30. April 2021 / 07:22 Uhr

Noch dreimal zubeißen! Aufstieg in DEL 2 für die Scorpions zum Greifen nah

Noch dreimal zubeißen! Aufstieg in DEL 2 für die Scorpions zum Greifen nah

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Macht's vor: Christoph Kozial beißt kraftvoll zu. Hier in die Medaille, im Finale (hoffentlich) gegen Selb.
Macht's vor: Christoph Kozial beißt kraftvoll zu. Hier in die Medaille, im Finale (hoffentlich) gegen Selb. © Florian Petrow
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Das große Ziel zum Greifen nach: Nur noch drei Siege trennen die Hannover Scorpions vom Aufstieg in die DEL 2. Gegner im Finale (Best-of-five-Modus) sind die defensivstarken Selber Wölfe, los geht's am Freitag (20 Uhr) in Mellendorf, wo die Scorpions in den Play-offs noch unbesiegt sind.

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Um es in der Eishockeysprache zu sagen: Zwei Drittel sind geschafft. Den Hannover Scorpions gelangen in den Play-offs der Oberliga sechs Siege, drei weitere fehlen. Diese wollen sie im Finale gegen Südmeister Selber Wölfe erreichen, was gleichbedeutend mit dem Aufstieg in die DEL 2 wäre. Der Auftakt der Serie erfolgt am Freitag (20 Uhr) in Mellendorf.

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Ein Ritual trägt die Scorpions-Spieler durch die Play-offs. Wenn die Mannschaft gewinnt, nimmt sie den Puck mit in die Kabine. Dort befindet sich ein kleines Schränkchen mit neun Fächern. Am Dienstag, als die Spieler nach dem 9:6 gegen Herne in einer Jubeltraube aufs Eis stürmten und die Nordmeisterschaft feierten, schnappte sich Abwehrmann Jan-Niklas-Pietsch fix die Scheibe. Es war Nummer sechs der Play-offs, die der beste Spieler der Partie dann in den Schrank legen muss. Dass Fünf-Tore-Held Patrick Schmid auserkoren war, versteht sich von selbst.

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Kommen Nummer sieben bis neun hinzu? Wie bei den Scorpions liegt die Stärke der Wölfe in der Offensive. Mit Nicholas Miglio, der in 36 Partien 35 Tore und 32 Assists verbuchte, haben sie den Topscorer der Südstaffel in ihren Reihen. Selbs Stammkeeper Michel Weidekamp schied 2017 mit dem Herner EV in den Play-offs gegen die Hannover Indians aus. Coach der Indians damals: Tobias Stolikowski. Der heutige Scorpions-Trainer weiß also, wie man Weidekamp bezwingt.

Defensivstarker Gegner aus Selb

Dennoch: Die Defensive der Wölfe ließ nur 81 Gegentreffer in 36 Saisonspielen zu. In bislang zwölf Play-off-Partien, davon gewann Selb neun, kassierten die Wölfe 26 Tore und erzielten ihrerseits 38 Treffer. Trainer der Wölfe ist Herbert Hohenberger. Der Österreicher, deutscher Meister 1995 mit den Kölner Haien, stand in den vergangenen Jahren in der Oberliga Nord bei den Saale Bulls Halle und den Croco­diles Hamburg an der Bande.

In einer engen Serie kann der Heimvorteil zum großen Plus für die Scorpions werden. Einfach gesagt: Wenn sie alle Partien in der Hus-de-Groot-Eisarena gewinnen, steigen sie auf. Bislang bestritt Stolikowskis Team fünf Play-off-Spiele in Mellendorf – und gewann alle fünf, darunter nervenstark zwei in der Verlängerung sowie zwei bei drohendem Saisonende.

„Wir wissen, was wir in unserem Wohnzimmer können. Außerdem kann ein Faktor sein, dass wir weniger reisen müssen“, sagt Stolikowski. Für die Begegnung am Sonntag in Selb (17 Uhr) gab es Gespräche, ob man einen Tag früher nach Oberfranken fährt oder nicht.

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„Wir haben das mit unseren erfahrenen Spielern besprochen und meinen, dass man in seinem eigenen Bett besser aufgehoben und dann ausgeruhter ist“, sagt Scorpions-Sportchef Eric Haselbacher. Denn die Fahrt mit viereinhalb Stunden sei ähnlich weit wie nach Tilburg oder Rostock.

„Am Sonntagmorgen machen wir für die Jungs einen tollen Brunch mit dem ganzen Gedeck. Dann ist sogar noch genug dabei zum Mitnehmen in den Bus.“