11. Juni 2020 / 16:09 Uhr

Hannovers Tennis-Asse Angelina Wirges und Nicole Rivkin treten bei German Pro Series an

Hannovers Tennis-Asse Angelina Wirges und Nicole Rivkin treten bei German Pro Series an

Sybille Schmidt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Freut sich auf die neue Turnier-Serie: Angelina Wirges.
Freut sich auf die neue Turnier-Serie: Angelina Wirges. © Florian Petrow
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Die Turnierserie wurde eigens für einen Teil der derzeit arbeitslosen Profis und ambitionierte Nachwuchstalente ins Leben gerufen. „Wir wollen die Möglichkeit geben, endlich wieder unter Turnierbedingungen Matches zu spielen“, sagt der Vizepräsident Leistungssport vom DTB, Dirk Hordorff. Gespielt wird unter anderem auch in Hannover.

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Versmold statt Paris, Hannover statt Wimbledon. Für Tennis-Nachwuchssternchen Angelina Wirges hat sich der Turnierplan in den kommenden Wochen dramatisch verändert. Als Nummer 61 der Jugendweltrangliste hätte sie in diesem Jahr eigentlich alle vier Junior-Grand-Slams gespielt. Eigentlich. Bevor Covid-19 auch die internationale Tennistour stoppte und sämtliche Planungen durchkreuzte.

„Das ist ein Stich ins Herz"

„Das ist ein Stich ins Herz, dass ich die Junior-Grand-Slams nicht spielen kann. Ich hatte sie mir durch die guten Ergebnisse im Jahr 2019 erspielt und mich extrem gefreut“ gibt die 17-Jährige, die an der Tennisbase Hannover trainiert, zu. „Immerhin konnte ich noch bei den Australian Open die Stimmung und Atmosphäre kennenlernen. So weiß ich jetzt ganz genau, dass ich diese Turniere auch bei den Damen spielen möchte.“

Derzeit ist fraglich, ob die Tennistour in diesem Jahr überhaupt noch Fahrt aufnimmt. Diese Situation führte im Deutschen Tennis Bund (DTB) dazu, eigens für einen Teil der derzeit arbeitslosen Profis und ambitionierte Nachwuchstalente die German Pro Series ins Leben zu rufen. Mit dabei ist nicht nur Wirges, sondern auch die ein Jahr jüngere deutsche Jugendmeisterin Nicole Rivkin (startet für den DTV Hannover).

Anerkennung der gezeigten Leistungen

„Eine fantastische Chance und eine Anerkennung für die zuletzt gezeigten Leistungen der beiden“, freut sich Julian Battmer, Chef der Tennisbase und damit auch des Bundesstützpunktes Hannover.

Nicole Rivkin
 will es mit Deutschlands Besten aufnehmen. 
Nicole Rivkin will es mit Deutschlands Besten aufnehmen.  © Florian Petrow

Was genau aber ist diese mit immerhin rund 370 000 Euro Gesamtpreisgeld dotierte Turnierserie, die eine Premiere mit 24 Frauen und 32 Männern feiert? „Wir wollen die Möglichkeit geben, endlich wieder unter Turnierbedingungen Matches zu spielen“, erklärt der Vizepräsident Leistungssport vom DTB, Dirk Hordorff.

Fed-Cup-Spielerinnen Barthel und Siegemund auch dabei

Und das sind eine Menge, das Einladungsturnier sieht Vor-, Zwischen-, Halbfinal- und Finalrunden vor. Die Männer – angeführt von Davis-Cup-Spieler Jan Lennard Struff – spielen bereits seit Mittwoch die Vorrunden, die Frauen beginnen kommende Woche.

Dabei tritt Wirges in Versmold, Rivkin in Darmstadt an. Für beide sind die zum Teil prominenten Gegnerinnen ein Reiz, denn am Start sind unter anderen die Fed-Cup-Spielerinnen Mona Barthel und Laura Siegemund sowie Carina Witthöft, die sich nach längerer Pause wieder im Turniergeschehen zurückmeldet. Überdies könnten sie sogar beim nächsten Stopp in Hannover starten.

Zwischenrunde in Hannover

Die Zwischenrunde vom 30. Juni bis 3. Juli wird vom Bundesstützpunkt Hannover auf dem Centre-Court des benachbarten HTV durchgeführt. „Wir sind stolz, dass wir vom DTB beauftragt wurden, und arbeiten schon auf Hochtouren an den Vorbereitungen“, erzählt Julian Battmer.

Das eigens für das Turnier geschriebene Hygienesystem muss exakt umgesetzt werden, Zuschauer sind nach derzeitigem Stand noch nicht zugelassen.

Jeweils eine Zwischen- und eine Bonusrunde mit jeweils vier Spielerinnen werden in Hannover gespielt. Für die drei Zwischenrunden qualifizieren sich die zwölf besten Spielerinnen der Vorrunde, die weiteren zwölf starten in der Bonusrunde. Battmer sagt: „Wir hoffen natürlich, dass entweder Angelina Wirges oder Nicole Rivkin in Hannover dabei sind.“

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Die Spielerinnen jedenfalls brennen auf die Rückkehr ins Turnierleben. „Der Einstieg ins Training lief gut, aber ich weiß nicht, wie schnell ich meinen Rhythmus im Turnier wiederfinde“, sagt Rivkin. Einen Rhythmus, den sie vor der Pause perfekt hatte. Nach zwei Siegen bei internationalen Jugendturnieren wurde sie in der Dominikanischen Republik im Halbfinale nicht von einer Gegnerin, sondern vom Turnierabbruch durch Covid-19 gestoppt.

Auch Wirges arbeitet täglich – sowohl am Bundesstützpunkt Hannover als auch in Stuttgart –, um eine Turniersituation zu simulieren. „Ich freue mich sehr, dass ich die Möglichkeit habe, mitzuspielen.“ Da ist es unter den derzeitigen Bedingungen auch fast egal, dass es in Versmold oder Hannover ist und nicht in Paris oder Wimbledon.