24. März 2020 / 11:31 Uhr

Eine Frage der Ehre: Oberligisten um Indians und Scorpions vereinbaren Transferstopp

Eine Frage der Ehre: Oberligisten um Indians und Scorpions vereinbaren Transferstopp

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Stopp! Die Hannover Scorpions und Indians unterlassen - wie anderen Oberligisten auch - bis zum 30. April sämtliche Transferaktivitäten.
Stopp! Die Hannover Scorpions und Indians unterlassen - wie anderen Oberligisten auch - bis zum 30. April sämtliche Transferaktivitäten. © Florian Petrow
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Die Mannschaften der Oberliga Nord haben sich darauf verständigt, bis zum 30. April alle Transferaktivitäten zu unterlassen. Auch Vertragsgespräche mit eigenen Spielern sollen auf Eis liegen. Wirtschaftlich konsolidieren statt wildern und abzuwerben steht auf dem Programm.

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In den vergangenen Tagen haben die Hannover Indians mit Nick Aichinger und Santeri Ovaska zwei Neue verpflichtet, zusätzlich verlängerte der Oberligist die Verträge mit mehreren Spielern – alles noch rechtzeitig. Denn in einer gemeinsamen Erklärung haben sich die Vereine der Staffel Nord darauf geeinigt, dass vorerst Transferaktivitäten ruhen sollen, also mit den Stimmen von Indians und Scorpions.

Stopp gilt bis zum 30. April

Bis zum 30. April sollen keine Spielertransfers mehr vorgenommen werden, auch Vertragsgespräche mit den Akteuren aus dem eigenen Kader sollen auf Eis liegen. Dies beschlossen die Vereine in einer Telefonkonferenz.

„Dadurch soll allgemein Ruhe reinkommen. Sinn ist, dass man nicht bei anderen Vereinen wildert und die Spieler abwerben will“, sagt Indians-Geschäftsführer Andy Gysau. Wegen der coronavirusbedingten Absage der lukrativen Play-offs müssen sich die Vereine konsolidieren und alle Gehälter, Kosten und Abgaben auf den Prüfstand stellen – dies hat nun Vorrang, um wirtschaftlich überleben zu können, was ebenfalls eine Absichtserklärung aus der Konferenz war.

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Ob sich alle Vereine daran halten, ist eine Frage der Ehre. Vor allem interne Gespräche mit den Spielern der aktuellen Kader wird niemand kontrollieren können.

4000 Euro von den Fans

Ein wenig den wirtschaftlichen Schaden begrenzen können die Indians durch Einnahmen aus einer Spendenaktion. Unter dem Motto „Hilfe in der Corona-Krise 2020“ konnten Fans einen Zettel ausfüllen, der wie ein Arztrezept aussieht. Mittlerweile kamen 4000 Euro zusammen. „Das ist toll und hilft uns sehr“, freut sich Gysau.

Auf der anderen Seite gleichen diese Einnahmen die Summe wieder aus, die die Indians an Karteninhaber zurückzahlen mussten, die ihr Geld wegen der ausgefallenen Play-off-Heimspiele zurückgefordert hatten.

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