15. Januar 2020 / 14:52 Uhr

Hammer-Urteil! Vertrag des kaltgestellten 96-Kaderplaners Zuber darf nicht befristet werden

Hammer-Urteil! Vertrag des kaltgestellten 96-Kaderplaners Zuber darf nicht befristet werden

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der Vetrag von Gerhard Zuber bei Hannover 96 besitzt laut Arbeitsgericht unbefristete Gültigkeit.
Der Vetrag von Gerhard Zuber bei Hannover 96 besitzt laut Arbeitsgericht unbefristete Gültigkeit. © HAZ / Maike Lobback
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Das Arbeitsgericht Hannover hat die Klage des kaltgestellten Sportlichen Leiters Gerhard Zuber gegen Hannover 96 zurückgewiesen. Dafür stellte es aber fest, dass der Vertrag des 44-Jährigen unbefristet gültig ist.

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Der kaltgestellte 96-Kaderplaner Gerhard Zuber (44) hat vor Gericht verloren - und eigentlich doch gewonnen.

Das Arbeitsgericht Hannover lehnte die Klage gegen Hannover 96 zumindest teilweise ab. Zuber war vor Gericht gezogen, seit Monaten ging es um Geld und Mobbing-Vorwürfe. Zubers Begründung: Der Klub habe ihm die Kompetenzen und vertraglich zugesicherte Aufgaben entzogen. 96 wollte den Vertrag vorzeitig auflösen, bot Zuber aber eine zu geringe Abfindung. Der Österreicher war rechte Hand von Ex-Manager Horst Heldt, spielt seit dessen Rauswurf in den 96-Plänen praktisch keine Rolle mehr.

Trotz zurückgewiesener Klage: Großer Erfolg für Zuber

Ein Teil der Klage wurde am Mittwoch zurückgewiesen, Zuber errang trotzdem einen großen Erfolg. Uneinigkeit gab es vor dem Urteil auch darüber, wie lange Zubers Vertrag noch läuft - ob bis Sommer 2020 oder ein Jahr länger.

Diese Eigengewächse konnten sich bei Hannover 96 nicht durchsetzen - und das machen sie heute

<b>Fynn Arkenberg (Abwehr, fünf Profieinsätze für 96):</b> Seine Karriere startete der Verteidiger beim TSV Havelse. Von dort aus ging es 2011 in die Jugend von Hannover 96, in der Arkenberg die U17 und die U19 durchlief. Im Jahr 2016 dann der bisherige Höhepunkt seiner Karriere: Gegen die TSG Hoffenheim und gegen den FC Bayern München wurde der damals 20-Jährige zu den Profis berufen. Insgesamt absolvierte er fünf Partien für die erste und 69 Partien für die zweite Mannschaft der Roten, bis er Hannover 96 in Richtung Halle verließ. Zur Galerie
Fynn Arkenberg (Abwehr, fünf Profieinsätze für 96): Seine Karriere startete der Verteidiger beim TSV Havelse. Von dort aus ging es 2011 in die Jugend von Hannover 96, in der Arkenberg die U17 und die U19 durchlief. Im Jahr 2016 dann der bisherige Höhepunkt seiner Karriere: Gegen die TSG Hoffenheim und gegen den FC Bayern München wurde der damals 20-Jährige zu den Profis berufen. Insgesamt absolvierte er fünf Partien für die erste und 69 Partien für die zweite Mannschaft der Roten, bis er Hannover 96 in Richtung Halle verließ. ©
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Das waren die Choreos der Fans von Hannover 96 der letzten Jahre:

Die 96-Fans präsentierten eine aufwendige Choreo für den Pokalheld Jörg Sievers, der Anfang Januar 2020 nach 30 Jahren bei Hannover 96 dem Ruf von Daniel Stendel nach Schottland folgte. Zur Galerie
Die 96-Fans präsentierten eine aufwendige Choreo für den Pokalheld Jörg Sievers, der Anfang Januar 2020 nach 30 Jahren bei Hannover 96 dem Ruf von Daniel Stendel nach Schottland folgte. ©

Profiboss Martin Kind hatte eine von Ex-Manager Heldt vorgelegte Verlängerung zwar nie unterschrieben, Zubers Anwalt Horst Kletke hatte allerdings von einer mündlichen Einigung berichtet. Und die sei bindend.

Zwar entschied das Gericht, dass tatsächlich keine Vertragsverlängerung zustande gekommen sei. Richterin Corinna Thomas stellte aber etwas ganz anderes fest. Arbeitsgerichtsdirektor Kilian Wucherpfennig erklärt: "Herr Zuber hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit Hannover 96. Es gibt keinen Verschleiß." Heißt: Sportdirektoren, Fußballmanager und ähnliche dürfen nach Ansicht des Arbeitsgerichts Hannover niemals befristete Verträge bekommen. Ein Urteil mit Signalwirkung.

Ob das Urteil des Arbeitsgerichts Hannover allerdings nachhaltig Bestand haben wird, ist mehr als fraglich. 96 wird vor die nächsthöhere Instanz ziehen, das Landesarbeitsgericht sitzt ebenfalls in Hannover.

"Mir ist wichtig, dass wir uns mit unserer Ansicht durchsetzen konnten, dass der Vertrag nicht am 30.6.2020 endet", sagte Zuber-Anwalt Kletke dem SPORTBUZZER. Gut für den Kaderplaner. Denn will 96 den Vertrag vorzeitig beenden, wird die Abfindung für den 44-Jährigen wegen der unbefristeten Laufzeit nun noch höher. "Alle Gesprächskanäle sind offen. Da ergibt sich ein anderer wirtschaftlicher Rahmen", betonte Kletke.

+++ Dieser Beitrag wurde aktualisiert. +++