02. Juli 2020 / 17:48 Uhr

Hannover 96: VfB Stuttgart macht Ernst bei Waldemar Anton

Hannover 96: VfB Stuttgart macht Ernst bei Waldemar Anton

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Es wird heißer: Der VfB Stuttgart hat offenbar Interesse an einer Verpflichtung von 96-Eigengewächs Waldemar Anton.
Es wird heißer: Der VfB Stuttgart hat offenbar Interesse an einer Verpflichtung von 96-Eigengewächs Waldemar Anton. © imago images/Picture Point
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Jetzt wird es ernst: Der VfB Stuttgart soll sich weitestgehend mit Waldemar Anton über einen Wechsel einig sein. Das berichten die "Stuttgarter Nachrichten" zuerst. Nach Information des SPORTBUZZER verhandelt der VfB bereits mit Hannover 96 über die Ablösesumme. Weit voneinander entfernt sollen die Klubs nicht sein - entscheidend ist, wie das letzte Wort von 96-Trainer Kenan Kocak ausfällt.

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Verliert 96 Waldemar Anton doch noch an die Bundesliga? Stuttgart macht jetzt Ernst, will den ehemaligen U21-Nationalspieler verpflichten. Der VfB soll mit Anton einig sein. 96-Sportchef Gerhard Zuber steht in Verbindung mit dem Aufsteiger. „Es gibt Kontakt“, bestätigt 96-Chef Martin Kind. „Aber es gibt kein Ergebnis und auch nichts Unterschriftsreifes.“

Kocak hat das letzte Wort

Außerdem erneuert Kind seine Klarstellung: „Der Trainer entscheidet. Wenn Kocak sagt, Anton soll bleiben, dann bleibt er.“

Genau das ist auch bisher noch die Position des Trainers. Sie könnte sich nur dann verändern, wenn 96 entsprechenden Ersatz finden würde. Und dann käme es darauf an, ob der neue Spieler am Ende teurer kommt als die Ablöse, die 96 in Stuttgart erwarten kann.

18 Profis, die bei Hannover 96 noch unter Vertrag stehen, absolvieren am 1. Juli einen Laktattest.

18 Profis, die bei Hannover 96 noch unter Vertrag stehen, absolvieren am 1. Juli einen Laktattest. Zur Galerie
18 Profis, die bei Hannover 96 noch unter Vertrag stehen, absolvieren am 1. Juli einen Laktattest. © Florian Petrow

Der Poker scheint jedenfalls begonnen zu haben. Der VfB will angeblich bis zu 5 Millionen Euro investieren, diverse Extraprämien wären verhandelbar. Legt der VfB noch eine Million drauf, wäre 96 wohl mit der finanziellen Seite des Geschäfts einverstanden.

2021 bekommt 96 keinen Cent

Vor einem Jahr wollte Mainz aber noch etwa das Doppelte zahlen. 11 Millionen Euro Ablöse sollten fließen, Anton durfte aber nach einem 96-Veto nicht in die Bundesliga wechseln. Er sollte helfen aufzusteigen.

Jetzt ist 96 in der Klemme: Verlängert Anton seinen nur noch ein Jahr laufenden Vertrag nicht – und das scheint sicher – könnte er 2021 ablösefrei gehen. 96 bekäme keinen Cent.

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Bleibt die sportliche Seite. Anton war eine wichtige Säule der Mannschaft, vielleicht die einzige standfeste in der vergangenen Saison. Wenn er ausfiel, ob gesperrt oder in einer Babypause, büßte das Team die Stabilität im defensiven Mittelfeld ein.

Eine schwierige Abwägung

„Wir haben gesehen, dass wir Waldi nicht ersetzen können“, sagte Kenan Kocak nach der Niederlage in Darmstadt (2:3), bei der der 23-Jährige fehlte. Antons Frau Jennifer hatte am Spieltag eine Tochter geboren.

Anton ist bisher auch der einzige Spieler im Kader, der die hintere Position in der Mittelfeldraute besetzen konnte. Ersatz zu finden dürfte einerseits schwierig werden, wäre aber andererseits im nächsten Jahr ohnehin notwendig. Und jetzt bekäme der Klub noch Einkaufsgeld dazu. Das abzuwägen ist schwierig.

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Zunge raus: Marvin Ducksch feiert seinen zweiten Treffer. Zur Galerie
Zunge raus: Marvin Ducksch feiert seinen zweiten Treffer. ©

Anton will 96 ja auch unbedingt verlassen. Er will den berühmten nächsten Schritt in der Bundesliga machen. Nach der kleinen Abschiedsfeier am vergangenen Montag im Stadion räumte Anton schon seinen Kabinenschrank. Die Gewissheit, dass er nicht mehr zurückkommen wird an den 96-Arbeitsplatz, kann er aber nicht haben. Dazu sind noch zu viele Fragen offen.

Alles hängt an Kocak – und möglichen Ersatzkandidaten. Kind stellt zudem klar: „Es ist jetzt nicht die Zeit für Entscheidungen. Es ist sinnlos, in dieser Phase darüber nachzudenken.“