30. Dezember 2020 / 07:58 Uhr

"In keiner Situation gut": Indians wollen in Hamburg wieder ihr schönes Gesicht zeigen

"In keiner Situation gut": Indians wollen in Hamburg wieder ihr schönes Gesicht zeigen

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nach der Heimpleite gegen Herford herrschte Frust bei Maximilian Pohl (links) und Nick Aichinger.
Nach der Heimpleite gegen Herford herrschte Frust bei Maximilian Pohl (links) und Nick Aichinger. © Florian Petrow
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Die Leistung beim 2:3 gegen Herford hat keinem bei den Hannover Indians geschmeckt - allen voran nicht Lenny Soccio. "Die Jungs müssen in den Spiegel schauen, dass man eine solche Leistung nicht liefern kann", kritisierte der Coach. Schon am Mittwoch in Hamburg soll sie es wieder besser machen.

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Am Ende wurden sie vorgeführt: In der Partie der Oberliga Nord zwischen den Hannover Indians und dem Herforder EV liefen die finalen 30 Sekunden. Beim Stand von 2:3 spielten die Indians zugunsten eines sechsten Feldspielers ohne Torhüter – abgesehen von Abwehrmann Maxi Pohl, der einen Schuss mit der Hand abwehren konnte. Die Gäste setzten sich in der ECH-Zone fest, behaupteten den Puck und spielten clever die Zeit runter. Schlechter hätte für die Indians das letzte Heimspiel des Jahres nicht verlaufen können. Aber war wirklich alles schlecht?

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Nach der 2:3-Niederlage ging Lenny Soccio hart mit seiner Mannschaft ins Gericht. „Wir waren in keiner Situation gut. Man kann verlieren. Aber vor allem am Pferdeturm muss man von der ersten bis zur letzten Minute Kampf zeigen“, sagte der Trainer – und wurde noch deutlicher: „Die Jungs müssen in den Spiegel schauen, dass man eine solche Leistung nicht liefern kann – schon zum zweiten Mal in dieser Saison.“

Bilder vom Eishockey-Spiel der Oberliga Nord zwischen den Hannover Indians und Ice Dragons Herford

Bilder vom Eishockey-Spiel der Oberliga Nord zwischen den Hannover Indians und Ice Dragons Herford Zur Galerie
Bilder vom Eishockey-Spiel der Oberliga Nord zwischen den Hannover Indians und Ice Dragons Herford © Florian Petrow

Was er damit meinte: Vor zweieinhalb Wochen unterlag seine Mannschaft mit 1:10 beim Herner EV. Die gute Nachricht: Bereits am Mittwoch (19.30 Uhr) besteht die Chance zur Wiedergutmachung. Mit der Partie bei den Crocodiles Hamburg soll ein positiver Jahresabschluss gelingen. „Vielleicht habe ich gegen Herford nicht die richtigen Worte gefunden. Ich werde Gespräche führen und dafür sorgen, dass es nicht erneut passiert“, sagte Soccio.

Wie verwandelte Herforder

Wie eine Reaktion aussehen kann, demonstrierten die Herforder. 48 Stunden zuvor hatten sie bei den Hannover Scorpions eine böse 2:11-Packung erhalten – und kamen nun wie verwandelt zurück, zeigten ein richtig gutes Spiel. Den Herfordern gelang es, der BBP-Reihe der Indians mit Brett Bulmer, Parker Bowles und Branislav Pohanka nur wenige Chancen zu ermöglichen und bei zwei Punkten zu halten. Weil dahinter die Reihe um Thore Weyrauch einen gebrauchten Tag erwischt hatte, war die ECH-Offensive leicht zu neutralisieren. Bei den wenigen Menschen auf der Tribüne herrschte Frust und Ratlosigkeit.

Dennoch: Die Indians haben zehn von 15 Spielen gewonnen, sind Dritter und punktgleich mit Serienmeister Tilburg Trappers – Panikstimmung ist absolut unpassend. Schwarz-Weiß-Denken gibt es auch beim Eishockey: Zwei Tage zuvor wurde Bulmer beim 5:1 gegen Krefeld noch für seinen Hattrick gefeiert, als ein Tor schöner als das andere war.