22. April 2021 / 10:08 Uhr

"Komme in den Rhythmus": Scorpions-Torjäger Kabitzky dreht in Play-offs auf

"Komme in den Rhythmus": Scorpions-Torjäger Kabitzky dreht in Play-offs auf

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Schade, dass die Saison langsam zu Ende geht: Christoph Kabitzky kommt immer besser in Schwung.
Schade, dass die Saison langsam zu Ende geht: Christoph Kabitzky kommt immer besser in Schwung. © Florian Petrow/privat
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Mit seinen drei Treffern hat Christoph Kabitzky maßgeblich dazu beigetragen, dass die Hannover Scorpions das entscheidende Viertelfinalspiel gegen Hamburg gewonnen haben. Neun Tore in fünf Play-off-Partien - "ich komme wieder in den Rhythmus", sagt der 26-jährige Stürmer. Gerade rechtzeitig.

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Für seinen Treffer zum 6:1, dem Endstand gegen Hamburg, gab’s für Christoph Kabitzky von den Scorpions-Kollegen mal wieder freundschaftlich einen Klaps auf den Hinterkopf. Es war eben alles reine Kopfsache im entscheidenden Spiel der Play-off-Serie gegen die Crocodiles, in dem die Hannover Scorpions den Hut aufbehielten und nervenstark ins Nordfinale der Oberliga einzogen. Sie agierten ab dem zweiten Drittel souverän und mit Köpfchen – gerade auch dank ihres Supertorjägers.

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Nach seinem dritten Treffer des Abends hatte Kabitzky, der erfolgreichste Torschütze der Play-offs, jubelnd auf seinen Helm gezeigt und gestenreich angedeutet, ihn abnehmen und von sich werfen zu wollen. Die Handbewegung hat ihren ursprünglichen Sinn in einer Tradition aus Nordamerika, in der NHL werfen die Fans ihre Mützen aufs Eis – als Anerkennung, wenn einem Spieler ein Hattrick gelingt. Und weil beim Eishockey eben anders als beim Fußball statt der Torabfolge nur das komplette Spiel betrachtet wird, war’s wieder einer für den 26-Jährigen.

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Dafür zollten ihm die Mitspieler Respekt. Aber nicht nur wegen seiner drei Tore agierte Kabitzky auffällig. Im zweiten Drittel warf er sich mutig in einen Schuss, auch dafür gab es Anerkennung von den Kollegen. Die Scheibe prallte vom Profifuß ab und flog in hohem Bogen über das Fangnetz hinaus. „Good Job, Kaba“, rief Julian Airich von der Bank aus – nur der kurze Schreckmoment passte nicht ins positive Bild, als Kabitzky nach der Hilfsaktion vom Eis humpelte.

"Es sind Play-offs, da muss man durch"

In der regulären Saison hatte er mehrere Wochen wegen einer Fußverletzung pausieren müssen. „Es war auch genau der Fuß von damals. Aber egal, es sind Play-offs, da muss man durch“, urteilte Kabitzky und lachte. Und: „So langsam merke ich, dass ich wieder in den Rhythmus komme“, verriet der gebürtige Nürnberger.

Auch nach seinem Comeback im März hatte er zwischenzeitlich noch mal pausiert, vor allem in der Serie gegen Hamburg war ihm der Flow aber anzumerken: Am Freitag im Eröffnungsspiel der Serie war dem Scorpions-Stürmer ebenfalls ein Hattrick gelungen – vollendet in der Verlängerung mit seinem Siegtor zum 6:5-Endstand.

Nun legte er drei Tore nach, das macht in den Play-offs mittlerweile neun Treffer in nur fünf Partien. Im Nordviertelfinale gegen die Rostock Piranhas waren dem Mellendorfer Eisprofi drei Treffer in zwei Spielen gelungen. Damit ist Kabitzky der erfolgreichste Torjäger der gesamten Oberliga. In der Südstaffel kommen einige Spieler zwar ebenfalls auf neun Tore, haben aber bis zu elf Partien absolviert.

Bilder vom dritten Eishockey-Spiel im Play-off-Viertelfinale zwischen den Hannover Scorpions und Hamburg Crocodiles

Bilder vom dritten Eishockey-Spiel im Play-off-Viertelfinale zwischen den Hannover Scorpions und Hamburg Crocodiles Zur Galerie
Bilder vom dritten Eishockey-Spiel im Play-off-Viertelfinale zwischen den Hannover Scorpions und Hamburg Crocodiles © Florian Petrow

Zugabe, aber nicht das eigentliche Scorpions-Ziel – Eric Haselbacher behält den Aufstieg im Auge: „Wir haben unsere erste Pflicht erfüllt, nun wollen wir am Freitag im Nordfinale gegen Herne nachlegen“, betonte der Sportchef, der am Dienstag in der zweiten Drittelpause für eine kurze Irritation gesorgt hatte: „Bitte verlassen Sie das Gebäude!“, dröhnte es zusammen mit einem schrillen Alarmton aus den Lautsprechern.

Ein Versehen. „Neben dem Mischpult gibt es eine Tastatur mit einem neuartigen Kippschalter. Da bin ich wohl aufs falsche Knöpfchen gekommen“, verriet Haselbacher und lachte.

Ohne die falschen Knöpfchen, aber mit Köpfchen wollen Christoph Kabitzky und Co. ab Freitag dem Aufstieg in die DEL2 ein weiteres Stück näherkommen.