25. Mai 2020 / 12:40 Uhr

Finanzielle Lage bleibt angespannt: Auf der Neuen Bult herrschen gemischte Gefühle

Finanzielle Lage bleibt angespannt: Auf der Neuen Bult herrschen gemischte Gefühle

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der Hannoversche Rennverein bleibt seinem strengen Konzept treu. Es gibt allenfalls Bemühungen, den Besitzern in begrenzter Zahl wieder die Anwesenheit bei den Prüfungen zu ermöglichen.
Der Hannoversche Rennverein bleibt seinem strengen Konzept treu. Es gibt allenfalls Bemühungen, den Besitzern in begrenzter Zahl wieder die Anwesenheit bei den Prüfungen zu ermöglichen. © imago images/Galoppfoto
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So erfreulich es ist, dass beim zweiten Geisterrenntag auf der Neuen Bult der Wettumsatz gesteigert wurde, und so gut der Hannoversche Rennverein das Hygienekonzept umsetzt, so angespannt bleibt die finanzielle Situation. "Wir meistern die Lage nur dank Solidarität", betont HRV-Präsident Gregor Baum.

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Es gibt kleine Hoffnungsschimmer im Galoppsport. Die Wiederaufnahme der Pferdeprüfungen vor zwei Wochen klappte reibungslos – auch auf der Neuen Bult in Langenhagen. Dort wurden am Himmelfahrtstag schon zum zweiten Mal Rennen unter den Beschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie veranstaltet.

"Wir bleiben dem strengen Konzept treut"

„Es ist uns einmal mehr gelungen, das umfangreiche Hygiene- und Schutzkonzept kompromisslos umzusetzen“, sagt Matthias Seeber, der Geschäftsführer des Hannoverschen Rennvereins (HRV). Und HRV-Präsident Gregor Baum betont: „Wir bleiben dem strengen Konzept treu, ungeachtet aller Lockerungen außerhalb der Rennbahnen.“ Es gibt allenfalls Bemühungen, den Besitzern in begrenzter Zahl wieder die Anwesenheit bei den Prüfungen zu ermöglichen.

Ein erster Vorstoß scheiterte, für die nächsten Prüfungen am 7. Juni besteht aber Hoffnung. „Wir sollten zu diesem Renntag noch einmal einen neuen Antrag stellen“, sagt Baum. „Die zuständige Behörde hat uns in Aussicht gestellt, dass es dann anders aussehen kann, wenn die Fallzahlen weiter zurückgehen.“

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Noch einmal gesteigert hat sich gegenüber der ersten Veranstaltung der Wettumsatz. Er lag bei 455 844,90 Euro – das sind knapp 90 000 Euro höher als am 7. Mai. 376 402,80 Euro wurden im Inland gesetzt, 79 442,10 Euro kamen aus dem Ausland. „Zumindest das Geld aus dem Inland fließt in den Bahntotalisator, weil die Internetbuchmacher auf ihre Provisionen verzichten. Wir sind über dieses Entgegenkommen sehr dankbar“, sagt Baum und ergänzt, dass 21 Prozent dieser Summe an die Veranstalter gehe.

Seeber erklärt, damit könnten womöglich die Kosten für die Durchführung der Himmelfahrtsrennen knapp gedeckt werden. Am 7. Mai musste noch ein Verlust verbucht werden.

Bilder vom Geisterrenntag am 21. Mai auf der Neuen Bult

Die Bilder vom Geisterrenntag am 21. Mai auf der Bult. Zur Galerie
Die Bilder vom Geisterrenntag am 21. Mai auf der Bult. ©

Baum sieht aber weiter keine wesentliche Entspannung in finanzieller Hinsicht. „Die Rennpreise sind halbiert worden, während die Kosten für die Galopper gleich geblieben sind“, sagt der 53-Jährige. Zudem fehlten den Veranstaltern Sponsoreneinnahmen, weil sie keine Renntage mit Programm und Publikum ausrichten dürften. „Wir meistern die Lage nur dank Solidarität“, sagt Baum.

Im Vordergrund bleibt im Galoppsport indessen die Freude, überhaupt wieder Rennen durchführen zu dürfen, um die Galopper für die Zucht einzustufen. „Auch für die Trainer und Jockeys ist es wichtig, dass sie ihrem Beruf wieder nachgehen können“, sagte Baum. So sieht es auch Jockey Martin Seidl aus Köln, der in Hannover am Donnerstag drei Rennen bestritt: „Wir haben ja noch Glück, dass wir reiten dürfen. In England liegt alles brach, und in Frankreich sind die Rennen aus Paris jetzt in die Provinz verlegt worden ...“