16. Juni 2021 / 10:23 Uhr

Er wird 96 verlassen: Warum der Hübers-Wechsel nach Köln noch nicht perfekt ist 

Er wird 96 verlassen: Warum der Hübers-Wechsel nach Köln noch nicht perfekt ist 

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Zwei, die zu 96 Prozent bald nicht mehr bei 96 sind: Sportchef Gerhard Zuber und Abwehrchef Timo Hübers.
Zwei, die zu 96 Prozent bald nicht mehr bei 96 sind: Sportchef Gerhard Zuber und Abwehrchef Timo Hübers. © Florian Petrow
Anzeige

Längst hätte Timo Hübers seine Unterschrift unter einen Drei-Jahres-Vertrag beim 1. FC Köln setzen sollen. Allerdings passiert das offenbar erst, wenn der Bundesligist Sebastiaan Bornauw für viel Geld verkauft hat. Klar ist lediglich: Der 24-Jährige wird Hannover 96 definitiv verlassen.

Zum Trainingsstart, sagte Timo Hübers kurz nach seinem letzten Spiel für Hannover 96, wollte er „schon dabei sein“. Wo, das wisse er nicht. „Kopf und Bauch“ stritten im Mai noch um die Entscheidung, welchem Klub der 24-Jährige sich anschließen soll. Mittlerweile ist Hübers mit dem Kopf woanders, in Köln nämlich, wo er längst für drei Jahre hatte unterschreiben wollen. Aber sein Transferaufstieg in die Bundesliga geht in die Nachspielzeit.

Anzeige

Am 30. Juni läuft sein Vertrag bei Zweitligist Hannover aus, also müsste er streng genommen am 21. Juni beim Trainingsstart unter dem neuen Trainer Jan Zimmermann dabei sein. Aber Hübers kommt nicht wieder. Die Partie gegen Nürnberg (1:2) war tatsächlich seine vorerst letzte für 96 im roten Trikot vor der Nordkurve.

Mehr über Hannover 96

Als 96 schließlich die Zusage für eine weitere Saison wollte, ließ Hübers die Frist verstreichen – sein Lieblingsklub entschied sich stattdessen, Julian Börner (30) von Sheffield Wednesday zu holen. Wenn Börner komme, sagte der 96-Boss und aktuelle Vertragsmanager Martin Kind, „dann hat sich das erledigt“ für Hübers.

Hübers wartet auf Signale vom Rhein

Trainer Zimmermann hofft, dass Börner tatsächlich zum ersten 96-Training am Montag auftaucht. Hübers wird nicht den gewohnten Weg mit dem Fahrrad aus Linden an der Ihme entlang zum Training fahren. Er wartet, auf Signale vom Rhein.

Die Prioritäten verschieben sich in der pandemiebedingten Transferpanik. Der 1. FC Köln kann Hübers keinen neuen Vertrag geben, bevor nicht einer der wertvollsten Spieler verkauft ist. Der Poker um Kölns Sebastiaan Bornauw (22) dauert noch an. Wolfsburgs Sportboss Jörg Schmadtke soll 8 Millionen Euro geboten haben, Köln 10 Millionen Euro verlangen.

Irrsinnige Summen, verglichen mit dem geringen Preis, den Köln für einen guten Verteidiger wie Hübers bezahlen müsste: ablösefrei, dazu ein Gehalt von einer halben Million Euro pro Saison. Vor zwei Jahren hätte ein Bundesliga-Klub nicht einen Moment gezuckt, aber die Corona-Krise hat Klubs wie Köln zu hart erwischt. Plötzlich fällt jeder Cent ins Gewicht.