01. April 2021 / 10:19 Uhr

Indians bangen um jeden Spieler: Verletztenzahl vor Play-offs-Endspurt dramatisch 

Indians bangen um jeden Spieler: Verletztenzahl vor Play-offs-Endspurt dramatisch 

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
David Trivellato muss verletzt vom Eis, Brett Bulmer (links) und Philipp Hertel (rechts) stützen ihren Teamkollegen.
David Trivellato muss verletzt vom Eis, Brett Bulmer (links) und Philipp Hertel (rechts) stützen ihren Teamkollegen. © Debbie Jayne Kinsey
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Vor dem Auswärtsspiel bei der EG Diez-Limburg (Donnerstag, 20 Uhr) haben die Hannover Indians gewaltiges Verletzungspech zu beklagen. Die Partie am Samstag in Krefeld fällt wohl wegen eines Corona-Falls beim KEV aus. Gut für die müden Indians-Knochen, schlecht für die Play-off-Wertung.

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Als seine Spieler erschöpft vom Eis kamen, blieb Lenny Soccio an der Tür zur Bande stehen. Jedem „der Jungs“, wie der Trainer der Hannover Indians seine Schützlinge nennt, gab er einen anerkennenden Klaps auf den Helm und zollte ihnen Respekt nach dem 3:1-Erfolg in der Eishockey-Oberliga gegen Erfurt. Viele Jungs konnte er freilich nicht in Empfang nehmen.

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Wie schon bei der 4:5-Niederlage gegen die Scorpions mussten die Indians mit einem Rumpfteam auskommen, wurden jedoch für ihre Moral mit einem Sieg belohnt. Im Vergleich zum Derby schrumpfte der Kader noch mehr zum letzten Aufgebot zusammen. Denn durch die verletzungsbedingten Ausfälle im ersten Drittel von Robby Hein und David Trivellato waren es nur noch vier Verteidiger und sieben Stürmer. Und als zwischenzeitlich Nicolas Turnwald mit Schmerzen auf der Bank eine Pause brauchte, rückte Thomas Pape für ihn in die Abwehr – kurzzeitig verblieben also noch sechs Angreifer, und das alles bereits inklusive Sturm-Azubi Luca Häufler.

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Weyrauch beißt auf die Zähne

Ob Hein, Trivellato, Turnwald oder während des Spiels Thore Weyrauch, der Erfurts Sean Fischer nicht kommen sah und von ihm einen Hit von der Seite bekam – Soccio muss derzeit um jeden Spieler bangen. Weyrauch sammelte sich und kehrte zurück aufs Eis. „Wir haben schon immer einen guten Teamgeist gehabt, das hilft uns jetzt. Mein größter Wunsch wäre, dass die neun fehlenden Spieler schnell gesund werden“, sagt Soccio, der aber von unveränderter Personallage ausgeht.



"Was ist eigentlich mit Morczi?"

Bei solchen Verletzungssorgen kennt die Fantasie keine Grenzen. Nach der Partie gab es viele Gespräche mit folgender Frage: „Was ist eigentlich mit Morczi?“ Morczi, das ist Andreas Morczinietz. Der ehemalige Spieler der Indians, der seine Karriere vor zwei Jahren beendete, war am Dienstag als Co-Kommentator für die Live-Übertragung bei Sprade.TV im Stadion. Morczinietz besuchte die Mannschaft nach der Partie in der Kabine. Überredungskünste werden aber nicht fruchten. „Ich habe seit zwei Jahren nicht mehr trainiert“, sagte Morczinietz und erteilte aufkommenden Gerüchten eine Absage. Schließlich spielt man als 43-Jähriger, auch bei seiner Klasse, die Oberliga nicht aus dem Stand.

Corona-Fall: Spiel in Krefeld fällt voraussichtlich aus

Bereits am Donnerstag treten die Indians in Diez-Limburg an (20 Uhr), am Ostermontag (18.30 Uhr) erneut. Die Begegnung in Krefeld am Sonnabend (15 Uhr) fällt aller Voraussicht nach wegen eines Corona-Falls beim KEV aus – gut zur Regeneration der Indians-Spieler, schlecht mit Blick auf die Tabelle. Denn Montag endet die reguläre Saison. Gegen den Tabellenvorletzten spielen zu „dürfen“, hätte den Punkteschnitt des ECH erhöhen können. Zwischen Platz 6, der letzte direkte Startplatz für die Play-offs, und Rang 8 ist nämlich noch alles drin. Sollten die Indians nicht Sechster werden, treten sie am Mittwoch zu Hause in den Pre-Play-offs an.

Scorpions gehen als Primus in die Play-offs

Mit solch komplizierten Rechenspielen müssen sich die Scorpions nicht beschäftigen. Sie gehen als Primus in die Play-offs, dafür werden sie sich in den drei ausstehenden Partien in Halle (Donnerstag, 19 Uhr), daheim gegen Erfurt (Sonnabend, 18.30 Uhr) und in Herne (Montag, 18.30 Uhr) einspielen.