04. Juni 2020 / 08:35 Uhr

"Blick in die Glaskugel": Hannover Indians halten Lizenzierungsfrist trotzdem ein

"Blick in die Glaskugel": Hannover Indians halten Lizenzierungsfrist trotzdem ein

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mit welchem Zuschauerschnitt soll man in Zeiten der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Auflagen am Pferdeturm rechnen? Indians-Geschäftsführer Andy Gysau kalkuliert mit 2500 Besuchern pro Heimspiel.
Mit welchem Zuschauerschnitt soll man in Zeiten der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Auflagen am Pferdeturm rechnen? Indians-Geschäftsführer Andy Gysau kalkuliert mit 2500 Besuchern pro Heimspiel. © Florian Petrow
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Trotz der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Ungewissheiten: Die Indians haben - wie vom Deutschen Eishockey-Bund gefordert - ihre Unterlagen zur Lizenzierung für die neue Saison fristgerecht zum 1. Juni eingereicht. Viele Angaben glichen einem Blick in die Glaskugel, so Geschäftsführer Andy Gysau.

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Die Hannover Indians haben fristgerecht ihre Unterlagen beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) eingereicht - wie übrigens auch der Lokalrivale Hannover Scorpions. Wie in jedem Jahr hatte der DEB die Frist zum 1. Juni festgelegt, um danach die Lizenzprüfung vorzunehmen. Mittlerweile bestätigt ist auch der Wechsel von Stürmer Roman Pfennings nach Mellendorf.

Es gibt keinen Aufschub

Von besagtem Stichtag wich der Verband trotz der Covid-19-Pandemie nicht ab – auch wenn viele Vereine um einen Aufschub gebeten hatten, um die Saison seriöser planen zu können. „Der DEB wollte, dass wir die Saison so vorbereiten, als wenn sie ganz normal stattfinden würde. So sind manche Angaben in den Unterlagen natürlich ein Blick in die Glaskugel“, sagt Indians-Geschäftsführer Andy Gysau.

Das beginnt schon mit der Einbeziehung von Zuschauerzahlen. Beim ECH kalkulieren die Verantwortlichen mit einem Schnitt von 2500 Zuschauern – etwas mehr als 50 Prozent des maximalen Fassungsvermögens (4608 Besucher) des Eisstadions am Pferdeturm. Ob das in Corona-Zeiten die maximal mögliche Besuchermenge sein könnte, weiß niemand.

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Gysau sagt auch: „Wenn irgendwann Vorgaben kommen, dass gar keine Zuschauer oder maximal 1000 erlaubt sind, dann haben alle Vereine ein Problem und müssen sich damit beschäftigen.“ Enorme finanzielle Engpässe könnten die Folge sein für alle Oberligisten, da auch im Eishockey die Zuschauereinnahmen ein wichtiger Baustein für den Saisonetat sind – anders als im Fußball.

DEB beharrt auf traditionellem Start

Von den Oberligisten der Vorsaison haben die Füchse Duisburg und die Moskitos Essen bereits ihren Rückzug aus dieser Spielklasse verkündet. Medienberichte über Probleme bei den Crocodiles Hamburg sind laut Gysau ein Gerücht. „Die Crocodiles prüfen derzeit nur ihre Lage. Das ist in diesen Tagen ganz normal.“

Bei der Prüfung der Lizenzierungsunterlagen will der DEB etwas moderater als sonst vorgehen. Für den Indians-Geschäftsführer ein richtiges Signal. „Viele Vereine wissen jetzt noch nicht, ob so mancher Partner oder Sponsor im Sommer Probleme bekommt und dann doch abspringt.“ Um diese Gewissheit ein wenig hinauszuzögern, hätte den Oberligisten ein späterer Saisonbeginn gut gepasst – Mitte oder Ende Oktober war der Wunsch. Der DEB beharrt jedoch auf dem traditionellen Start am letzten September-Wochenende.

Die Bilder der Derbys zwischen den Indians und Scorpions:

Derby im Stadion am Pferderturm vom 16. Februar 2018: Brian Gibbons (Scorpions) guckt nicht begeistert, dahinter jubelt die torhungrige Mannschaft der Indians. Zur Galerie
Derby im Stadion am Pferderturm vom 16. Februar 2018: Brian Gibbons (Scorpions) guckt nicht begeistert, dahinter jubelt die torhungrige Mannschaft der Indians. ©

Wie sich dann die Oberliga Nord zusammensetzt, dürfte sich in den nächsten Wochen abzeichnen. In der vor Beginn der Play-offs abgebrochenen Vorsaison bestand die Staffel aus zwölf Mannschaften. Duisburg und Essen sind raus. Mit Herford, Hamm und Diez-Limburg gibt es aber drei Vereine als potenzielle Nachrücker – je nach wirtschaftlicher Stärke dieser sowie der bisherigen Teams scheint möglich, dass es zumindest keine rapide Verkleinerung der Oberliga Nord gibt.

An diesem Freitag steht ein Treffen aller Teilnehmer der Nordstaffel auf dem Programm, der DEB hat dazu nach Leipzig eingeladen. Eine Konferenz mit physischer Anwesenheit mit Vertretern der Vereine, nicht per Video. Auf der Tagesordnung stehen die allgemeine Situation, der Spielmodus, Organisation des Spielbetriebs und natürlich wirtschaftliche Folgen der Pandemie.