13. Dezember 2019 / 20:35 Uhr

Nach schwacher erster Hälfte: Hannover 96 verliert knapp in Bochum 

Nach schwacher erster Hälfte: Hannover 96 verliert knapp in Bochum 

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Manuel Wintzheimer erzielt das 1:0 für den VfL Bochum.
Manuel Wintzheimer erzielt das 1:0 für den VfL Bochum. © imago images/Beautiful Sports
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Nach zwei Siegen in Folge wollte Hannover 96 gegen den VfL Bochum den Dreierpack schaffen. Doch vom gewonnenen Selbstbewusstsein war in der ersten Hälfte nicht viel zu sehen - 2:0 für Bochum. 96-Trainer Kenan Kocak reagierte mit einem Doppelwechsel. Marvin Ducksch sorgte mit seinem Anschlusstreffer nochmal für Hoffnung. 

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Wahrscheinlich sind böse Mixturen schuld. Irgendjemand muss Reaktionshemmer oder Schlafmittel in die Getränke oder das Essen der 96-Spieler schummeln. Das 96-ABS, das Anti-Blockier-System der Mannschaft für die gegnerischen Angriffe, hat in den ersten 15 Minuten schon wieder nicht funktioniert. Bereits in beiden Hälften beim letzten Spiel gegen Aue hatte das Team verschnarcht, und so ging’s auch in Bochum los. Die VfL-Führung nach 14. Minuten war nur eine logische Folge der Wucht, mit der sich die 96-Mannschaft erdrücken ließ. Kaum ein Spieler kam in die Zweikämpfe, die Bochumer waren immer einen Schritt schneller, griffiger und bissiger.

Bilder vom Spiel der 2. Bundesliga VfL Bochum - Hannover 96

Florent Muslija zeigt im Laufduell mit Bochums Cristian Gamboa Luna Körpereinsatz  Zur Galerie
Florent Muslija zeigt im Laufduell mit Bochums Cristian Gamboa Luna Körpereinsatz  ©

Und so ging es in der nächsten Viertelstunde auch noch weiter. Das 2:0 nach 28. Minuten war die zweite bittere Pille, die 96 schlucken musste. Acht Spieler mit grünen Trikots standen dabei im Strafraum herum, die den Schuss von Simon Zoller hätten blockieren können und müssen - und doch flutschte er durch. Statt richtig dagegen zu halten, drehten sie sich weg und schauten dem Ball hinterher - bezeichnend für den Auftritt über weite Strecken der ersten Halbzeit. Es war zu viel Sand im Getriebe.

Kocak reagiert in zweiter Hälfte

Da war nichts zu sehen von einer Trendwende nach den zwei Siegen in Folge. Vielmehr war’s ein Rückfall in überwunden geglaubte Zeiten unter Ex-Trainer Mirko Slomka. Die Abstände stimmten nicht, es gab kein Zusammen- und kein Offensivspiel. Alles ein löchriger Käse, auf den der 96-Trainer reagierte. Er stellte noch vor der Pause vom 4-2-3-1 auf 4-4-2 mit Mittelfeldraute um. Das wurde dann zur zweiten Hälfte mit neuem Personal aufgefrischt, mit Marvin Ducksch als zweitem Stürmer und Marc Stendera rechts in der Raute. Matthias Ostrzolek, der als Überraschungsgast im defensiven Mittelfeld dabei war, und Florent Muslija mussten weichen.

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Und ja, jetzt kam 96 richtig munter aus der Kabine. Das war eine andere, aufgeweckte Mannschaft. Flapsig gesagt, kamen sie nun aus dem Quark.

Aber die Hypothek des 0:2-Rückstands wog zu schwer.

Ducksch sorgt für Hoffnung

Gegen Aue hatten die 96-Comebacker zweimal einen Ein-Tore-Rückstand aufgeholt und noch gewonnen. Diesmal war die Aufgabe doppelt schwer. Ducksch schaffte dann schon mal den Anschluss (65.), und das wirkte nur wie ein Treibmittel für weitere 96-Angriffe. Der Ex-Düsseldorfer hätte später noch mal treffen können. Bochum wankte, Hendrik Weydandt hätte auch zweimal ausgleichen können. Jetzt wollte 96 unbedingt, sie kämpften und waren plötzlich den berühmten Schritt schneller als die Bochumer. Besser wäre gewesen, von Anfang an so aggressiv loszulegen.

Die Aufstellung ist da: So startet Hannover 96 ins Zweitligaspiel beim VfL Bochum

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So schloss 96 die Hinrunde mit einer zwar unglücklichen, durch die Schnarchphase in der ersten Hälfte aber auch selbst verschuldeten Niederlage ab. Den Sprung auf Platz acht zumindest für eine Nacht - und damit die höchste Einordnung überhaupt, verpasste die Mannschaft. Als aktuell 13. mit 20 Punkten in die Rückrunde zu starten, ist enttäuschend. Schon am Samstag beginnt die zweite Saisonhälfte mit dem Heimspiel gegen Stuttgart. 96 sollte von Beginn an so wach sein wie in Bochum nach 45 Minuten.