29. Juli 2020 / 07:27 Uhr

Als Anton-Nachfolger: Hannover 96 hat Darmstadts Victor Palsson im Visier

Als Anton-Nachfolger: Hannover 96 hat Darmstadts Victor Palsson im Visier

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gestoppt: Timo Hübers (rechts) ist auch ein guter Zweikämpfer
 und stoppt hier Darmstadts Victor Palsson. 
Gestoppt: Timo Hübers (rechts) ist auch ein guter Zweikämpfer und stoppt hier Darmstadts Victor Palsson.  © picture alliance/dpa
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Waldemar Anton verlässt Hannover 96 und schließt sich dem VfB Stuttgart an. Die Roten sind nun auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Dabei zieht 96 auch Darmstadts Victor Palsson (29) in Betracht, für den bereits ein Angebot von 500 000 Euro abgegeben wurde. 

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War Waldemar Anton eigentlich irgendwann verletzt? Vor zwei Jahren fehlte er mal wegen einer Zerrung für vier Spiele. Ansonsten? Nahezu unverletzlich, eher tat der 96-Waldi den Gegnern weh. So einen braucht Hannover nun als Ersatz: Einen zentral defensiven Mittelfeldspieler, der in der Innenverteidigung helfen kann und fast immer spielt. Victor Palsson (29) aus Darmstadt passt ins Profil. Deshalb zieht 96 ihn als Anton-Nachfolger in Betracht und bietet 500 000 Euro, dazu gäbe es 100 000 Euro, wenn der isländische Nationalspieler 30 Partien absolviert haben sollte.

Die Zeit von Waldemar Anton bei Hannover 96 in Bildern

Waldemar Anton ist ein Hannover-Junge mit Wurzeln in Usbekistan und im Stadtteil Mühlenberg. Sein Vater war Leistungsschwimmer, er selbst ist ein Mathe-Ass mit Abitur. Aber „Waldi“ durfte sich schon länger ausrechnen, dass es was wird mit seiner Profi-Karriere. Vom Mühlenberger SV kam er 2008 in die 96-Jugend. In der Saison 2013/2014 erreichte Anton mit der A-Jugend das Endpsiel um die deutsche Meisterschaft. Zur Galerie
Waldemar Anton ist ein Hannover-Junge mit Wurzeln in Usbekistan und im Stadtteil Mühlenberg. Sein Vater war Leistungsschwimmer, er selbst ist ein Mathe-Ass mit Abitur. Aber „Waldi“ durfte sich schon länger ausrechnen, dass es was wird mit seiner Profi-Karriere. Vom Mühlenberger SV kam er 2008 in die 96-Jugend. In der Saison 2013/2014 erreichte Anton mit der A-Jugend das Endpsiel um die deutsche Meisterschaft. ©

Der Liebling von Grammozis

Wer ist Victor Palsson? Die Antwort wird lang. Geboren wurde er in Island in Reykjavík, sein Opa kommt aus Mosambik, sein Vater aus Portugal. Der Papa arbeitete in Island in der Fischindustrie und heiratete Palssons Mutter, eine schottische US-Amerikanerin. Mit vier Jahren fing der kleine Victor mit Fußball an, mit 16 verließ er Island, um Profi zu werden, in Aarhus, Liverpool, in Edinburgh, in New York, in Helsingborg – bis er in Zürich den Durchbruch schaffte. Palsson wurde Kapitän bei den Schweizern, wechselte dann nach Darmstadt.

Er wurde dort zum Lieblingsspieler von Trainer Dimitrios Grammozis, auch die Fans wählten den Mittelfeldmann zum besten Spieler beim Tabellenfünften der 2. Liga. Unter dem neuen Trainer Markus Anfang hätte Palsson die Chance, erneut Kapitän zu werden. Da stellt sich die Frage, ob die Darmstädter sich mit einer halben Million Euro zufriedengeben.

Reicht eine halbe Million?

Darmstadt braucht aktuell jeden Cent fürs neue Stadion – deshalb wird der Klub wohl einen Millionenbetrag für den Mittelfeldspieler fordern. Das Interesse von 96 an Serdar Dursun ist hinterlegt, der aktuelle Fokus liegt auf Palsson.

Es gibt nicht viele Spieler in der 2. Liga, die es mit der Spielweise von Anton aufnehmen können. Im Rüpelranking (nach gelben und roten Karten) teilt sich Anton (11 gelbe Karten) den Vize­­ti­tel mit mehreren Profis. Auf Platz eins steht Palsson mit drei Platzverweisen – keiner in der 2. Liga hat mehr.

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Fast nie verletzt

Drei Spiele fehlte Palsson gesperrt, sonst setzte Grammozis ihn immer ein – wegen seiner Kopfball- und Zweikampfstärken. Der Isländer wäre zwar Antons Nachfolger, obwohl die Spielweise eher nicht identisch ist. Während Anton extrem aggressiv verteidigt, wartet Palsson, bis er nach einem Fehler des Angreifers zupacken kann. Das eine muss nicht schlechter sein als das andere. Verletzt hat sich Palsson fast nie: vor zwei Jahren mal eine Zerrung, da fehlte er Zürich für drei Spiele.