10. Juli 2020 / 07:02 Uhr

"Unterlagen perfekt vorbereiten": Indians sind zuversichtlich - und begeistert von Solidarität

"Unterlagen perfekt vorbereiten": Indians sind zuversichtlich - und begeistert von Solidarität

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bei den Hannover Indians herrscht Zuversicht, dass sie auch weiterhin in der Oberliga aufs Eis gehen.
Bei den Hannover Indians herrscht Zuversicht, dass sie auch weiterhin in der Oberliga aufs Eis gehen. © Debbie Jayne Kinsey/privat
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Den ersten Schock nach der Lizenzverweigerung haben die Hannover Indians verdaut. Jetzt geht es darum, das Spielgericht des DEB zu überzeugen, um doch weiter in der Oberliga starten zu dürfen. "Wir werden unsere Unterlagen perfekt anwaltlich vorbereiten lassen", sagt Geschäftsführer Andy Gysau.

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Am Donnerstag kehrte ein wenig Ruhe ein. „Ich habe mein Telefon noch nicht einmal aufladen müssen“, sagt Andy Gysau, Geschäftsführer der Hannover Indians – und lacht. Das war am Mittwoch anders, als die Indians auf ihren eigenen Medienkanälen die Nachricht verkündeten und es die Runde machte, dass der Oberligist vorerst keine Lizenz für die kommende Saison erhält. „Da musste ich gefühlt alle 20 Minuten aufladen.“

"Die Unterstützung ist enorm"

Gysau hatte sich bereits am Mittwoch optimistisch gezeigt, dass die Indians die Zulassung noch nachträglich erhalten, was jetzt nur noch mit einer Klage beim Spielgericht des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) möglich ist.

Für seine positive Grundhaltung sorgt auch der Rückhalt von den anderen Mannschaften aus der Staffel Nord. „Die Unterstützung ist enorm. Das zeigt, wie gut wir alle zusammenhalten und dass die Solidarität nicht nur auf dem Papier besteht“, sagt Gysau und berichtet von Anrufen aus Leipzig, Herne und Hamburg sowie von den Scorpions.

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Was dem DEB klar sein muss: Sollten die Indians und die Icefighters Leipzig, denen genau wie dem ECH seitens des DEB zunächst die Zulassung verweigert worden ist, außen vor bleiben, steht das gesamte Oberliga-Konstrukt auf wackligen Beinen. In der ohnehin angespannten Finanzlage wegen Corona würde eine Staffel mit elf statt 13 Teams weniger Heimspiele bedeuten – und dabei entfielen ausgerechnet die für Fans attraktiven Partien gegen Indians und Ice­figh­ters.

Der Verband könnte sich also sparen, dass ein neuer Rahmenspielplan aufgelegt werden muss und möglicherweise bei den Vereinen ein neuer Finanzplan nötig wird. Essen und Duisburg hatten bereits vor einigen Wochen aus Kostengründen ihren Rückzug erklärt.

Die Bilder der Derbys zwischen den Indians und Scorpions:

Derby im Stadion am Pferderturm vom 16. Februar 2018: Brian Gibbons (Scorpions) guckt nicht begeistert, dahinter jubelt die torhungrige Mannschaft der Indians. Zur Galerie
Derby im Stadion am Pferderturm vom 16. Februar 2018: Brian Gibbons (Scorpions) guckt nicht begeistert, dahinter jubelt die torhungrige Mannschaft der Indians. ©

Fraglich ist aber, ob all dies das Spielgericht überzeugt. Der DEB hat wirtschaftliche Gründe für die Lizenzverweigerung für die Hannoveraner angeführt. Der ECH wird Argumente liefern – und sich dafür gut vorbereiten. „Wir werden jetzt alles sacken lassen und unsere Unterlagen perfekt anwaltlich vorbereiten lassen, damit keine Wünsche offenbleiben“, sagt der Geschäftsführer. Ob mit einer internen oder externen Lösung, werde momentan beraten.

Mit Florian Heinze ist der Chef des ECH-Stammvereins Rechtsanwalt. Bis zu zwei Wochen hat man dafür Zeit, danach erfolgt eine mündliche Anhörung vor dem Gericht mit Sitz in München.