommen, aber die Genauigkeit hat gefehlt“, erklärt Trainer Jan Zimmermann.

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Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Der genesene Philipp Ochs könnte links offensiv wie defensiv zu Hult eine Alternative werden. „Philipp hat einen guten Fuß, der die Eingabe auch mal zum Mann in den Strafraum bringen kann“, meint der Trainer.

Hult plagt sich immer mal mit Wehwehchen herum, er ist auch nicht der Schnellste. Seine Zeit in Hannover neigt sich wohl dem Ende zu. Unwahrscheinlich, dass sein im Juni auslaufender Vertrag verlängert wird.