11. April 2021 / 18:49 Uhr

"Reißleine war alternativlos": Das sagen die Hannover Indians zum bitteren Saisonaus

"Reißleine war alternativlos": Das sagen die Hannover Indians zum bitteren Saisonaus

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nicht zu fassen und unfassbar bitter - ist das vorzeitige Saisonaus für Trainer Lenny Soccio und die Hannover Indians.
Nicht zu fassen und unfassbar bitter - ist das vorzeitige Saisonaus für Trainer Lenny Soccio und die Hannover Indians. © Florian Petrow
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Für die Hannover Indians ist die Saison in der Eishockey-Oberliga Nord beendet, bevor sie mit dem Start der Play-offs in ihre wichtigste Phase gegangen ist. Wegen eines Corona-Falls wurde der ECH aus dem Wettbewerb genommen und trat am Sonntag zum Heimspiel gegen den Herner EV nicht mehr an. Damit hat Herne die nächste Runde erreicht.

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Bereits am Freitag wurde zum Auftakt der Viertelfinal-Serie die Begegnung für den HEV gewertet. Vor der Abfahrt nach Herne wurde bei den Schnelltests ein positiver Befund bei einem Spieler festgestellt. Dieser wurde sofort isoliert und zur PCR-Testung geschickt – mit der Folge, dass das Ergebnis bestätigt und für die Mannschaft vom Gesundheitsamt Quarantäne angeordnet wurde. Nach den Bestimmungen des Deutschen Eishockey-Bundes ist ein Team in einem solchen Fall sofort aus den Play-offs ausgeschieden. 

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„Wir haben am Samstag mit dem Gesundheitsamt telefoniert und die Situation gemeinsam besprochen. Da brauchten wir auch gar nicht groß verhandeln. Es wäre nicht zu verantworten gewesen, dass wir weiterspielen“, sagt Jan Roterberg, kaufmännischer Leiter der Indians. „Denn der Kontakt zu den anderen Spielern war vorhanden.“ Der zuvor letzte negative Test erfolgte am Dienstag.

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13 Monate, dreimal in Quarantäne

Für die Indians ist es binnen 13 Monaten bereits die dritte Quarantäne. Im März 2020, kurz nachdem die Play-offs wegen der beginnenden Pandemie abgesagt worden waren, musste man sich in Isolation begeben. Im Januar war das Team ebenfalls in Isolation und quasi komplett spielfrei. Die damals ausgefallenen Partien hatte der ECH mit einem Mammutprogramm nachgeholt und noch die direkte Qualifikation für die Play-offs geschafft – und nun also das Saisonaus wegen der erneuten Quarantäne. 

„Dass wir die Reißleine ziehen, war alternativlos. Die Spieler haben das verstanden – haben aber trotzdem mit Tränen in den Augen in der Kabine gesessen“, berichtet Roterberg. Für die Play-offs habe man sich etwas ausgerechnet, auch wenn der Kader angesichts zahlreicher Verletzungen dezimiert war. „Die Jungs hatten sich darauf eingeschworen, dass sie etwas schaffen können.“ 

Bowles bleibt den Indians treu

Für die Indians stehen die Play-offs damit weiterhin unter keinem guten Stern. 2018 (gegen Rosenheim) und 2019 (Selb) ereilte sie jeweils in der ersten Runde das prompte Aus. 2020 und 2021 mussten sie vor dem Corona-Virus in die Knie gehen.

Und doch gab es für die Fans der Indians eine gute Nachricht am Wochenende: Parker Bowles hat seinen Vertrag verlängert. Der Kanadier verkündete dies in einer Videobotschaft und grüßte die Fans mit dem Wunsch auf ein Wiedersehen in der nächsten Saison.