26. September 2019 / 14:14 Uhr

Hannovers WM-Frauen: Springerin Onnen und Läuferin Bulmahn wollen in Doha ins Finale

Hannovers WM-Frauen: Springerin Onnen und Läuferin Bulmahn wollen in Doha ins Finale

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wollen ins Finale: Imke Onnen (links) und Luna Bulmahn.
Wollen ins Finale: Imke Onnen (links) und Luna Bulmahn. © imago images/Ulf Schiller/Chai v.d. Laage
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Die eine ist bei der Leichtathletik-WM in Doha (Katar) auf sich allein gestellt, für die andere läuft alles nur im Team. Dennoch haben Hochspringerin Imke Onnen und Langsprinterin Luna Bulmahn eines gemeinsam: Sie wollen ins Finale.

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Für beide Leichtathletinnen Inke Onnen (Hannover 96) und Luna Buhlmann (VfL Eintracht Hannover) ist es ihre erste WM bei den Erwachsenen, beide wollen in ihrer Disziplin ins Finale – und beide vermissen einen für sie sehr wichtigen Menschen in Doha. Die Vorfreude auf den vorläufigen Höhepunkt ihrer Karrieren ist etwas getrübt.

Am Morgen des Abflugs ins Trainingslager nach Belek (Tür­kei) am vergangenen Donnerstag bimmelte bei Onnen das Handy. Bundestrainer Ta­mas Kiss war dran – mit einer schlechten Nachricht. Bandscheibenvorfall. Kiss blieb zu Hause. „Wir waren beide sehr traurig“, sagt Onnen, „aber ich komme auch so zurecht.“

Imke Onnen: Impressionen

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Imke Onnen: Impressionen ©
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Hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit

Schließlich ging es in Belek vorwiegend um Feinschliff und um Akklimatisierung an die extremen Wetterbedingungen in dem Wüstenemirat Katar, wo gerade Temperaturen um die 40 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit herrschen. Für Kiss sprang die Teamleiterin und Männertrainerin Brigitte Kurschilgen ein, die Onnen auch schon lange kennt. Schließlich trainiert sie Bruder Eike und Freund Falk Wendrich.

Beide verpassten die WM, in Doha sind Mateusz Przybylko sowie Onnen und die für die verletzte Meisterin Marie-Laurence Jungfleisch nachnominierte U23-Springerin Christina Honsel dabei.

Sportbuzzer-Interview mit der Deutschen Meisterin in 400 Meter-Sprint, Luna Bulmahn

Leichtathletin Luna Bulmahn vom VfL Eintracht Hannover

Leichtathletin Luna Bulmahn vom VfL Eintracht Hannover Zur Galerie
Leichtathletin Luna Bulmahn vom VfL Eintracht Hannover ©

Vorfreude ist "riesig"

Vizemeisterin Imke Onnen freut sich „riesig“ auf ihre erste WM. „Das ist schon etwas Besonderes. Ein echtes Highlight“, sagt die 25-Jährige, „ich habe vor, das Finale zu erreichen. Das traue ich mir zu. Ich hoffe, dass alles passt.“ Welche Höhe sie anpeilt, „kann und möchte ich gar nicht konkret sagen“. Fürs Finale muss sie wohl mindestens 1,90 Me­ter überspringen. Ihre WM-Quali-Weite betrug 1,94 Meter. Mutter und Heimtrainerin As­trid Fredebold Onnen traut ihr auch die 1,96 Meter zu. Das wäre schon die Supernorm für Olympia 2020.

„Es wird auf jeden Fall eine Herausforderung bei 40 Grad“, sagt Onnen, „aber die Bedingungen sind ja für alle gleich.“ Am morgigen Freitagabend (18.40 Uhr Ortszeit) steht die Quali an, Montag dann das Finale.

Luna Bulmahn ist am Samstag dran, wenn die Vorläufe der 4x400-Meter-Mixed-Staffel anstehen. Dieser Wettbewerb feiert WM-Premiere. Jeweils zwei Männer und zwei Frauen treten im Team gegen andere Nationen-Quartette an. Die meisten in der Reihenfolge Mann – Frau – Frau – Mann. So will es auch das DLV-Team von Edgar Eisenkolb an­ge­hen. Der Bundestrainer hat die vier von sechs deutschen Läufern noch nicht nominiert. Aber als niedersächsischer Landestrainer kennt er die deutsche Meisterin und Senkrechtstarterin Bulmahn natürlich sehr gut.

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"Waren die ganze Saison unzertrennlich"

Er hätte sich gewünscht, dass Ruth Spelmeyer aus Hannover ebenso dabei ist, stattdessen nominierte der Verband Nelly Schmidt nach. Die Kölnerin komplettiert das junge Team um Bulmahn, Ma­nu­el Sanders, Marvin Schlegel, Tobias Lange und Karolina Pahlitzsch. Für alle ist es die erste WM. Auch deswegen hätte Bulmahn (19) gern die WM- und olympiaerfahrene Spelmeyer an ihrer Seite ge­habt: „Es fehlt eine starke Schulter und erfahrene Teamkapitänin.“ Bulmahn ist „su­per-trau­rig, dass Ruth nicht da­bei ist. Wir waren die ganze Saison unzertrennlich, haben alles zusammen gemacht. Training, Lehrgänge, Wettkämpfe.“

Bulmahn, die mit Spelmeyer in ständigem Kontakt steht, muss den Fokus aber nun auf den Wettkampf lenken. „Su­per, dass ich dabei sein und meine erste WM miterleben kann – und für Deutschland starten darf“, sagt die 19-Jährige und gesteht, ihre Erfolge noch „gar nicht richtig realisiert“ zu haben. Erst der völlig überraschende DM-Titel, dann die WM-Teilnahme.

„Unser Ziel ist, das Finale zu erreichen und dort dann alles zu geben“, sagt Bulmahn, die erst 2018 auf die 400-Meter-Strecke wechselte und innerhalb eines Jahres ihre Bestzeit um drei Sekunden auf 52,37 verbesserte – ihre DM-Titelzeit und ihr Türöffner für die WM.

Entweder Oder mit Luna Bulmahn

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