12. März 2020 / 20:32 Uhr

Indians in Quarantäne - Fans verzichten auf Rückerstattung der Play-off-Tickets

Indians in Quarantäne - Fans verzichten auf Rückerstattung der Play-off-Tickets

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Indians-Spieler Nick Bovenschen wurde negativ auf das Coronavirus getestet.
Indians-Spieler Nick Bovenschen wurde negativ auf das Coronavirus getestet. © Maike Lobback
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Am Dienstag vermeldete Eishockey-Oberligist Hannover Indians drei Corona-Verdachtsfälle. Alle drei Spieler ließen umgehend einen Abstrich machen, noch liegen nicht alle Ergebnisse vor – das entscheidende Resultat aber schon: ein Spieler ist positiv auf das Virus getestet worden.

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Nur wer ist es? Darüber gab es im Laufe des Donnerstags wilde Spekulationen. Auf ihrer Facebook-Seite vermeldete die Oberliga Nord den ersten Corona-Fall der Spielklasse und zeigte ein Bild von Indians-Verteidiger Nick Bovenschen mit dem Hinweis, dass dieser unter Quarantäne stehe. Das Foto stammt jedoch von der Entnahme des Abstrichs – veröffentlicht vom Spieler in den sozialen Medien. Bovenschen sei negativ getestet worden, lautete als Reaktion auf die Oberliga-Meldung dazu ein Kommentar von Indians-Seite.

Nach SPORTBUZZER-Information soll es sich bei den anderen beiden Spielern um Branislav Pohanka und Igor Bacek handeln. Pohanka ist dem Vernehmen nach positiv getestet worden, Bacek wartet noch auf das Ergebnis. „Wir möchten dazu nichts sagen und, anders als es Hannover 96 gemacht hat, keine Namen nennen“, sagt Indians-Geschäftsführer Andy Gysau.

Fest steht jedoch, dass die komplette Mannschaft ab sofort für 14 Tage in Quarantäne ist. Spätestens jetzt wäre die Saison, hätte der Deutsche Eishockey-Bund sie nicht am Mittwochabend abgesagt, für die Indians beendet gewesen.

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"Machen uns etwas Sorgen um unseren Rocky"

Die Isolation ist eine Vorgabe von ganz oben. „Das hat uns unsere Ärztin auf Anordnung des Gesundheitsamts mitgeteilt. Nur wer in den nächsten 14 Tage Symptome hat, wird sich auf Corona testen lassen“, sagt Gysau. Davon gehe er zwar bei austrainierten Sportlern nicht aus. „Aber wir machen uns etwas Sorgen um unseren Rocky, der ist 76 Jahre alt.“ Rocky, das ist Betreuer-Legende Dieter Neubert. Er hatte genauso in den vergangenen Tagen Kontakt zur Mannschaft und befindet sich daheim in Quarantäne wie Gysau selbst.

Die Bilder der Derbys zwischen den Indians und Scorpions:

Derby im Stadion am Pferderturm vom 16. Februar 2018: Brian Gibbons (Scorpions) guckt nicht begeistert, dahinter jubelt die torhungrige Mannschaft der Indians. Zur Galerie
Derby im Stadion am Pferderturm vom 16. Februar 2018: Brian Gibbons (Scorpions) guckt nicht begeistert, dahinter jubelt die torhungrige Mannschaft der Indians. ©

Indians-Fans verzichten auf Rückerstattung der Play-off-Tickets

Aber es gibt auch gute Nachrichten rund um den Pferdeturm. Viele Fans haben sich gemeldet und verzichten auf die Rückerstattung der Karten, die sie sich für die Play-offs gekauft haben – um so den für die Indians entstandenen Einnahmeausfall zu verringern. „Das freut uns sehr. Dazu werden wir uns noch äußern – bitten aber um Verständnis, denn derzeit sind wir kaum handlungsfähig“, sagt Andy Gysau. Derzeit sind Geschäftsstelle und Fanshop geschlossen, eine Saisonabschlussparty wird es nicht geben. Letzteres gilt auch für die Hannover Scorpions, die mit einer kleinen Feier für die Fans am Samstag geplant hatten. In Abstimmung mit der Gemeinde Wedemark habe man sich für eine Absage entschieden, hieß es vonseiten der Scorpions.

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