17. März 2020 / 11:47 Uhr

Hannover-Marathon in der Warteschleife: Ohne offiziellen Erlass keine Absage

Hannover-Marathon in der Warteschleife: Ohne offiziellen Erlass keine Absage

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Selbst wenn der Hannover-Marathon wider Erwarten stattfindet, würden etliche internationale Topläufer fehlen.
Selbst wenn der Hannover-Marathon wider Erwarten stattfindet, würden etliche internationale Topläufer fehlen. © Michael Wallmüller
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Dass der Hannover-Marathon am 26. April in Zeiten der Corona-Pandemie tatsächlich stattfindet, glaubt inzwischen wohl niemand mehr. Eine Absage gibt es aber noch nicht. Und die wird es mit Blick auf Regressansprüche auch erst geben, wenn es einen offiziellen Erlass gibt. Der gilt bisher nur bis nach Ostern.

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Die Organisatoren des Hannover-Marathons drücken auf die Stopptaste. Die größte Laufveranstaltung Norddeutschlands ist zwar noch nicht offiziell abgesagt. Dass am 26. April aber mehr als 30 000 Athleten in Zeiten der weltweiten Corona-Pandemie unterwegs sein werden, daran glaubt wohl niemand mehr.

"Sind heute In der Prioritätenliste weit weg"

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat für das öffentliche Leben die Reißleine gezogen. Bis nach Ostern gelten strenge Auflagen – danach wolle man die Situation neu bewerten und die Risikofaktoren durch das Virus ausloten. Für den Hannover-Marathon, der eine Woche später im Rennkalender steht, bedeutet dies vor allem: Nichts Genaues weiß man nicht. Der Veranstalter könne zwar von sich aus absagen, müsste dann aber Regressansprüche fürchten.

Nur mit dem klaren Verbot durch das Gesundheitsamt der Region Hannover besteht auch in dieser Frage ein Stück weit mehr Rechtssicherheit. „Wir stehen in der Verantwortung vieler Partner“, betont Michael Kramer, Sprecher vom Veranstalter eichels: Event. Dass das Gesundheitsamt noch nichts zu diesem Termin gesagt habe, „ist wenig hilfreich. Aber um klar zu betonen: Dort müssen die Verantwortlichen über heute, morgen und übermorgen entscheiden. Da sind wir heute in der Prioritätenliste weit weg.“

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Und doch: Im Netz muss sich das Orga-Team jede Menge Kritik gefallen lassen. Hamburg, London – alle Großstädte haben ihre Marathonevents gecancelt. Aber eben mit der förmlichen Rückendeckung durch die Behörden.

Unlängst hat Marathon-Chefin Stefanie Eichel auf die Bremse getreten. Klar ist: Sollte die Veranstaltung noch stattfinden, dann ohne internationale Stars. Läufer aus Kenia dürften schon wegen der Reisewarnung nicht nach Deutschland. Auch weiteren Anfragen von Spitzenläufern der Szene erteilte Eichel eine Absage.

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Auch die Prominenz darf bei so einem Mega-Event natürlich nicht fehlen. OB Stefan Schostok, Moderator Christoph Dannowski mit 96-Stürmer Niclas Füllkrug. Zur Galerie
Auch die Prominenz darf bei so einem Mega-Event natürlich nicht fehlen. OB Stefan Schostok, Moderator Christoph Dannowski mit 96-Stürmer Niclas Füllkrug. ©
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Aktuell nehmen die Organisatoren für keine Strecke noch Anmeldungen entgegen. „Uns ist doch bewusst, dass alle Teilnehmer wissen wollen, woran sie sind. Es müssen Hotelzimmer storniert werden und, und, und“, sagt Kramer verständnisvoll, bitte aber um Geduld. Täglich sei das Team im Austausch mit den Behörden, und klar sei auch: Gesundheit stehe für alle an erster Stelle.

Hoffnung ist längst geschwunden

Ohne offiziellen Erlass aber könne die Veranstaltung nicht jetzt abgesagt werden. Kramer betont, dass er sich nicht wirklich vorstellen könne angesichts der Entwicklung, dass die 30. Jubiläumsveranstaltung wie geplant stattfinden werde. „Diese Situation hatte noch niemand von uns, das ist eine besondere Herausforderung für alle Seiten.“ Noch deutlicher könne er das Coronadilemma nicht betonen.

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