10. September 2020 / 08:04 Uhr

"Das ist nur gerecht": Indians und Scorpions kriegen Geld aus Corona-Hilfsprogramm

"Das ist nur gerecht": Indians und Scorpions kriegen Geld aus Corona-Hilfsprogramm

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auf Augenhöhe: Die Spieler der Indians und Scorpions sind zum Teil Profis, zum Teil Halbprofis oder Amateure.
Auf Augenhöhe: Die Spieler der Indians und Scorpions sind zum Teil Profis, zum Teil Halbprofis oder Amateure. © Florian Petrow
Anzeige

Gute Nachrichten für die Hannover Indians und Scorpions: Die beiden Eishockey-Oberligisten werden finanzielle Hilfe vonseiten des Bundes bekommen, um die Einbußen infolge der Corona-Pandemie kompensieren zu können. Bisher stand diese Hilfe nur Erst- und Zweitligisten zu.

Anzeige

Auf diese Meldung haben die Eishockey-Vereine aus der Region Hannover gewartet. In der Bundespolitik wird der Weg freigemacht, dass die Corona-Hilfen für Profiklubs auch für die dritten Ligen außerhalb des Fußballs gelten. Dies teilte der Bundestagsabgeordnete Frank Steffel (CDU) mit, bestätigt von Dennis Rohde, haushaltspolitischer Sprecher des Bundestags. „Für die zuschauerrelevanten Klubs ist die Möglichkeit der Beantragung geschaffen“, sagte Steffel.

Bei den Hannover Indians fällt die Reaktion darauf positiv aus. „Das ist eine sehr gute Nachricht, die wir jedoch auch erwartet hatten – vor allem vor dem Hintergrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes“, sagt Jan Roterberg, kaufmännischer Leiter der Indians. Roterberg betont aber, „dass noch nichts offiziell bestätigt ist. Aber es sieht gut aus, dass wir in das Corona-Hilfsprogramm des Bundes reinkommen.“

Mehr Berichte aus der Region

Möglich ist es demnach, 80 Prozent aus dem entgangenen Ticketverkauf erstattet zu bekommen. „Bei uns knallen jetzt nicht die Champagnerkorken. Aber nach erster Durchsicht scheint es keine Hürden zu geben, wonach bei der Beantragung der Hilfe Parameter nicht zutreffen“, sagt Roterberg. Die Oberliga startet, wie berichtet, am 16. Oktober. Noch ist nicht klar, vor wie vielen Zuschauern die Spiele stattfinden können. „Das Geld soll relativ schnell ausgeschüttet werden“, sagt Steffel.

Bisher nur obersten beiden Ligen berücksichtigt

Im Juli hatte der Bundestag Corona-Hilfen für den Profisport in Höhe von 200 Millionen Euro bewilligt. Diese Unterstützung beinhaltet aber nur die jeweils zwei höchsten Spielklassen pro Sportart. Und genau an dieser Definition hatten sich die Eishockey-Vereine der Oberliga gestört. Sie betreiben Profisport, haben entsprechend auch Berufssportler unter Vertrag – fielen aber bislang nicht unter das im Sommer vom Parlament verabschiedete Paket. Weil die Oberliga in Deutschland nur die dritthöchste Spielklasse ist.

Auch Eric Haselbacher, Sportchef der Hannover Scorpions, freut sich über die Aussicht auf Bundeshilfen. „Das ist nur gerecht. Einerseits hat von uns Oberligisten niemand betriebswirtschaftliche Fehler begangen. Und wir machen nichts anderes als Volleyball oder Handball in der zweiten Liga.“ Nun wolle man hoffen, „dass der Haushaltsausschuss des Bundestags die Regelung beschließt“, sagt Haselbacher.

Zuletzt hatten sich die Oberliga-Vereine der Staffeln Nord und Süd zusammengetan. Unter dem Motto „5 vor 12 – hört uns oder verliert uns“ fordern die 26 Vereine Unterstützung aus der Politik, diese Kampagne wird trotz der aktuellen Signale aus dem Bundestag aufrechterhalten. In Bayern gab es dazu schon eine Menge TV-Berichterstattung.