16. Februar 2021 / 18:55 Uhr

"Interne Differenzen": Hannover United schmeißt Topscorer Joe Bestwick raus

"Interne Differenzen": Hannover United schmeißt Topscorer Joe Bestwick raus

Alexander Flohr
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nie wieder Hannover: United hat sich nach internen Differenzen von Joe Bestwick getrennt.
Nie wieder Hannover: United hat sich nach internen Differenzen von Joe Bestwick getrennt. © Maike Lobback
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Das ist ein Hammer! Die Rollstuhlbasketballer von Hannover United haben den Vertrag mit ihrem Topscorer Joe Bestwick mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Bestwick hätte das Team aus der Bundesliga eigentlich erst zum Saisonende verlassen sollen.

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Am Dienstagnachmittag informierte der Verein seinen Spieler über die Kündigung. „Interne Differenzen lassen eine gemeinsame Beendigung der laufenden Spielzeit aus unserer Sicht leider nicht mehr zu“, sagte Teammanager Udo Schulz. „Wir möchten betonen, dass wir Joe für seine Leistungen in den vergangenen Jahren sehr dankbar sind.“

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In dieser Saison hatte United eigentlich noch ein großes Ziel: das Erreichen der Play-offs. Mit Bestwick. Ist das jetzt überhaupt noch realistisch? Schließlich ist der geschasste Spieler der zweitbeste Scorer der Liga und machte pro Spiel im Schnitt 26 Punkte. Diese Zähler dürften nun vor allem gegen gleichwertige Teams fehlen.

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Play-offs bleiben das Ziel

United-Coach Martin Kluck: „Ich glaube, wir haben uns in den ersten zwei Dritteln der Saison in eine sehr gute Ausgangslage versetzt im Kampf um die Play-offs. Für mich ist das weiterhin das Ziel.“ Beim Auswärtssieg in Frankfurt am vergangenen Sonntag hatte der Trainer bereits auf Bestwick verzichtet.

Er hofft, dass das Team nun noch enger zusammenrückt und die Personalie kompensieren kann. „Ein Spieler wie Joe Bestwick ist in keinem Team der Welt einfach so zu ersetzen“, so Kluck. „Aber es ist eine Entscheidung gefallen, und jetzt sind andere Spieler in der Pflicht. Es wird mit Sicherheit auch Rückschläge geben, da machen wir uns nichts vor.“ Er geht davon aus, dass sein Team in einigen Partien nun in die Außenseiterrolle rücken könnte. Das sei nun „eine tolle Gelegenheit für unsere jungen Spieler zu lernen, Verantwortung zu übernehmen“.

"Von Ärger ist nichts zu spüren"

Bis zum nächsten Ligaspiel am 28. Februar in Wiesbaden hat Kluck noch etwas Zeit, um die Situation um Bestwick mit seiner Truppe zu verarbeiten. Fehlenden Fokus bei seinen Spielern fürchtet er nicht: „Sie sind gefestigt, und alle stehen füreinander ein. Von Ärger ist nichts zu spüren. Jeder weiß, worauf es jetzt ankommt.“