26. April 2021 / 19:57 Uhr

Vor Entscheidungsspiel gegen Herne: Darauf kommt es für die Scorpions an 

Vor Entscheidungsspiel gegen Herne: Darauf kommt es für die Scorpions an 

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Trainer Tobias Stolikowski der Scorpions.
Will mit seiner Mannschaft ins Finale einziehen: Scorpions-Trainer Tobias Stolikowski (Mitte). © Debbie Jayne Kinsey
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Siegen oder fliegen: Die Hannover Scorpions empfangen am Dienstag (20 Uhr) den Herner EV zur entscheidenden dritten Partie im Halbfinale der Eishockey-Oberliga. Bei einem Erfolg würde das Team von Tobias Stolikowski ins Finale einziehen und dürfte um den Aufstieg in die DEL2 spielen, bei einer Pleite wäre die Saison beendet. Wir erklären, worauf es ankommen wird. 

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Ein Spiel entscheidet darüber, ob sich die Hannover Scorpions in die Sommerpause verabschieden oder für die nächste Runde qualifizieren – dies wäre das Finale der Eishockey-Oberliga gegen die Wölfe aus Selb. Zuvor müssen die Wedemärker noch gegen den Herner EV ihre Play-off-Serie absolvieren, die aktuell 1:1 steht.

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Am Dienstag (20 Uhr) kommt es in der Mellendorfer Hus-de-Groot-Eisarena zur finalen Partie. Wir erklären, auf was es ankommt nach den Erfahrungen der bisherigen zwei Begegnungen.

Bilder vom ersten Finale der Oberliga Nord zwischen den Hannover Scorpions und dem Herner EV

Hannovers Brett Jaeger im Tor geschlagen: Herne erzielt die 1:0 Führung durch Richard Mueller . Zur Galerie
Hannovers Brett Jaeger im Tor geschlagen: Herne erzielt die 1:0 Führung durch Richard Mueller . ©

Die Ausgangslage

Beide Mannschaften haben ihr Heimspiel 3:2 nach Verlängerung gewonnen. Am Freitag gelang Victor Knaub das Siegtor für die Scorpions, am Sonntag machte Patrick Asselin die Herner froh. Zwei Partien also ohne Sieger nach regulärer Spielzeit – es ist die enge Serie, die im Vorfeld erwartet wurde. „Darauf haben wir uns eingestellt und wissen, dass es auf Kleinigkeiten ankommt und wir Geduld haben müssen“, sagt Scorpions-Trainer Tobias Stolikowski.

Die Torhüter

Die erwähnte Geduld ist auch auf Björn Linda gemünzt. Hernes Keeper zeigt sich so stark wie erwartet. Die gute Nachricht: Er ist bezwingbar. Auf der Gegenseite hält Brett Jaeger aber ebenso überragend und scheint nach überstandener Verletzung rechtzeitig in Form zu kommen. Spiel 3 in Mellendorf kann daher auch ein Duell der Torhüter werden – eventuell sogar im Penaltyschießen, das es bei einer torlosen Verlängerung geben würde.

Die Spielverläufe

Beide Partien verliefen nach gleichem Muster: Herne führte zweimal, Stolikowskis Team glich zum 1:1 und 2:2 aus. Dann folgte die Verlängerung. Das erste Tor zu erzielen, wird daher umso wichtiger werden für die Scorpions. Denn bei eigener Führung lässt es sich auch vom Kopf her einfacher spielen mit Blick auf Linda, der die Wedemärker am Freitag zwischenzeitlich zur Verzweiflung brachte.

Die Sturmreihen

Wie auch in den Runden zuvor ist die KKK-Reihe mit Christoph Kabitzky, Christoph Koziol und Victor Knaub die produktivste Formation der Scorpions. Drei der fünf Tore gegen Herne gehen auf ihr Konto. Die Scorpions benötigen mehr Punkte von ihrer ersten Sturmreihe mit Patrick Schmid, Tomi Wilenius und Roman Pfennings. Nach seiner Sperre ist Schmid, der auch Torschütze am Freitag war, wieder dabei. Und ihn brauchen die Mellendorfer auch als „Aggressive Leader“.

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Die Kleinigkeiten

Wenn eine Aktion die Entscheidung bringen kann, kommt es auch auf Glück an – wem springt die Scheibe vor die Füße, wie wird sie abgefälscht. Und natürlich können auch die Schiedsrichter ein Faktor werden. Am Sonntag annullierten die Referees das vermeintliche 0:1 von Koziol, weil das Tor verschoben war. Das Siegtor von Asselin erkannten sie an trotz vermeintlicher Behinderung von Jaeger. Die Scorpions protestierten jeweils nur leicht. Als am späten Sonntagabend das Spielvideo im Internet aufrufbar war, sahen diese Szenen umstrittener aus.

Linda scheint, als Koziol ihn umkurvt, das Tor absichtlich zu verschieben. Bei Asselins Treffer in der Verlängerung drückt Hernes Spieler Marcus Marsall Jaeger runter. Pech also für die Scorpions, die am Freitag wiederum Glück mit den Schiedsrichtern hatten: Diese übersahen in entscheidender Phase einen Wechselfehler der Gastgeber, was dem HEV eine Überzahl beschert hätte. Außerdem hätte es später noch einen zweiten Penalty für Herne geben können.