14. Februar 2020 / 09:47 Uhr

Hat das eine Zukunft? Kind will mit Kocak und Zuber weitermachen

Hat das eine Zukunft? Kind will mit Kocak und Zuber weitermachen

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Martin Kind (von links) will sich zurückziehen und mit Gerhard Zuber und Kenan Kocak weiterarbeiten.
Martin Kind (von links) will sich zurückziehen und mit Gerhard Zuber und Kenan Kocak weiterarbeiten. © imago images/Ralph Peters / Julian Stratenschulte/dpa / Florian Petrow
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Der Chef der Profiabteilung von Hannover 96 plant die Zukunft: So sucht Martin Kind einen Nachfolger für sich selbst und so bewertet er die Zusammenarbeit mit Trainer Kenan Kocak und Sportchef Gerhard Zuber.

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Thomas Bertold, Weltmeister von 1990, habe ja keine detaillierten Einblicke bei Hannover 96 und in die 2. Liga. Das gab Bertold beim Fußball-Talk der Neuen Presse zu. Aber so viel konnte er sagen, vor allem zu 96-Profichef Martin Kind, der ebenfalls auf dem Podium saß. „96 ist ein Verein mit Turbulenzen“, sagte Bertold. „Da sollte sich Martin Kind auch hinterfragen, was die Struktur angeht, was die Personen angeht, die er geholt hat.“ Es fehle die "Fußball-Expertise".

Kind: Zuber "immer loyal gewesen"

Mit den aktuellen Experten erklärte sich Kind zufrieden. Er vertraue Trainer Kenan Kocak und den reaktivierten Sportlichen Leiter Gerhard Zuber. Zuber sei trotz der Degradierung nach der Entlassung von Horst Heldt "immer loyal gewesen", erklärte Kind, "und er hat ausgezeichnete Marktkenntnisse".

Die kuriose Reaktivierung nach der Freistellung von Jan Schlaudraff und gleichzeitigem Gerichtsstreit mit Zuber habe nur einen Grund, betonte Kind: "Es geht um eine wichtige Frage für den Profifußball. Die DFL unterstützt uns dabei. Die Frage muss geklärt werden, ob der Vertrag eines leitenden Mitarbeiters nach zwei Jahren unbefristet sein darf.“ Mit der Person Zuber habe die juristische Auseinandersetzung "nichts zu tun".

Die Manager von Hannover 96 seit 1996:

<b>Franz Gerber:</b> Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. Zur Galerie
Franz Gerber: Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. ©

Kind hofft auf Zuber-Zukunft

Anders als oft spekuliert, soll Zuber nicht so schnell wie möglich seinem Förderer Horst Heldt nach Köln folgen, sondern in Hannover bleiben. Ob das Modell Zuber und Kocak bei Hannover 96 Zukunft habe? "Ich hoffe das", sagte Kind. Mit Kocak sei er im ständigen Austausch und möchte "zeitnah" Vertragsgespräche führen. Zuber ist nach einem Urteil des Amtsgerichts ohnehin unbefristet angestellt. 96 legte inzwischen Widerspruch gegen das Urteil ein.

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"Wir brauchen Leute, die Verantwortung übernehmen"

Derweil sucht der 75 Jahre alte Geschäftsführer der Profiabteilung einen Nachfolger für sich selbst. Dabei tut sich Kind aber schwer: "Der Übergang muss vernünftig organisiert und gesteuert werden", sagte er. "Wir brauchen Leute, die Verantwortung übernehmen, die nicht weglaufen in der Krise. Solche Leute suchen wir.“ Es gebe viele Initiativbewerbungen, "außerdem Headhunter", die regelmäßig Kandidaten anbieten.

96 sei als Arbeitgeber "nach wie vor attraktiv". Denkbar wäre eine Spitze nach dem Modell Eintracht Frankfurt mit Fredi Bobic als Chef. Aber nur, "wenn es finanziell vernünftig ist", sagte Kind. Zu viele "Abers" nach Ansicht des Weltmeisters Bertold. „Wenn das Problem erkannt wird, ist das gut, aber man braucht eine Lösung. Immer nur analysieren, das bringt ja auch nichts.“ Dafür bekam Bertold Applaus – und auf dem Podium auch die Zustimmung von Martin Kind.

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