12. Juli 2019 / 14:37 Uhr

"Noch lange nicht durch": Hannover Spartans glauben an den Klassenerhalt

"Noch lange nicht durch": Hannover Spartans glauben an den Klassenerhalt

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kriegen Michael Anderson und die Hannover Spartans in die German Football League 2 noch die Kurve? Abteilungsleiterin Inna Lempert jedenfalls glaubt noch an das Team von Willie James Robinson Jr. (eingeklinkt).
Kriegen Michael Anderson und die Hannover Spartans in die German Football League 2 noch die Kurve? Abteilungsleiterin Inna Lempert jedenfalls glaubt noch an das Team von Willie James Robinson Jr. (eingeklinkt). © Florian Petrow/Oliver Vosshage
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Es läuft nicht rund bei den Hannover Spartans. Sportlich droht dem Aufsteiger nach passablem Saisonstart die direkte Rückkehr in die Drittklassigkeit, der Kader ist geschrumpft, eine große Lücke im Etat konnte nur zum Teil geschlossen werden. Und doch: Abteilungsleiterin Inna Lempert glaubt an eine Wende zum Besseren.

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Nein, gut fühlt sich das alles im Moment gar nicht an. Der letzte Tabellenplatz in der German Football League 2, der 2. Liga des American Football, verstärkt den Frust über eine bisherige Katastrophensaison, die so gar nicht zu der Aufstiegseuphorie der Hannover Spartans vom Beginn passen will. Schlusslicht mit nur einem Sieg, zuletzt setzte es zu­dem deftige Klatschen. Das schmerzt. Gewaltig.

Fünf Chancen noch

Und dennoch: Den Mut haben die bulligen Männer nicht verloren. Fünf Spieltage erwarten das Team noch. Fünf Spieltage, um den direkten Absturz zu verhindern. Samstag in Lübeck soll der erste Wurf gelingen.

American Football gleicht einem Schachspiel – halt nur mit Kühlschränken. Am An­fang der Saison sah es durchaus noch nach vorausschauenden Zügen aus, wie Trainer Willie James Robinson Jr. seine Mannschaft auf- und einstellte. Erst eine knappe Niederlage gegen Solingen, dann der Sieg gegen die Lübeck Cougars. Alles im Soll. Sportlich schien es zu stimmen, ungeachtet der finanziellen He­raus­for­de­run­gen im Hintergrund. Allerdings sollte der Erfolg gegen Lübeck der bislang einzige bleiben.

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Was folgte: Verletzungen, Niederlagen und Missstimmung. Die US-Importe, die in den Spielen eigentlich den Unterschied ausmachen sollen, wurden nicht richtig fit. Und auch Patrick Daley, der Spartans-Quarterback aus Großbritannien, der Gentleman mit dem feinen Händchen, muss aktuell aussetzen. Vom 70-Mann-Kader blieb nicht mehr viel übrig, eines kam zum anderen.„Das ist schon sehr frus­trie­rend, so haben wir uns das alle natürlich nicht vorgestellt“, sagt Abteilungsleiterin Inna Lempert.

Keine Zweifel an Headcoach Robinson

Sie ist eng am Team dran und nimmt Stimmen und Stimmungen wahr. Zweifel am Headcoach hat sie nicht. Noch nicht: „Willi hat einen sehr hohen Football-IQ. Dass nicht jede Entscheidung zu 100 Prozent richtig ist, das will ich gar nicht bestreiten.“ Bei der Vielzahl an Fragestellungen sei das logisch. Die Spieler, und das sei das Ausschlaggebende, würden Robinsons Entscheidungen mittragen: „Das Team und wir als Abteilung stehen im Moment voll hinter ihm. Er ist nicht schuld daran, dass wir da sind, wo wir sind.“

Und doch stellt sich eine Frage: Wie soll es für den GFL-2-Letzten weitergehen? Ganz grundsätzlich. Ein wichtiger Sponsor sprang kurz vor der Saison ab, die dadurch gerissene Finanzlücke konnten die Spartans nur zum Teil schließen. Für die neue Saison – egal, ob 2. oder 3. Liga – muss ein tragfähigeres Konzept her, be­stä­tigt Inna Lempert.

Und wieder nichts! Die GFL2-Football-Männer der Hannover Spartans verlieren auch gegen Solingen, allerdings denkbar knapp. Damit wartet der Aufsteiger weiter auf den 2. Saisonsieg.

Und wieder nichts! Die GFL2-Football-Männer der Hannover Spartans verlieren auch gegen Solingen, allerdings denkbar knapp. Damit wartet der Aufsteiger um Michael Anderson weiter auf den 2. Saisonsieg. Zur Galerie
Und wieder nichts! Die GFL2-Football-Männer der Hannover Spartans verlieren auch gegen Solingen, allerdings denkbar knapp. Damit wartet der Aufsteiger um Michael Anderson weiter auf den 2. Saisonsieg. ©
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Für den Etat bedeutet die Zugehörigkeit zu der höheren Klasse eine Verdoppelung, 120 000 statt 60 000 Euro. Die Spartans-Chefin sagt: „Wir wollen, wenn es irgendwie möglich ist, in der 2. Liga bleiben. Ein Abstieg bedeutet aber sicher nicht das Ende.“

Mit Erfolgserlebnis in die Sommerpause?

Gegen Lübeck am Samstag nun verspricht sich Hannover ein Erfolgserlebnis, um mit einem positiven Gefühl in die einmonatige Sommerpause zu gehen. Ein Signal vom und für das Team, das in den vergangenen Monaten auch intern so machen Konflikt zu überstehen hatte. „Und dann hoffe ich, dass wir fitter in die letzten Spiele gehen können“, sagt Lempert. Mit dem großen und gesunden Kader, der auch zu Saisonbeginn überzeugt hat.

Das Gute am Spielplan: Vier Punkte muss Hannover auf Hamburg aufholen, die Spartans treffen noch auf die unmittelbare Konkurrenz. „Auch wenn das in der aktuellen Situation schwierig erscheint, aber das Ding ist noch lange nicht durch“, sagt Inna Lempert und erinnert sich an das Gefühl vom Ende der vergangenen Aufstiegssaison. An dieses gute Gefühl, das den Spartans zuletzt so sehr abhandengekommen ist ...

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