18. April 2019 / 08:58 Uhr

Hannover 96: Juwel Waldemar Anton soll bei den Roten zu alter Stärke zurückfinden!

Hannover 96: Juwel Waldemar Anton soll bei den Roten zu alter Stärke zurückfinden!

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Stehen sie künftig für das neue Hannover 96? Waldemar Anton (von rechts), Linton Maina und Noah Sarenren Bazee könnten im wahrscheinlichen Fall des Abstiegs in der 2. Bundesliga eine junge, starke Achse bilden. 
Stehen sie künftig für das neue Hannover 96? Waldemar Anton (von rechts), Linton Maina und Noah Sarenren Bazee könnten im wahrscheinlichen Fall des Abstiegs in der 2. Bundesliga eine junge, starke Achse bilden.  © imago/Eibner/Sielski-Press
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Das klingt doch nach einem Plan: Waldemar Anton soll bei Hannover 96 bleiben - und zurück zu alter Stärke finden. Auch die beiden Flügelflitzer Linton Maina und Noah Sarenren Bazee könnten für die neuen Roten stehen. Entscheiden muss das alles am Ende allerdings der neue Sportdirektor.

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Noch hängt Hannover 96 zwischen Baum und Borke – nicht nur zwischen erster und zweiter Bundesliga. Auch in der sportlichen Führung ist ein Vakuum entstanden. Zwischen der Beurlaubung von Manager Horst Heldt und der Einstellung eines neuen Sportchefs füllt Jan Schlaudraff vorerst die Lücke – zusammen mit Gerhard Zuber. Der noch amtierende Sportliche Leiter war und ist allerdings ein enger Vertrauter Heldts – und wird sich bald ebenfalls bei 96 verabschieden.

Lob für Schlaudraff von Kind

Damit hängt zurzeit vieles an Schlaudraff. „Jan arbeitet sich zügig ein“, lobt 96-Chef Martin Kind. Der Ex-Profi schaut beim Training zu und sichtet Verträge. Die sportliche Baustelle ist dabei fast unüberschaubar: Wer soll gehalten werden, wer soll bleiben, wer vom Nachwuchszentrum zu den Profis hochgeholt werden? Und dann sind da noch die Spieler, die verkauft werden müssen, weil 96 das Geld für die Zusammenstellung der neuen Mannschaft braucht. „Vom Grundsatz wollen wir diese Verhandlungen zügig führen“, sagt Kind.

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Im Schaufenster stehen Walace, Ihlas Bebou, Genki Haraguchi und Niclas Füllkrug. Ihre Berater suchen längst nach neuen Klubs, bei Füllkrug hat Werder angebissen. „Es gibt Gespräche“, bestätigt Kind, auch muss die medizinische Untersuchung nach der Knie-OP abgewartet werden. Acht Millionen Eu­ro Ablöse hofft 96 einzunehmen.

Anton steht nicht zum Verkauf

Nicht zum Verkauf steht jedoch Waldemar Anton. „Das muss zwar der neue Sportchef entscheiden“, sagt Kind, „aber ich persönlich empfehle, Anton zu behalten.“ Der 96-Chef hofft: „Waldi wird bei uns wieder zu alter Stärke zurückfinden.“ Das Juwel der Roten hat in dieser Saison seinen Glanz verloren, auch ohne eigenes Verschulden. Dass Ex-Trainer André Breitenreiter den U21-Nationalspieler vor der Saison zum Kapitän ge­macht hatte, erwies sich als schwerer Fehler – und eine Überforderung des 22-Jährigen.

Thomas Doll hat dem Innenverteidiger die Binde wieder genommen und ihn damit entlastet. Der 29-jährige Marvin Bakalorz kommt mit der Last, die Mannschaft im Abstiegskampf zu führen, deutlich besser klar.

Das ist Waldemar Anton: Bilder seiner Karriere

Waldemar Anton ist ein Hannover-Junge mit Wurzeln in Usbekistan und im Stadtteil Mühlenberg. Sein Vater war Leistungsschwimmer, er selbst ist ein Mathe-Ass mit Abitur. Aber „Waldi“ durfte sich schon länger ausrechnen, dass es was wird mit seiner Profi-Karriere. Vom Mühlenberger SV kam er 2008 in die 96-Jugend. In der Saison 2013/2014 erreichte Anton mit der A-Jugend das Endpsiel um die deutsche Meisterschaft. Zur Galerie
Waldemar Anton ist ein Hannover-Junge mit Wurzeln in Usbekistan und im Stadtteil Mühlenberg. Sein Vater war Leistungsschwimmer, er selbst ist ein Mathe-Ass mit Abitur. Aber „Waldi“ durfte sich schon länger ausrechnen, dass es was wird mit seiner Profi-Karriere. Vom Mühlenberger SV kam er 2008 in die 96-Jugend. In der Saison 2013/2014 erreichte Anton mit der A-Jugend das Endpsiel um die deutsche Meisterschaft. ©
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Für Kind soll Anton dennoch eine Säule der neuen Mannschaft in der 2. Liga werden: „Er kann nach meiner Beurteilung ein wichtiger Faktor beim Wiederaufstieg werden.“

Die 96-Vorgabe ist ja die direkte Rückkehr in die Bundesliga, nur die Sprachregelung hat der Profichef verändert, „um den Druck rauszunehmen, das Ziel bleibt der Wiederaufstieg“. Am besten im ersten, ansonsten im zweiten Jahr.

Auch Maina und Sarenren Bazee sollen bleiben

Mit Anton – in Usbekistan geboren, in Mühlenberg aufgewachsen, in der 96-Jugend groß geworden – hat der Klub nicht den einzigen jungen Spieler für den Neuaufbau eingeplant. „Linton Maina und Noah Sarenren Bazee empfehle ich ebenfalls zu halten“, sagt Kind. Für den 19-jährigen Maina interessieren sich jedoch Wolfsburg, Gladbach und Leverkusen. Das könnte am Ende eine Frage des Preises werden – und dürfte auch abhängig davon sein, wie viele Millionen bei den anderen Verkäufen zusammenkommen.

In Bildern: Die Auf- und Abstiege von Hannover 96

Der Gang in die 2. Liga scheint für Hannover 96 in dieser Saison unvermeidbar. Es wäre der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte. Oft ging es aber schnell wieder hoch. Das sind die Auf- und Abstiege der Roten seit Gründung der Bundesliga. Zur Galerie
Der Gang in die 2. Liga scheint für Hannover 96 in dieser Saison unvermeidbar. Es wäre der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte. Oft ging es aber schnell wieder hoch. Das sind die Auf- und Abstiege der Roten seit Gründung der Bundesliga. ©

Entscheiden soll das alles der neue Sportdirektor. Kandidaten sind Ex-HSV-Vorstand Dietmar Beiersdorfer, Paderborn-Manager Markus Krösche und der Ex-Leverkusener Jens Boldt. „Die Vorgespräche sind gelaufen“, sagt Kind, „nach Ostern geht’s weiter.“

Kann sein, dass dann zügig das Zwischending beendet werden kann und sich der neue Sportchef herausschält. Er wird bei 96 die Axt ansetzen und sehr viele wichtige Entscheidungen fällen müssen.

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