08. September 2020 / 07:05 Uhr

Wunschspieler aus Frankfurt: Hannover 96 will Innenverteidiger Simon Falette

Wunschspieler aus Frankfurt: Hannover 96 will Innenverteidiger Simon Falette

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannover 96 ist stark interessiert an Frankfurts Simon Falette.
Hannover 96 ist stark interessiert an Frankfurts Simon Falette. © imago images/DeFodi
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Zuletzt war er an Fenerbahce Istanbul ausgeliehen, verstärkt er bald die Defensive von Hannover 96? Simon Falette, dessen Vertrag bei Eintracht Frankfurt noch ein Jahr gilt, ist der Wunschspieler der Roten für die Innenverteidigung. Es gibt allerdings diverse Interessenten für den Linksfuß.

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In ei­ner Woche wird das erste Pflichtspiel der Saison schon Geschichte sein. Traditionell geht’s mit dem DFB-Pokal los, Hannover 96 wird es beim Zweitliga-Aufsteiger Würzburg nicht leicht haben. Dabei soll es nicht erneut das zuletzt ebenso traditionelle frühe Aus geben. „Historisch betrachtet ist der Pokal ein Desaster“, zählt 96-Chef Martin Kind Pleiten, Pech und Pannen nach dem Triumph von 1992 zusammen. „Wir müssen im Pokal endlich mal wieder vorankommen“, fordert Kind.

Damit jedoch am Montagabend nicht gleich wieder die nächste Enttäuschung folgt, müsste der dringende Hilferuf des 96-Trainers erhört werden. „Wir brauchen auf alle Fälle noch Verstärkungen“, folgert Kenan Kocak aus dem 0:2 bei der Generalprobe in Bremen. Ein Innenverteidiger und ein defensiver Mittelfeldspieler werden ge­sucht.

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<b>Zugänge:</b> Simon Falette (vorerst ablösefrei, von Eintracht Frankfurt) Zur Galerie
Zugänge: Simon Falette (vorerst ablösefrei, von Eintracht Frankfurt) ©

Der Wunschspieler für die Abwehrzentrale ist da­bei ein Frankfurter. 96 kämpft um Simon Falette. Der 28-Jährige hat einen französischen Pass, spielt aber auch in der Nationalelf von Guinea. Er kam 2017 zur Eintracht und war im ersten Jahr auch Stammspieler.

Der linke Fuß ist der starke

Im Januar lieh ihn Fenerbahce Istanbul aus. Der Wechsel stand wo­chen­lang auf der Kippe, weil der türkische Verband wegen Verstößen des Klubs gegen die Financial-Fairplay-Regeln die Freigabe anfangs verweigerte, sie dann aber doch erteilte. Die Kaufoption zog Fenerbahce jetzt aber nicht. Der Vertrag in Frankfurt gilt somit noch ein Jahr.

Er trainiert bei der Eintracht mit, soll aber abgeben werden. Die Frage ist nur, an wen. Mehrere Bundesligisten werben um ihn, 96 schon seit Monaten. Falette erfüllt das 96-Anforderungsprofil perfekt: Der linke ist sein starker Fuß, er ist kopfballstark und gut im Spielaufbau und be­sitzt die notwendige Aggressivität. Dazu gilt er als Teamplayer.

Falette ist als der neue Abwehrchef bei 96 auserkoren. Entscheiden muss aber der frühere 96-Torjäger Fredi Bobic, jetzt Vorstandsboss bei der Eintracht, wohin Falette wechseln darf. Zu einem Konkurrenten in der Bundesliga – oder in die 2. Liga. Eine Leihe mit Kaufoption wäre die 96-Wunschvariante.

Falette hat mehrere Optionen

Vor einem Jahr verhandelte Falette vergeblich mit Fortuna Düsseldorf, im Winter war der 1. FC Köln an ihm interessiert. Vor dem Wechsel in die Türkei sagte Falette: „Es gibt keinen Grund, weshalb ich keinen Klub finden sollte, der mir vertraut.“ Das gilt immer noch.

Einerseits hat Falette mehrere Optionen, andererseits muss 96 haushalten. Die finanziellen Probleme bei den Transfers der sogenannten Unterschiedsspieler erklärt Kind: „Das sind Spieler, die die Bedingungen für die 1. Liga erfüllen, sie haben die Qualität. Aber sie spielen für ein Jahr in der 2. Liga zu anderen Bedin­gun­gen. Es liegt an ihnen, das zu akzeptieren.“ Oder eben nicht.

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Die zweite offene Stelle soll auch noch vor dem Pokalspiel besetzt werden. „In Waldemar Anton haben wir einen wichtigen Spieler verloren, den wir bis dato auch nicht ersetzen konnten“, sagt Kocak, „das muss man wissen. Nicht nur er, auch ein Typ wie John Guidetti, der mitreißen kann, fehlt uns.“

Seinen Wunschspieler fürs defensive Mittelfeld, den Darmstädter Victor Palsson, scheint der Trainer nicht zu bekommen. Darmstadt hat die Freigabe verweigert. Klappt’s nicht bis zum Würzburg-Spiel, bleiben noch drei weitere Wochen für mögliche Transfers. Am 5. Oktober schließt der virusbedingt besonders lange durchlüftete Transfermarkt. Das ist dann nach dem Derby gegen Braunschweig am 3. Oktober – womöglich ein für 96 noch wichtigeres Spiel als das in Würzburg.