31. Dezember 2019 / 08:51 Uhr

Hannover 96 vor Umbau 2.0: Wie lange hält Schlaudraffs Jobgarantie?

Hannover 96 vor Umbau 2.0: Wie lange hält Schlaudraffs Jobgarantie?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96 kündigte Jan Schlaudraff am Freitag außerordentlich.
96 kündigte Jan Schlaudraff am Freitag außerordentlich. © imago images/Sven Simon
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Worauf soll Hannover 96 an Silvester anstoßen? Zu feiern gab es nicht viel im Jahr 2019. Abstieg aus der Bundesliga, drei Trainerwechsel, ein entlassener Manager, Zoff mit dem Sportlichen Leiter, Abstiegskampf in der 2. Liga, zuletzt Ablösegerüchte um den aktuellen Sportdirektor – mehr kann kaum schiefgehen bei einem Profiklub.

Durch Trainer Kenan Kocak und stabilere Resultate strahlt 96 ein wenig Zuversicht aus – kein Feuerwerk, ein Fünkchen Hoffnung nur. Im Jahr 2020 erwartet 96 eine weitere Version des Neuanfangs. Der sportliche Umbau im Sommer 2019 hatte schon wieder kurz vor dem Zusammenbruch gestanden. Die aktuellste Botschaft: Jan Schlaudraff bleibt in der Rückrunde Sportdirektor. Er bekommt als Sportdirektor die Ein-Jahres-Garantie von 96-Profichef Martin Kind. Im Sommer ist Schlaudraff ein Jahr im Amt.

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Vertrag bis 2022 hängt von diversen Faktoren ab

„Die ganze Diskussion ist eine der Medien, von uns wird sie nicht geführt“, erklärte Kind am Montag auf Nachfrage. Dass Schlaudraff in der Rückrunde bleibt, erklärte Kind – ebenfalls am Montag in den Medien, bei Sport1. Der 36 Jahre alte Ex-Profi ist erst seit Juli offiziell Sportdirektor, ursprünglich sollte er Assistent eines Sportchefs werden. Aber die Wunschkandidaten Jonas Boldt (Hamburger SV) und Markus Krösche (RB Leipzig) entschieden sich für andere Klubs. Also wurde er Sportdirektor – mit Vertrag bis 2022. Ob er so lange bleibt – mit oder ohne vorgesetzten Sportchef –, hängt von verschiedenen Erfolgsfaktoren ab.

Das Treffen mit dem ehemaligen Kieler Sportchef Fabian Wohlgemuth (40) wurde inzwischen intern bestätigt, sei aber nichts weiter gewesen als ein „Informationstreffen“. Ob die Informationen über Wohlgemuth oder andere Kandidaten dann ausreichen, um bei 96 Sportchef zu werden, wird sich zeigen.

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Umbau 2.0: Elf 96er vor Vertragsende

Den Umbau 2.0 im Jahr 2020 wird Schlaudraff einleiten, mit der Hilfe seines Assistenten Alexander Klitzpera. Es gibt viel zu tun. Die Kurzverträge (Dennis Aogo, Marc Stendera, Sebastian Jung) und Leihspieler (Jannes Horn, Cedric Teuchert) eingerechnet, steht einer kompletten Elf das 96-Vertragsende bevor. Mit Julian Korb, Miiko Albornoz und Matthias Ostrzolek wird 96 eher nicht verlängern wollen. Deshalb hält sich bei 96 auch der Name des Linksverteidigers Anthony Jung (28/Bröndby), der sofort aushilfsweise als Innenverteidiger einspringen könnte. Verlängert 96 nämlich mit keinem der vielen Linksverteidiger, bliebe außer Edgar Prib keiner mehr übrig, der dort spielen kann.

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Ähnlich sieht es auf der rechten Seite aus. Daraus ergibt sich auch eine Chance für Schlaudraff, die in den vergangenen Jahren vernachlässigte Flügelposition gezielt neu aufzubauen.

Jan Schlaudraff - seine Karriere in Bildern:

Das Fußballspielen lernte Jan Schlaudraff bei seinem Heimat und Jugendverein VfB Wissen. Über die Station Hassia Bingen landete der Angreifer 2002 bei Bundesligist Borussia Mönchengladbach. Bei den Fohlen konnte sich der damals 18-Jährige allerdings nicht wirklich durchsetzen - für die Profis machte Schlaudraff in knapp drei Jahren nur elf Spiele, eine direkte Torbeteiligung gelang ihm dabei nicht.  Zur Galerie
Das Fußballspielen lernte Jan Schlaudraff bei seinem Heimat und Jugendverein VfB Wissen. Über die Station Hassia Bingen landete der Angreifer 2002 bei Bundesligist Borussia Mönchengladbach. Bei den Fohlen konnte sich der damals 18-Jährige allerdings nicht wirklich durchsetzen - für die Profis machte Schlaudraff in knapp drei Jahren nur elf Spiele, eine direkte Torbeteiligung gelang ihm dabei nicht.  ©

Die Manager von Hannover 96 seit 1996:

<b>Franz Gerber:</b> Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. Zur Galerie
Franz Gerber: Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. ©

Topverdiener Weydandt über Vertragsgespräche: "Da wir sich recht bald etwas ergeben"

Für eine Vertragsverlängerung kommen nach Lage der Form und Saison vor allem zwei Spieler infrage: Marc Stendera und Hendrik Weydandt. Weydandt wird ein Gesellenstück für Schlaudraff. Man stelle sich vor, 96 verlöre seinen besten Stürmer ablösefrei nach dem Märchen, das der Klub mit Weydandt schrieb. Auf die Frage, ob er und Schlaudraff über einen neuen Vertrag gesprochen haben, sagte Weydandt entspannt: „Haben wir, und ich denke, da wird sich recht bald etwas ergeben.“ Schlaudraff steckt aber in einer Zwickmühle. Weydandt und sein Vater Heinrich hatten den Profivertrag im Herbst 2018 so geschickt verhandelt, dass der Stürmer mittlerweile wegen seiner vielen Einsätze zu den Topverdienern mit knapp einer Million Euro Gehalt zählt.

Mit den vielen Einsätzen hatten die damaligen Verantwortlichen um Horst Heldt nicht gerechnet. Die Rechnung zahlt jetzt 96. Schlaudraff hat kaum eine Wahl, als Weydandt erneut einen Millionenvertrag anzubieten und Kind davon zu überzeugen, dass dies sinnvoll wäre. Für Weydandt lief das Jahr 2019 ausgezeichnet. Darauf kann er anstoßen.

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