22. November 2020 / 15:35 Uhr

96-Meinung: Die Träume vom Aufstieg sind zu hoch gegriffen - das war unterirdisch

96-Meinung: Die Träume vom Aufstieg sind zu hoch gegriffen - das war unterirdisch

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Würzburg obenauf, 96 unten: Symbolisch, wie Kingsley Schindler sich hier wegduckt.
Würzburg obenauf, 96 unten: Symbolisch, wie Kingsley Schindler sich hier wegduckt. © imago images
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In Abwesenheit von Cheftrainer Kenan Kocak enttäuschte Hannover 96 auf ganzer Linie. Beim Tabellenletzten Würzburger Kickers setzte es eine 1:2-Niederlage. Dafür gibt es keine Entschuldigung, meint SPORTBUZZER-Redakteur Dirk Tietenberg, und sieht Klubboss Martin Kind in puncto Wintertransfers in der Pflicht.

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Wenn kein Chef im Haus ist, tanzen bei 96 die Mäuse auf dem Tisch. In Heidenheim vor einem Jahr, einem unseligen 0:4, wirkte die 96-Mannschaft ohne Cheftrainer völlig führerlos. Asif Saric hatte damals wie Sonntag das Kommando mit weiteren zwei Co-Trainer, weil Cheftrainer Kenan Kocak verletzt im Hotel blieb.

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Je länger die Mannschaft am Sonntag ohne ihren Boss an der Seitenlinie auskommen musste, umso schlimmer wurde es. Saric trifft dabei am wenigsten die Schuld. Die Mannschaft hat ihren Trainer und seine Stellvertreter im Stich gelassen.

Bilder vom Spiel der 2. Bundesliga zwischen den Würzburger Kickers und Hannover 96

Torhüter Michael Esser hat den Ball im ersten Versuch nicht richtig zu fassen bekommen. Zur Galerie
Torhüter Michael Esser hat den Ball im ersten Versuch nicht richtig zu fassen bekommen. ©

Länderspielpause keine Entschuldigung

Trainer verletzt? Das ist keine Entschuldigung für den erneut schwachen und immer schwächer werdenden Auswärtsauftritt, diesmal beim Tabellenletzten. So spielt kein Aufsteiger.

Diese Mannschaft hat offensichtlich nicht das Zeug, konstant gute Leistungen wie gegen Braunschweig oder Düsseldorf zu zeigen. Ausgelaugte Nationalspieler sind eine Erklärung, die aber nicht wirklich greift, wenn man erneut sieht, wie wenig Torchancen sich 96 überhaupt herausspielt. Und wenn, werden sie vergeben, wie gestern. Das war spielerisch unterirdisch, die Mentalität rutschte immer weiter in den Keller.


Abstiegsplätze näher als Aufstiegsplätze

96 ist zurzeit dem Abstiegsplatz näher als den Aufstiegsplätzen. Das wird auch Klubboss Martin Kind zu denken geben, auch was das Thema Neuverpflichtungen im Winter angeht.

Wenn auch der Cheftrainer nicht im Stadion war, Kind hat live in Würzburg gesehen, dass die Träume vom Aufstieg zu hoch gegriffen sind. Dem verletzten Kocak wünschen wir gute Besserung. Seine Mannschaft hat sich ohne ihn jedenfalls nicht verbessert. Im Gegenteil.