26. März 2020 / 11:59 Uhr

Hannover 96 wartet auf die Trainingsfreigabe

Hannover 96 wartet auf die Trainingsfreigabe

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nach Timo Hübers am Mittwoch soll der Rest der 96-Mannschaft am Donnerstag aus der Quarantäne entlassen werden.  
Nach Timo Hübers am Mittwoch soll der Rest der 96-Mannschaft am Donnerstag aus der Quarantäne entlassen werden.   © Florian Petrow
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Timo Hübers ist wieder auf freiem Fuß, am Donnerstag sollen auch seine Kollegen von Hannover 96 aus dem Hausarrest entlassen werden. Dann könnte schon bald das Training wieder Fahrt aufnehmen - wenn die Ämter es zulassen. 

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Timo Hübers läuft wieder, der erste Corona-Patient des deutschen Profifußballs kann sich frei bewegen. Er freue sich „einfach auf eine Runde Joggen“, wird der 23-Jährige auf der 96-Homepage zitiert. Am Mittwochnachmittag war er nach der 14-tägigen Quarantäne schon draußen unterwegs. „Alles natürlich im Rahmen der allgemein geltenden Kontaktbeschränkungen, aber trotzdem ist es toll, endlich aus der Wohnung zu dürfen.“

Am Donnerstag sollten sämtliche 96-Kollegen ebenfalls aus dem Hausarrest entlassen werden. Wenn sie den Corona-Test bestehen, sind sie frei – aber wie geht’s weiter? Trifft sich die Mannschaft für gemeinsame Übungsstunden? Oder geht’s weiter im Solo-Modus?

Rückblick: Hannover 96 nach dem 25. Spieltag der letzten zehn Jahre

Jeder 96-Fan hat die Abstiegssaison 2019/20 zwangsweise noch in Erinnerung. Nach dem 25. Spieltag deutete sich der Abstieg bereits deutlich an. Nur 14 Punkte sammelte 96 bis zu diesem Zeitpunkt. Die schwachen Leistungen sprachen für sich. Bezeichnend war das Spiel des 25. Spieltags gegen Bayer Leverkusen, welches die Roten mit 2:3 verloren. Die kuriose Szene, als Genki Haraguchi den Ball in Richtung leeres Tor schob, dürfte jetzt noch für Lacher sorgen. Der Ball blieb aufgrund des heftigen Schneefalls kurz vor der Linie liegen. Zur Galerie
Jeder 96-Fan hat die Abstiegssaison 2019/20 zwangsweise noch in Erinnerung. Nach dem 25. Spieltag deutete sich der Abstieg bereits deutlich an. Nur 14 Punkte sammelte 96 bis zu diesem Zeitpunkt. Die schwachen Leistungen sprachen für sich. Bezeichnend war das Spiel des 25. Spieltags gegen Bayer Leverkusen, welches die Roten mit 2:3 verloren. Die kuriose Szene, als Genki Haraguchi den Ball in Richtung leeres Tor schob, dürfte jetzt noch für Lacher sorgen. Der Ball blieb aufgrund des heftigen Schneefalls kurz vor der Linie liegen. ©
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Unterschiedliche Bundesländer, unterschiedliche Entscheidungen

Theoretisch könnte Trainer Kenan Kocak die Spieler wieder um sich versammeln. Aber das wäre für ihn nur dann sinnvoll, wenn klar wäre, was erlaubt ist – und was nicht. Das jedoch bleibt offen. „Wir sind noch in Gesprächen mit den Ämtern“, berichtet 96-Profichef Martin Kind.

Offensichtlich scheut sich das Gesundheitsamt, eine Freigabe fürs 96-Training zu erteilen. Dabei zeigt sich auch, dass in den Bundesländern unterschiedlich entschieden wird. In Augsburg etwa kommen die Spieler umgezogen zum Training und fahren danach wieder. Trainiert wird in Kleingruppen von bis zu acht Spielern, auf mehreren Plätzen verteilt, zu unterschiedlichen Zeiten. Zweikämpfe sind nicht erlaubt, aber Passübungen und Torschüsse.

In Wolfsburg wird Krafttraining im den Räumen des Stadions angesetzt, in kleinen Gruppen. Der VfL musste bei der Stadt eine Ausnahmegenehmigung beantragen, um mit der Mannschaft auch draußen arbeiten zu dürfen. Der Klub hat offenbar vorerst nicht vor, diese zu nutzen.

Die 96-Konkurrenten aus Hamburg – der HSV und St. Pauli – bekämen eine Ausnahmegenehmigung, verzichten aber erst mal auf ein Mannschaftstraining. Sie wollen ein Zeichen setzen – in Zeiten, da die Bevölkerung in den Wohnungen ausharren muss. Werder Bremen plant in den kommenden Wochen neben dem individuellen Training vereinzelt Einheiten in Kleinstgruppen im Stadion.

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„Die Spielbelastung wird enorm werden.“

96 will dagegen so schnell wie möglich loslegen. „Wenn wir im geschlossenen System bleiben und alle Spieler negativ getestet sind, müsste auch Training mit Körperkontakt möglich sein“, meint Kind.

Wie in Augsburg könnten die Profis umgezogen ins abgeschirmte Eilenriedestadion fahren, üben, ins Auto steigen und zu Hause duschen. Für den Plan fehlt aber die Absicherung durch die Ämter.

Sollte tatsächlich die Saison ab Mitte Mai durchgepeitscht werden – wie offenbar angedacht – müssten die Spieler fitter als zuletzt sein. Werder-Trainer Florian Kohfeldt hat das erkannt: „Die Spielbelastung wird enorm werden.“ Das wird dann auch für die zweite Liga gelten – aber Kocak hat ja bereits bewiesen, dass er konditionell schwache 96-Profis wieder fit machen kann.

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