08. September 2020 / 08:49 Uhr

96-Startplan mit 500 Zuschauern: Dürfen gegen den KSC nur Sponsoren ins Stadion?

96-Startplan mit 500 Zuschauern: Dürfen gegen den KSC nur Sponsoren ins Stadion?

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Es scheint auf die verbindliche Regelung von 500 hinauszulaufen, sagt 96-Profichef Martin Kind mit Blick auf zugelassene Zuschauer zum Start gegen den KSC.
"Es scheint auf die verbindliche Regelung von 500 hinauszulaufen", sagt 96-Profichef Martin Kind mit Blick auf zugelassene Zuschauer zum Start gegen den KSC. © imago images/Noah Wedel/Florian Petrow
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Hannover 96 hat zwar ein Konzept erarbeitet, um 10.000 Zuschauer ins Stadion zu lassen, Profichef Martin Kind rechnet jedoch damit, dass zum Auftakt gegen Karlsruhe nach der geltenden Corona-Verordnung nur 500 in die HDI-Arena dürfen. Wahrscheinlich werden das dann Sponsoren sein.

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Vieles muss anders werden in Corona-Zeiten, auch die Saisoneröffnung bei Hannover 96. Die zählt nun nicht unbedingt zu den Top 10 der unverzichtbaren Veranstaltungen. Doch in den vergangenen Jahren kamen stets zwischen 10 000 und 20 000 Fans zur HDI-Arena.

Die Nähe zu den Profis fällt diesmal aus. Es wird keine Bühne aufgebaut, und es werden keine Autogramme geschrieben. 96 versucht die Fans jedoch digital zu entschädigen. Am Mittwoch ab 18 Uhr werden bei der Corona-Saisoneröffnung wie gehabt die Spieler interviewt. Als Gag bietet 96 eine Stadtwette an, abgeschaut bei „Wetten, dass ..?“

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Eine spannende Wette wäre, wie viele Zuschauer bei den ersten Heimspielen in der HDI-Arena zugelassen werden. Der Wunsch von 96-Chef Martin Kind nach einer bundes- und ligaweit einheitlichen Re­ge­lung scheint sich nicht zu erfüllen. So plant RB Leipzig, mit Genehmigung der sächsischen Ämter schon zum Bundesliga-Start Mitte September vor 8500 Zuschauern zu spielen. Hertha BSC setzt auf 4000 Fans für das erste Heimspiel. Beim Test von Union Berlin gegen Nürnberg (2:1) am vergangenen Samstag waren 4500 Zuschauer dabei.

Gespräche mit dem Gesundheitsamt

96 hat ein Konzept erarbeitet, um 10 000 Fans ins Stadion lassen zu dürfen. Platz wäre für 49 000. Es werden aber wohl in zehn Tagen beim ersten Heimspiel gegen Karlsruhe (19. September) deutlich weniger Fans zuschauen. „Es scheint auf die verbindliche Regelung von 500 hinauszulaufen“, kündigt Kind an.

Darüber wird allerdings noch mit dem Gesundheitsamt verhandelt. Noch hofft 96 auf wenigstens 1000 Zuschauer. Man wird aber festlegen müssen, wer ins Stadion darf. Noch sei das nicht entschieden, sagt Kind.

Ein Losverfahren unter Interessenten scheidet aus. Wahrscheinlich wird 96 vor allem die viel zahlende Kundschaft dazubitten, etwa Sponsoren mit ihren Freunden sowie Logenbesitzer. Sie könnten ein wenig dafür entschädigt werden, dass für die vergangene Saison kaum Rückerstattungen verlangt wurden.

Zuversicht bei Gesundheitsminister Spahn

Diese Auswahl dürfte nicht jedem gefallen. Wer außen vor bleibt, kann nur darauf hoffen, dass sich die Zeiten ändern. Gesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit einer baldigen Wiederzulassung von Zuschauern. „Da bin ich sehr optimistisch, dass das flächendeckend gelingt“, sagte Spahn. Er sei sehr sicher, dass „Zug um Zug“ wieder vor Fans gespielt werde.