07. Februar 2021 / 19:48 Uhr

Nach Erfurt-Absage: Spontane Derbyplanungen führen zu Streit zwischen Indians und Scorpions

Nach Erfurt-Absage: Spontane Derbyplanungen führen zu Streit zwischen Indians und Scorpions

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Tomi Wilenius (links) erzielt das 1:0 für die Scorpions, Indians-Keeper Keeper David Zabolotny ist geschlagen.
Ein Duell zwischen den Hannover Scorpions und den Hannover Indians konnte am Sonntag nicht über die Bühne gehen. © Florian Petrow
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Das für Sonntag angesetzte Heimspiel der Hannover Indians gegen die Black Dragons fiel aufgrund des Wintereinbruchs aus. Schnell wurde darüber spekuliert, ob die Indians stattdessen ihr Spiel gegen die Scorpions nachholen - doch daraus wurde nichts. Beide Teams hatten im Anschluss unterschiedliche Ansichten dazu, warum es zu keinem Aufeinandertreffen kam.

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In der Eishockey-Oberliga fielen am Sonntag wegen des Wintereinbruchs drei Spiele aus – darunter auch die Begegnung der Hannover Indians gegen die Black Dragons Erfurt. Die Thüringer, deren Bundesland besonders stark vom Schneechaos betroffen war, standen am Vormittag zur Abfahrt bereit – kamen aber nicht vom Parkplatz runter.

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In der Diskussion war, dass die spielfreien Hannover Scorpions gegen die Indians antreten, denn wegen der Indians-Quarantäne im Januar ist ein Derby ohnehin noch offen und bislang ohne Termin. Es kam jedoch zu keinem Aufeinandertreffen – und dazu gibt es von beiden Vereinen unterschiedliche Ansichten.

Bilder vom Eishockey-Spiel der Oberliga Nord zwischen den Hannover Indians und dem Herforder EV

Hoppla! Branislav Pohanka hat's niedergestreckt. Zur Galerie
Hoppla! Branislav Pohanka hat's niedergestreckt. ©

Scorpions geben Derbyzusage

„Es gab am Vorabend Telefonate mit den Indians und dem Verantwortlichen der Oberliga“, sagt Eric Haselbacher, Sportchef der Scorpions, und berichtet von Gesprächen mit Jan Roterberg, kaufmännischer Leiter der Indians, und Markus Schubert, dem Chef der in München beim Deutschen Eishockey-Bund beheimateten Oberliga. „Herr Schubert hat uns gefragt, ob wir im Falle einer Erfurter Absage einspringen würden. Das haben wir bejaht.“

Gegen Mittag, als dann das Erfurter Nichtantreten klar war, habe man von den Indians eine Absage erhalten. „Und das ohne es weiter zu begründen. Dabei haben wir ihnen angeboten, dass wir bei uns oder am Pferdeturm spielen können – sie hätten sich ja sowieso auf ein Heimspiel vorbereitet“, sagt Haselbacher und meint, „dass das unter sportlichen Gesichtspunkten nicht in Ordnung ist. Alle Vereine haben sich in der Liga darauf verständigt, dass wir in dieser Saison flexibel sind und bei Absagen einspringen, damit wir möglichst viele Spiele austragen können.“


Rotenberg findet das Verhalten der Scorpions "peinlich"

Auf Seiten der Indians spricht Jan Roterberg von „einem peinlichen Auftritt der Scorpions“. Eine Zusage für ein spontanes Derby habe er nie gegeben. „Wir hatten kurzfristig über dieses Spiel nachgedacht – sind aber bis Sonntag davon ausgegangen, dass die Erfurter zu uns kommen und eine Anreise versuchen.“

Roterberg berichtet davon, dass es „beim gedanklich ins Spiel gebrachten Derby“ auch eine Diskussion über das Heimrecht gab. „Erst passte es ihnen nicht, in Mellendorf zu spielen. Dann haben sie bei Herrn Schubert angerufen, dass sie doch zu uns kommen wollen“, sagt er und betont, man sei hier nicht bei „Wünsch dir was!“.

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"Am Ende kann es ganz knapp werden mit der nötigen Anzahl der Spiele für die Berücksichtigung zu den Play-offs"

Zwar hatten sich die Indians mit dem geplanten Duell gegen Erfurt prinzipiell auf ein Sonntagsheimspiel vorbereitet, sagt Roterberg. Aber ein Derby sei dann doch etwas anderes, vor allem mit Blick auf die Live-Stream-Übertragung. „Unser Team von Sprade TV ist dann noch anders aufgestellt und bereitet besondere Dinge vor. Das ist nicht ein beliebiger Austauschtermin.“

Der viel zitierte Markus Schubert spricht auf SPORTBUZZER-Anfrage von „einem faden Beigeschmack. Denn Scorpions gegen Indians wäre machbar gewesen. Bislang hat es in der Saison gut geklappt, dass die Vereine zweigleisig planen und es nur darum geht, die Spiele auszutragen.“ Der Leiter der Oberliga verweist darauf, dass außer Erfurt auch die Indians schon viele Spiele im Rückstand sind. „Daher tut es weh, dass eine solche Möglichkeit vergeben wurde – es war alles vorbereitet. Am Ende kann es ganz knapp werden mit der nötigen Anzahl der Spiele für die Berücksichtigung zu den Play-offs.“