16. April 2021 / 15:05 Uhr

Job in Gefahr: 96-Trainer Kenan Kocak vor Herkulesaufgabe in Bochum im Kämpfermodus

Job in Gefahr: 96-Trainer Kenan Kocak vor Herkulesaufgabe in Bochum im Kämpfermodus

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ist vor dem schwierigen Spiel in Bochum um Zuversicht bemüht: 96-Trainer Kenan Kocak (Mitte).
Ist vor dem schwierigen Spiel in Bochum um Zuversicht bemüht: 96-Trainer Kenan Kocak (Mitte). © Florian Petrow
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Die Luft für Kenan Kocak wird dünner bei Hannover 96. Der Cheftrainer ist vor dem schwierigen Auswärtsspiel beim VfL Bochum um Zuversicht bemüht und verteidigt den jüngsten Auftritt gegen Heidenheim. Angst vor einem Abrutschen in den Abstiegskampf hat er nicht.

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Nein, schönreden wolle er die Situation von Hannover 96 keineswegs, betonte Trainer Kenan Kocak am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim VfL Bochum am Sonntag (13.30 Uhr). Platz elf in der 2. Bundesliga und 14 Punkte Rückstand auf den Relegationsrang drei - das ist deutlich zu wenig für die vor der Saison geäußerten Aufstiegsambitionen der Roten.

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Dennoch wehrt sich Kocak gegen eine allzu negative Betrachtung der vergangenen Wochen. "Ich habe inhaltlich gegen Heidenheim ein gutes Spiel unserer Mannschaft gesehen", sagte er mit Blick auf die bittere 1:3-Pleite. "Ich weiß, wenn man rational denkt, denkt man nur an das nackte Ergebnis. Aber man muss auch den Weg und den Prozess sehen."

Bilder vom Training von Hannover 96 (15. April)

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Bilder vom Training von Hannover 96 (15. April) ©

Kocak glaubt an Sieg in Bochum

Der Sonntagsschuss von Marnon Busch zur Heidenheimer Führung, die vergebene Riesenchance von Marvin Ducksch und das zurückgenommene Ausgleichstor von Genki Haraguchi: Es war in der Tat nicht der glücklichste Spielverlauf für die Roten. Insgesamt ließ 96 trotz Steigerung gegenüber dem desaströsen Auftreten in Würzburg aber erneut Konsequenz und Durchschlagskraft vermissen.

Ein Mutmacher vor dem Duell mit dem Tabellenführer aus Bochum war die Leistung also wahrlich nicht. Auch wenn Kocak Zuversicht ausstrahlen wollte: "Die Jungs sind willig und sehr selbstkritisch. Es geht nur gemeinsam – miteinander auf dem Platz", sagte er. "Da bin ich total optimistisch und habe Vertrauen in die Mannschaft, dass wir Sonntag wieder ein sehr gutes Spiel abliefern werden. Natürlich auch mit dem Glauben, dass wir das Spiel für uns entscheiden können.

"Ein Trainer ist auch abhängig vom Großen und Ganzen"

Auch Fragen nach seiner eigenen Zukunft begegnete er kämpferisch. "Ich kann mir nichts nachsagen lassen, ich gebe jeden Tag alles. Alles andere steht nicht in meiner Macht", sagte der 40-Jährige und fügte an: "Ich bin niemand, der die Schuld bei anderen sucht. Ich stelle mich der Verantwortung."

Ähnliche Worte hatte er bereits nach der Pleite bei Schlusslicht Würzburg gefunden. Gleichwohl betonte er: "Ein Trainer ist auch abhängig vom Großen und Ganzen." Könnte man so übersetzen: Er muss mit dem arbeiten, was er bekommt, und das reicht augenscheinlich nicht.

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Kocak versteht Kinds Enttäuschung

Dass seine Position zur Debatte steht, sei ihm bewusst. Am Montag schenkte Profichef Martin Kind Kocak und Sportchef Gerhard Zuber vorerst weiter das Vertrauen. Das kann sich innerhalb der nächsten zwei Wochen bei einer ausbleibenden Wende aber schnell ändern. "Es war ein sehr gutes, sehr offenes Gespräch. Ich bin zufrieden mit dem Inhalt", berichtete Kocak. "Ich kann die Enttäuschung bei Martin Kind natürlich verstehen, wenn der Ertrag nicht da ist, den man sich gewünscht hat."

Abstiegsangst wird in Hannover aber nicht mehr einziehen, dessen ist sich Kocak sicher. "Das kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass die Mannschaft noch genug erfolgreiche Spiele bestreiten wird." Der Vorsprung auf Platz 16 beträgt zehn Punkte. Der Relegationsplatz zur 3. Liga ist aktuell näher dran als der zum Oberhaus.

tk