21. April 2020 / 10:26 Uhr

Chef in Hannover statt Assistent in Köln: Gerhard Zuber ist bei 96 der neue Macher

Chef in Hannover statt Assistent in Köln: Gerhard Zuber ist bei 96 der neue Macher

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gerhard Zuber hat sich gegen ein Engagement in Köln entschieden - er bleibt in Hannover und ist befördert worden.
Gerhard Zuber hat sich gegen ein Engagement in Köln entschieden - er bleibt in Hannover und ist befördert worden. © imago images/Hübner
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Angekündigt war es schon länger, nun ist der Vertrag von Gerhard Zuber bei Hannover 96 verlängert worden. Der 44-Jährige hat sich damit gegen eine Rückkehr an die Seite von Horst Heldt beim 1. FC Köln entschieden. Außerdem ist damit der Gerichtsstreit mit ihm beigelegt worden.

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Der Mann ist ein Macher. Tag für Tag bewährt sich Gerhard Zuber an vorderster Front als 96-Krisenmanager in Corona-Zeiten. Dabei hätte der 44-Jährige es bequemer durch die Hintertür haben können. Zuber wohnt mit seiner Thea und seinem Sohn im schicken Düsseldorf-Oberkassel. Sein Förderer, Köln-Sportchef Horst Heldt, hätte gewiss einen Job für ihn gefunden. Aber Zuber macht Hannover.

Ein Vergleich, eine Beförderung - alle sind zufrieden

Seit Montagnachmittag ist perfekt, was Profiboss Martin Kind seit Wochen angekündigt hatte. 96 befördert den Sportlichen Leiter zum Sportdirektor bis 2023. Zuber ist jetzt Chef in Hannover statt Assistent in Köln.

Der Gerichtsstreit ist nebenbei beigelegt. Das von Zuber vor dem Amtsgericht erstrittene unbefristete Anstellungsverhältnis wandelten 96 und Zuber vor dem Landgericht um. Ein Vergleich, ein juristischer Kniff, dazu die Beförderung – und alle sind zufrieden. Im vergangenen Jahr sah es noch ganz anders aus, als Jan Schlaudraff Sportdirektor war. Zuber stritt über seinen Anwalt um seinen Vertrag. Seit Januar, nach der Beurlaubung und Entlassung von Schlaudraff, kämpft der Österreicher für 96, um Transfers, um Punkte und die Zukunft. Der Lohn ist das Vertrauen des 96-Chefs.

Die Manager von Hannover 96 seit 1996:

<b>Franz Gerber:</b> Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. Zur Galerie
Franz Gerber: Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. ©

„Wir haben sehr gute Gespräche über die zukünftigen Strukturen von Hannover 96 geführt, und ich bin überzeugt, dass wir mit Gerhard Zuber unsere Ziele erreichen können“, erklärte Kind. „Er ist ein absoluter Fachmann und Kenner der Fußballbranche, den ich zudem menschlich schätze.“ Nicht nur Kind schätzt Zuber, sondern auch Kenan Kocak. Der Trainer arbeitet seit den Wintertransfers eng mit Zuber zusammen – das soll auch so bleiben.

Kenan Kocak soll bald folgen

Die Vertragsverlängerung mit Kocak ist nun der nächste Schritt im 96-Doppelbeschluss – eine Form­sache. Die Reihenfolge, erst Zuber, dann Kocak (auch geplant bis 2023) soll nun abgeschlossen werden.

Dieses Duo wird 96 durch die Krise führen – mit dem am Montag in Aussicht gestellten Liga-Neustart am 9. Mai. Parallel dazu planen beide den Weg zurück in die Bundesliga im Jahr 2021.

Mehr über Hannover 96

Zubers Zweifel, ob 96 noch die richtige Adresse für ihn sei, haben sich zerstreut – auch wegen der Zusammenarbeit mit Kocak. Vor genau einem Jahr war Zuber noch kaltgestellt worden. Die Tage, die er als Sportlicher Leiter ohne Leitung zum Managerbüro arbeitete, vergaß er zwar nicht, aber das Arbeiten in erster Reihe machte ihm seit Januar dieses Jahres zusehends Spaß.

Zuber freut sich "über das Vertrauen von Herrn Kind"

Er freue sich nun „über das Vertrauen von Herrn Kind. Ich fühle mich bei 96 und in Hannover rundum wohl und werde alles dafür tun, dass wir mit Hannover 96 wieder in die Erfolgsspur kommen“, erklärte Zuber.

Das ständige Hin- und Herbrettern auf den Spuren der A 2 zwischen Rhein und Leine möchte der Sportdirektor bald aufgeben. Der Umzug, die Rückkehr nach Hannover mit der Familie, soll bereits geplant sein. Dann beginnt Zuber sein zweites Leben in Hannover – diesmal nicht als Assistent, sondern als Chef.