15. April 2019 / 17:17 Uhr

Hannover Scorpions unter Druck mit Kampfansage: "Wir sehen uns zu Spiel 4"

Hannover Scorpions unter Druck mit Kampfansage: "Wir sehen uns zu Spiel 4"

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Scorpions wollen am Dienstag gegen Landshut jubeln und in der Serie zum 1:2 verkürzen.
Die Scorpions wollen am Dienstag gegen Landshut jubeln und in der Serie zum 1:2 verkürzen. © Florian Petrow
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Vor Spiel 3 im Play-off-Halbfinale gegen den EV Landshut stehen die Scorpions mit dem Rücken zur Wand und müssen - um ihre Aufstiegschancen zu wahren - am Dienstag in Bayern gewinnen. Mit Druck kennt sich das Team von Dieter Reiss aus, schon im Viertelfinale drehten die Scorpions einen Serien-Rückstand. 

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Er ging am Sonntag nach Spielende mit zusammengespressten Lippen durch das Eisstadion. An der Mimik von Eric Haselbacher, Sportchef der Hannover Scorpions, war die Situation des Eishockey-Oberligisten abzulesen. Die Scorpions verloren gegen den EV Landshut mit 1:4, liegen daher im Play-off-Halbfinale mit 0:2 im Rückstand.

Am Dienstag muss in Landshut (19.30 Uhr) ein Sieg her, sonst ist die Saison für die Scorpions zu Ende. Oder gibt es noch eine Wende? Wenn ja, dann würde die Serie für ein viertes Spiel (Donnerstag, 20 Uhr) nach Mellendorf zurückkehren.

Bilder vom Spiel der Eishockey-Play-offs zwischen den Hannover Scorpions und dem EV Landshut (2. Halbfinale)

Das erste Tor des Spiels: Scorpions-Keeper Christoph Mathis muss hinter sich schauen, Landshut jubelt. Zur Galerie
Das erste Tor des Spiels: Scorpions-Keeper Christoph Mathis muss hinter sich schauen, Landshut jubelt. ©
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Salvarani "wird beginnen"

Fakt ist, dass die Scorpions diese Drucksituation kennen. Im Viertelfinale gegen die Starbulls Rosenheim standen sie ebenfalls mit dem Rücken zur Wand und brauchten einen Auswärtssieg, um dem Play-off-Aus von der Schippe zu springen. Die Mannschaft von Trainer Dieter Reiss gewann mit 7:5 und zwei Tage später Spiel fünf in Mellendorf. In Spiel vier in Rosenheim setzte Reiss auf Ersatztorhüter Enrico Salvarani.

Bei der Niederlage am Sonntag gegen Landshut brachte er seinen zweiten Keeper nach 40 Minuten für Christoph Mathis in die Partie. Salvarani blieb ohne Gegentor und sammelte nicht nur Selbstvertrauen – sondern offenbar auch Spielpraxis für heutet? „Ja, er wird beginnen“, legte sich Reiss bereits fest. „Er ist ein junger Kerl, vielleicht macht er ja verrückte Dinge. Und kennt er diese Ausgangslage aus der Rosenheim-Serie.“

Scorpions müssen Verrücktes vollbringen

Verrücktes muss aber die gesamte Mannschaft vollbringen. Denn der Unterschied zum Viertelfinale gegen die Starbulls: Die Scorpions liegen in der Serie nicht mit 1:2, sondern mit 0:2 im Hintertreffen – müssen also zwei Auswärtsspiele gewinnen, um ihre Aufstiegschance zu wahren. Außerdem: Der EVL ist weitaus besser als der bayrische Nachbar.

In Spiel vier und fünf der Rosenheim-Serie hielten die Scorpions den Starbulls-Topspieler Chase Witala bei null Punkten. Die Landshuter sind aber auf vielen Positionen stark besetzt. Und vor allem: schneller und spielerisch besser. „Schlittschuhtechnisch ist das eine sehr gute Mannschaft. In dieser Hinsicht haben sie schon Zweitliga-Niveau“, sagt Reiss.

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„Wir brauchen jetzt auch einfach mal etwas Scheibenglück“

Zudem zeigten sich die Niederbayern, trotz vieler junger Spieler, sehr abgeklärt vor dem Tor. „Sie nutzen ihre Chancen eiskalt aus, vor allem wenn wir sie durch Fehler dazu einladen“, sagt der Scorpions-Coach. Die Schussstatistiken aus den ersten beiden Partien sind sogar fast ausgeglichen. In Spiel eins lautete der Wert 43:40 für Landshut, in Spiel zwei 34:33 für die Scorpions.

Der Unterschied: Die Wedemärker setzten EVL-Keeper Patrick Berger zu selten unter Druck, verfielen teilweise in das in dieser Saison oft bekannte Muster, die Angriffe zu schön vortragen zu wollen – statt einfach aufs Tor zu schießen und auf Abpraller zu hoffen. Das Paradebeispiel dazu am Sonntag im zweiten Drittel: Sachar Blank hatte in zentraler Position freie Schussbahn, spielte die Scheibe aber nochmal rechts rüber zu Dennis Arnold. Seine Sturmkollege ist Linksschütze, erhielt damit den auch noch ungenauen Pass auf seine Rückhandseite, wodurch sich noch nicht mal ein Torschuss ergab.

Am Montag absolvierten die Scorpions noch in Mellendorf ein lockeres Training, um 11 Uhr ging es per Bus nach Landshut. Dort gehen sie Dienstagvormittag aufs Eis. Und am Abend zählt es dann. Und mit Blick auf das Spiel hatte auch der Sportchef am Sonntagabend seinen Optimismus wiedergefunden. „Wir brauchen jetzt auch einfach mal etwas Scheibenglück“, sagte Haselbacher und verabschiedete sich. „Wir sehen uns Donnerstag zu Spiel vier.“

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