15. September 2020 / 14:43 Uhr

Hannovers Leichtathletik mit großen Sprüngen bei den Landesmeisterschaften

Hannovers Leichtathletik mit großen Sprüngen bei den Landesmeisterschaften

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Viele Erfolge für hannoversche Leichtathletinnen und -athleten bei dem Landesmeisterschaften.
Viele Erfolge für hannoversche Leichtathletinnen und -athleten bei dem Landesmeisterschaften. © Abromeit
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Leichtathletik-Landesmeisterschaften: Eintrachts Grewe mit Doppelpack, drei Titel für die Pingpank-Geschwister. Van Amerom eine Klasse für sich.

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Ein Leichtathletik-Fest ist die Landesmeisterschaft der Männer, Frauen und U16-Jugend gewesen – trotz aller Widrigkeiten, Beschränkungen und Hygienemaßnahmen. Doch die Leichtathletikfamilie hielt zusammen, half sich im Erika-Fisch-Stadion von Hannover, wo immer es nur ging.

Auch Uwe Schünemann, Präsident des niedersächsischen Leichtathletik-Verbands, war da keine Ausnahme. Mit seiner Ehefrau Ines war er als Kampfrichter im Hochsprung dabei. „Ich war früher Basketballspieler“, sagte er. Da war er prädestiniert, beim Auflegen der Latte in große Höhen zu greifen. Hannoversche Hochspringer konnte er allerdings nicht bewundern. Die fehlten. Doch im Weitsprung war auf einen vom VfL Eintracht Hannover Verlass. Luis Grewe, vor Wochenfrist noch deutscher Vizemeister der Jugend im Dreisprung geworden, schlug gleich doppelt zu. Erst gewann er den Weitsprung der Männer. Mit seinem 7,05-Meter-Satz war er der einzige im Feld, der die Sieben-Meter-Marke übertraf. Einen Tag später war Grewe auch im Dreisprung nicht zu bezwingen. Allerdings ließ er alle lange zappeln. Erst im vorletzten Durchgang löste er mit seinem 14,41-Meter-Satz den bis dahin führenden Bremer Keno Krieger (14,19) an der Spitze ab.

Impressionen von den Leichtathletik-Landesmeisterschaften 2020 im Erika-Fisch-Stadion

Anne Gebauer. Zur Galerie
Anne Gebauer. ©

Auch auf der 400-Meter-Hürden-Runde lehrten zwei Jugendliche aus Hannover der Männer- und Frauenkonkurrenz das Fürchten. Tom Unverricht (TuS Bothfeld) wählte eine andere Taktik, als vor einer Woche beim Bronzegewinn bei der U20-DM. „Ich bin diesmal voll angegangen, egal was passiert“, sagte Unverricht. Es passierte nicht, dass er einbrach, sondern dass er bis kurz vor dem Ziel mit Meister und Titelverteidiger Jonas Pannevis (LGK Verden/52,66) gleichauf war. Erst nach der letzten Hürde hatte der Gegner das bessere Finish. „Egal. Ich bin dennoch persönliche Bestzeit gelaufen. Mit den 52,83 Sekunden hätte ich bei der DM sogar Silber geholt“, sagte Unverricht.

Keine Konkurrenz für Anne Gebauer

Anne Gebauer, Sechste der Jugend-DM, hatte dagegen bei den Frauen in Niedersachsen keine ebenbürtige Konkurrenz. In 62,03 Sekunden siegte sie mit mehr als fünf Sekunden Vorsprung. „Ich laufe am liebsten hier auf meiner Heimanlage. Das sind mit dem Rad nur 20 Minuten aus der List. Aber wenn ich irgendwann vielleicht mal zu einem Diamond-League-Meeting kommen dürfe, würde ich wohl auch weitere Strecken fahren“, sagte sie mit einem schelmischen Grinsen.

Drei Titel mit Ansage gingen an die Pingpank-Geschwister von Hannover Athletics. Svenja Pingpank drehte im 5000-Meter-Rennen einsam ihre Runden. Nach 17:1609 Minuten hatte sie rund eine halbe Minute Vorsprung. Knapper war es über 1500 Meter, aber nur optisch. „Marie hatte gefragt, ob ich für sie Tempo machen könne, damit sie unter 4:37 Minuten bleibt“, sagte Pingpank. Die Hilfe für Konkurrentin Marie Pröpsting (VfL Eintracht) fand sie selbstverständlich.

Auch wenn sie das richtige Tempo anschlug, klappte es nicht. Am Ende konnte Pröpsting nicht mehr folgen und wurde in 4:41,22 Minuten Zweite. Pingpank gewann locker in 4:32,81 Minuten. Sieg Nummer drei holte ihr Bruder Maximilian Pingpank.

Kuk gönnt Pingpank den Sieg

Doch der musste gegen den Braunschweiger Viktor Kuk im 800-Meter-Rennen kämpfen. Der Plan, mit eine schnellen Anfangsrunde den Rivalen abzuhängen, ging nicht auf, weil Tempomacher Pascal Terbeznik etwas langsamer wurde. „Ich habe den Schatten von Viktor gesehen und wusste dass er dicht hinter mir war“, sagte Maximilian Pingpank. Er änderte seine Taktik und setzte in dem Moment als Kuk ihn auf der Zielgeraden überholen wollte, seinen Spurt an. In 1:53,53 Minuten rang er den Braunschweiger um 0,59 Sekunden nieder. Der zeigte sich fair. „Dir gönne ich den Sieg. Das sage ich nicht oft, aber bei dir schon“, sagte Kuk nach dem Rennen zu Pingpank.

Eine Klasse für sich war Cathinca van Amerom (Hannover 96) im Hammerwurf. Während der Rest der Konkurrenz beim Einwerfen noch übte, entspannte sie auf ihrem Campingstuhl. Nur im Wurfring war sie voll da. Jeder ihrer sechs Versuche hätte zum Sieg gereicht. Der weiteste der 60-Meter-Werferin ging beim Pflichtprogramm auf 58,35 Meter – fast sechs Meter weiter als der Rest der Konkurrenz. Julian Bilsky (VfL Eintracht) war mit seinen 14,49 Metern im Kugelstoß der Konkurrenz ebenfalls um fast einen Meter voraus.