29. April 2021 / 11:20 Uhr

"Scheibenglück verdient": Wie die Scorpions um Matchwinner Schmid sich den Titel holten

"Scheibenglück verdient": Wie die Scorpions um Matchwinner Schmid sich den Titel holten

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Patrick Schmid (Zweiter von links) hatte gegen Herne reichlich Grund zum Jubeln.
Patrick Schmid (Zweiter von links) hatte gegen Herne reichlich Grund zum Jubeln. © Florian Petrow
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Durch ein spektakuläres 9:6 gegen Herne haben sich die Scorpions den Titel in der Oberliga Nord gesichert, nicht zuletzt dank der fünf Tore von Patrick Schmid. "Wir haben uns das Scheibenglück verdient", sagt der Matchwinner. Wichtig auch: eine Ansage von Coach Tobias Stolikowski im zweiten Drittel.

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Roter Teppich, Medaillen um den Hals und ein Mannschaftsfoto mit Pokal: Es wirkte wie das ganz große Gedeck. Doch bislang sind die Hannover Scorpions „nur“ Nordmeister der Oberliga, verdienten sich aber eine Minifeier. Zuvor hatten sie in einem verrückten und ab dem zweiten Drittel vogelwilden Spiel den Herner EV mit 9:6 bezwungen.

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Es war der nötige zweite Sieg in der Serie, der den Wedemärkern den Nordtitel und damit den Sprung ins Aufstiegsfinale einbrachte. In den zwei Partien zuvor hatten beide Mannschaften jeweils ihr Heimspiel mit 3:2 nach Verlängerung gewonnen. Am Freitag startet in Mellendorf die Serie gegen Südmeister Selber Wölfe.

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Es war ein besonderer Abend für die Scorpions – und erst recht für Matchwinner Patrick Schmid. Fünf Tore in einem Play-off-Spiel – das war ihm zuvor noch nie gelungen. „Wir haben immer Vollgas gegeben, die Serie war unglaublich“, sagt Schmid.

Unglaublich auch, dass seinem Team innerhalb von zwei Dritteln acht Tore gegen Hernes Keeper Björn Linda gelungen sind. Linda, beim neunten Scorpions-Tor nicht mehr auf dem Eis, hatte zuvor in der Serie in 145 Spielminuten nur fünf Treffer zugelassen.

Die erste Sturmreihe liefert ab

„Björn ist ein brutal guter Torhüter. Wir haben aber immer an uns geglaubt und uns dann das Scheibenglück verdient“, sagt der 33-jährige Schmid und meint die Entstehung zum 5:5. Eigentlich wollte Schmid quer vors Tor zu Tomi Wilenius passen, die Scheibe sprang aber vom Schläger von Hernes Verteidiger Mike Schmitz ins Netz.

Fünf Treffer von Schmid, vier zum Teil sehenswerte Vorarbeiten des Finnen Wilenius plus der pfeilschnelle Roman Pfennings – die erste Sturmreihe um Schmid hatte endlich geliefert. Im Vorfeld der Partie galt das als Schlüssel zum Sieg, weil diese Formation zuletzt wenig gepunktet hatte. „Wir harmonieren auf dem Eis prima, der Gegner versucht uns oft zu neutralisieren“, erklärt Schmid.

Bilder vom dritten Finalspiel der Eishockey Oberliga Nord zwischen den Hannover Scorpions und dem Herner EV

Bilder vom dritten Finalspiel der Eishockey Oberliga Nord zwischen den Hannover Scorpions und dem Herner EV Zur Galerie
Bilder vom dritten Finalspiel der Eishockey Oberliga Nord zwischen den Hannover Scorpions und dem Herner EV © Florian Petrow

Weniger harmonisch ging es zwischenzeitlich auf der Scorpions-Bank zu – auch unter Beteiligung von Schmid, der sich nach dem Treffer zum 2:4-Zwischenstand lautstark mit Kapitän Alex Heinrich anlegte. Den Scorpions schien im zweiten Drittel das Spiel zu entgleiten.

„Das zeigt, dass die Jungs heiß waren. Es war aber alles zu wild in dieser Phase“, sagte Trainer Tobias Stolikowski und nahm nach dem Tor zum 2:4 eine Auszeit. Weil man in der Eishalle eine Stecknadel hätte fallen hören können, waren seine Worte gut zu verstehen. „Jungs, wir sind dabei, unsere Saison wegzuschmeißen. Wir müssen zeigen, dass wir die beste Mannschaft im Norden sind.“ Eine gute und nachhaltige Auszeit.

Gegen Selb wird sich zeigen, wer das beste Team der gesamten Oberliga ist. Eine Favoritenrolle auszumachen ist praktisch unmöglich, weil es in dieser Saison coronabedingt keinen Nord-Süd-Vergleich gab. Die Wölfe waren im Süden, anders als die Scorpions im Norden, keine Übermannschaft und beendeten die Vorrunde als Zweiter. Der Heimvorteil für die Scorpions, die bislang jedes Play-off-Spiel in Mellendorf gewonnen haben, könnte ein Faktor werden.