22. November 2020 / 19:25 Uhr

Bestwick-Gala gegen Skywheelers Frankfurt: Hannover United feiert ersten Saisonsieg

Bestwick-Gala gegen Skywheelers Frankfurt: Hannover United feiert ersten Saisonsieg

Tobias Manzke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Er war der entscheidende Mann bei Hannover United: Joe Bestwick (am Ball).
Er war der entscheidende Mann bei Hannover United: Joe Bestwick (am Ball). © Maike Lobback
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Drei von fünf Partien in der laufenden Saison wurden coronabedingt abgesagt, am Sonntag absolvierte Hannover United also erst sein zweites Spiel in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga. Gegen die Skywheelers Frankfurt gelang ein deutlicher Erfolg - vor allem dank Joe Bestwick, der mehr als zwei Drittel der United-Punkte erzielte.

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„Am meisten schmerzt, dass es kein Bier gibt nach dem Spiel“, sagt Jan Haller lachend, als er nach dem 78:59-Sieg gegen die Skywheelers Frankfurt in Richtung Kabine rollt. Im Normalfall gibt es nach den Spielen von Hannover United in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga noch ein nettes Zusammentreffen beider Mannschaften und den Fans am Spielfeldrand mit Essen und Kaltgetränken.

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Corona macht aber vieles unnormal. Das für Sonnabend terminierte Spiel gegen den RSV Lahn-Dill aus Wetzlar muss wegen Infektionen beim Gegner abgesetzt werden. Bereits das dritte von fünf Spielen, in dem United in der Liga nicht antreten kann.

Rollstuhlbasketball-Bundesliga: Bilder der Partie Hannover United - ING Skywheelers Frankfurt

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"Kein richtig schönes Spiel" - doch Bestwick übertrifft alle

Die Partie gestern gegen die Skywheelers aus Frankfurt kann angepfiffen werden – und United an deren Ende den ersten Saisonsieg vor leeren Tribünen feiern. „Ich bin grundsätzlich zufrieden. Aber das war kein richtig schönes Spiel von uns. In der ersten Halbzeit haben wir defensiv nicht das gespielt, was wir spielen wollten“, sagt Trainer Martin Kluck.

Das ist gestern aber egal. Weil in der Offensive Joe Bestwick einen Sahnetag erwischt. Der Center ist der überragende United-Akteur, erzielt 53 der 78 United-Punkte. „Joe hat die Lichter ausgeschossen“, lobt Kluck. Und er hätte wohl noch mehr Körbe versenkt, wenn ihm Kluck nicht rund sieben Minuten Pause im dritten Viertel gegönnt hätte.


"Muss noch mal checken, was ich heute zum Mittagessen hatte"

„Ich weiß nicht mehr genau, was ich heute zum Mittagessen hatte, das muss ich noch mal checken, denn ich brauch es das nächste Mal auch“, sagt Bestwick grinsend nach seiner Gala. Die Frankfurter machten es dem Topscorer aber auch leicht: Bestwick konnte oft die gleichen Würfe nehmen, meist von der rechten Außenseite kam er zu einfach zum Abschluss. „Für mich ist das okay“, sagt er lachend. „Aber es ist schade, dass wir keine anderen Würfe nehmen konnten. Wir brauchen etwas mehr Ausgeglichenheit, was die Punkte angeht.“

Skywheelers finden kein Mittel

Frankfurt schafft es nur einmal, kurz vor dem Ende des ersten Viertels, die Führung zu übernehmen. Ansonsten fanden die Sky­whee­lers kein Mittel gegen Bestwick, waren dazu im eigenen Abschluss nicht genau genug. Der 78:59-Sieg war souverän und nicht gefährdet. „Wir sind zufrieden über die ersten Punkte der Saison“, so der United-Center.

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Training am Limit

Zwei Heimspiele sollen bis Weihnachten noch über die Bühne gehen, wenn es die Corona-Lage zulässt. Das Team wird immer am Donnerstag nach dem Training auf das Virus überprüft, die Kosten für die Testung übernimmt der Verein.

Das United-Team ist in der Krise aber auch am Limit: Gestern standen dem Team nur acht Spieler zur Verfügung. Christoph Lübrecht und Mariska Beijer spielen aktuell aus privaten Gründen nicht. So wird auch das Training schwer: Fünf gegen fünf kann Trainer Kluck nie üben lassen. „Das ist schon ein Riesenaspekt, aber eine Situation“, erklärt der United-Trainer, „die wir nicht ändern können. Wir haben immer gesagt, dass wir nur mit den Leuten spielen können, die das auch gesundheitlich verantworten können.“