09. Juli 2020 / 11:10 Uhr

Terodde, Ducksch, Weydandt, Dursun: Braut sich da ein 96-Wirbelsturm zusammen? 

Terodde, Ducksch, Weydandt, Dursun: Braut sich da ein 96-Wirbelsturm zusammen? 

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sie stehen in der 2. Bundesliga für Tore: Simon Terodde (von linsk), Marvin Ducksch, Hendrik Weydandt und Serdar Dursun.
Sie stehen in der 2. Bundesliga für Tore: Simon Terodde (von linsk), Marvin Ducksch, Hendrik Weydandt und Serdar Dursun. © imago images
Anzeige

Mit einigen "Wenns" und "Abers": Bei Hannover 96 könnte sich ein Wirbelsturm zusammenbrauen. Marvin Ducksch hat zuletzt mit Toren nicht gegeizt, und wenn jetzt noch Hendrik Weydandt bleibt und Serdar Dursun kommt, verfügen die Roten über eine geballte Offensivpower. Auch Simon Terodde ist wohl ein Thema.

Die gute Nachricht für die Planer von Hannover 96 vorweg – der Saisonstart wird wohl weiter in den September verschoben. Der von der DFL angekündigte Beginn zum 28. August ist nach einem Votum der Zweitligisten gekippt worden. Auf die Bestätigung seitens der DFL wartet 96 allerdings schon seit Tagen. Es soll nun vermutlich erst am 18. September losgehen. „Der Zeitdruck ist dann weg“, sagt 96-Profichef Martin Kind. „Wir können gelassen die neue Mannschaft zusammenstellen.“

Anzeige

Vier Wochen noch, um den Aufstiegskader zu basteln

Trainer Kenan Kocak wünscht sich sechs Wochen Vorlauf zur Vorbereitung – Dienstantritt für die Profis wäre damit etwa am 7. August. Bis dahin sollte das neue Team komplett sein. Heißt: Vier Wochen bleiben, um am Kader zu basteln. Mit dem klaren Ziel Aufstieg.

Gesucht wird für alle Mannschaftsteile, vom Torwart bis zum Sturm. Besonders wichtig wird der Angriff. „Die Offensive entscheidet die Spiele“, hat Kind von Sportchef Gerhard Zuber und Kocak mitbekommen. Die Defensive sollte aber auch sicher stehen.

Anzeige
Mehr über Hannover 96

Mit Marvin Ducksch hat 96 bereits einen treffsicheren Spieler bis 2022 unter Vertrag. Sollte Hendrik Weydandt bleiben und dazu Serdar Dursun aus Darmstadt verpflichtet werden, wäre ein Wirbelsturm aus drei Torjägern beisammen, der 96 zum Aufstieg schießen soll.

96-Wirbelsturm hängt von vielen Faktoren ab

In Zahlen, nur für die 2. Liga: Ducksch erzielte bei 28 Einsätzen 15 Tore und lieferte acht Assists. Dursun steht bei 34 Einsätzen, 16 Toren und sieben Vorlagen. Weydandt bei 27 Einsätzen, neun Toren und fünf Assists. Addiert man das, käme 96 auf 40 Tore durch die drei Stürmer.

Natürlich ist das nur ein Zahlenspiel. Keiner weiß, ob es so kommt, das hängt ja auch von vielen anderen Faktoren ab. Aber die 96-Planer dürfen ja mal so rechnen. Kleiner Nachteil allerdings – es müsste immer einer von der Bank kommen. Die im Fußballneudeutsch so genannten Boxspieler Dursun und Weydandt dürften nur selten gleichzeitig auf dem Platz stehen.

Hendrik Weydandts Fußballkarriere in Bildern:

Hendrik Weydandt (rechts) begann seine Fußballkarriere beim TSV Groß Munzel. Zur Galerie
Hendrik Weydandt (rechts) begann seine Fußballkarriere beim TSV Groß Munzel. ©

Ähnlich war es ja in der vergangenen Rückrunde nach der Verpflichtung von John Guidetti. Kocak setzte abwechselnd auf zwei Pärchen – jeweils einen spielenden Stürmer wie Ducksch oder Cedric Teuchert, dazu einen Mittelstürmer wie Guidetti oder Weydandt. Die Zuteilung wechselte, Ducksch spielte mal mit Weydandt und mal mit Guidetti. In der neuen Saison wären es dann Weydandt und Dursun, die mit Ducksch koalieren müssten.

Eine Alternative zum Ex-Düsseldorfer ist erst mal nicht vorgesehen. Teucherts Leihe ist ausgelaufen, er ist wieder auf Schalke. Es soll auch kein Zurück mehr geben. Kocak nennt Teuchert zwar „einen Qualitätsspieler“, aber Teil zwei der Anforderungen erfüllt er wohl nicht. Der Trainer fordert „Qualität und Mentalität“ von seinen Spielern.

Wie Jamie Vardy: Diesen 15 Spielern gelang erst spät der Durchbruch im Profigeschäft

Vom Bolzplatz auf die große Bühne wie Hendrik Weydandt und Jamie Vardy. Diese Spieler waren lange Zeit im Amateurbereich oder unterklassig aktiv, bis ihnen der Profidurchbruch gelang. Zur Galerie
Vom Bolzplatz auf die große Bühne wie Hendrik Weydandt und Jamie Vardy. Diese Spieler waren lange Zeit im Amateurbereich oder unterklassig aktiv, bis ihnen der Profidurchbruch gelang. ©

Mit den drei Stürmern soll es aber noch nicht genug der Offensive sein. „Zwei schnelle Außen“ sucht 96 laut Kind noch. „Die Boxspieler müssen ja gut bedient werden.“ Klingt nach einem guten Plan für die Offensive. Die schlechte Nachricht dabei ist, dass Weydandts Entscheidung aussteht, ob er bleibt oder ein Angebot aus der 1. Bundesliga annimmt.

Doch womöglich eröffnen sich noch weitere Möglichkeiten. So will Köln Simon Terodde abgeben, der Vertrag läuft nur noch ein Jahr. In der Bundesliga kommt der Stürmer nicht so gut klar. In seinen 220 Zweitligapartien erzielte er aber 118 Tore und wurde dreimal Torschützenkönig. Der HSV soll Interesse haben, bei 96 denkt man auch mal über den 32-Jährigen nach. Für Tore ist Terodde schließlich immer gut.