19. November 2020 / 17:14 Uhr

Keine Ruhe in Würzburg, Labbadia wünscht Trares fürs 96-Spiel: „Du rockst das“

Keine Ruhe in Würzburg, Labbadia wünscht Trares fürs 96-Spiel: „Du rockst das“

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 Wiedersehen in der Liga: Im Pokal feierte 96 einen ungefährdeten 3:2-Sieg in Würzburg.
Wiedersehen in der Liga: Im Pokal feierte 96 einen ungefährdeten 3:2-Sieg in Würzburg. © imago images/foto2press
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Sie sind das sieglose Schlusslicht der 2. Bundesliga, haben mit Bernhard Trares bereits den dritten Trainer und kommen wie eine Wundertüte daher: die Würzburger Kickers, am Sonntag (13.30 Uhr) Gastgeber für Hannover 96.

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Was Leute von Felix Magath halten, scheint Felix Magath weitestgehend egal. Kein Wunder also, dass der 67-Jährige sich in seiner Position als Entscheider bei den Würzburger Kickers zu Beginn der Länderspielpause noch mal für den Fußballspruch des Jahres bewarb.

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Nur drei Tage, nachdem er Mittlerweile-Ex-Trainer Marco Antwerpen (ja genau, der Aufstiegscoach von Eintracht Braunschweig) sein Vertrauen ausgesprochen und versichert hatte, dass der „in Ruhe weiterarbeiten“ könne, warf Magath den Kurzzeitcoach raus. Nach nur fünf Spielen im Amt. Und Magath? Der kommentierte zynisch-entspannt: „Der Trainer kann weiter in Ruhe arbeiten – nur halt woanders. Wo ist das Problem?“

Die aktuellen Marktwerte der Spieler von Hannover 96 laut transfermarkt.de (Stand: 18. November 2020)

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Führungsstelle für Schuppan geschaffen

Das Problem bei Würzburg ist auch die fehlende Kontinuität. Der Zweitligaaufsteiger ist Tabellenletzter mit nur einem Pünktchen aus sieben Spielen. Der Verein kommt einfach nicht zur Ruhe, hat bereits den dritten Trainer in dieser noch jungen Saison – ziemlich rekordverdächtig. Dabei ist Magath streng genommen gar nicht bei den Kickers angestellt, aber als Fußball-Chef bei Hauptsponsor Flyeralarm eben doch mit einer gewissen Allmacht ausgestattet.

Seit zehn Tagen sitzt nun Bernhard Trares auf dem Trainerstuhl, der wie ein Schleudersitz erscheint. Sein Debüt gibt er gegen 96 am Sonntag (13.30 Uhr). Außerdem installierte Magath in dieser Woche den Ex-Profi und Aufstiegshelden Sebastian Schuppan (34) als Sportvorstand. Der hatte Würzburg Anfang Juli per Elfmeter in die 2. Liga geschossen, danach aber seine Karriere verletzungsbedingt beenden müssen.


Pokalsieg ist nicht mehr viel wert

Die Führungsstelle war extra für Schuppan geschaffen worden, eine Idee, die Magath forciert haben soll. Ob das den Startpunkt für mehr Kontinuität und Ruhe bei den Kickers markiert?

Klar ist schon jetzt, dass Hannovers 3:2-Pokalsieg bei den Kickers aus dem September nicht mehr viel wert ist. Der war zwar nicht so knapp, wie das Ergebnis klingen mag, weil Würzburg spät zwei Tore erzielte für die Ergebniskosmetik, aber: „Wir treffen auf eine gute Mannschaft, die man nicht mehr mit der aus dem Pokalspiel vergleichen kann“, weiß 96-Trainer Kenan Kocak. Er ist gewarnt: „Sie haben mit viel Pech Punkte zu Hause verloren gegen Mannschaften wie Kiel oder Fürth, wo sie die bessere Mannschaft waren. Wir müssen alles investieren.“

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"Du rockst das Ganze"

Trares und sein Team müssen hingegen einiges für die Mission Klassenerhalt investieren. Dafür bereitete der neue Coach seine Profis in einem Kurztrainingslager in Bad Mergentheim südwestlich von Würzburg vor. Trares war zufrieden: „Wir hatten fantastische Bedingungen“ – und gute Einheiten, findet auch Mittelfeldspieler David Ko­pacz: „Für den Teamzusammenhalt waren die Tage sehr wichtig. Ich bin überzeugt davon, dass uns das noch mal einen Schub gibt.“ 96 ist gewarnt.

Hertha-Coach Bruno Labbadia wünschte seinem früheren Teamkollegen Trares einen Heimsieg beim Debüt. „Ich drück dir für Hannover für das erste Heimspiel alles was ich habe ganz fest und wünsche dir einen Heimsieg“, sagte der Berliner Erstligacoach in einem am Donnerstag veröffentlichten Video. Labbadia betonte: „Du rockst das Ganze.“