19. November 2020 / 18:43 Uhr

47 Jahre, 1287 Siege: Tränen zum Abschied bei Bult-Trainer Hans-Jürgen Gröschel

47 Jahre, 1287 Siege: Tränen zum Abschied bei Bult-Trainer Hans-Jürgen Gröschel

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Galopptrainer Hans-Jürgen Gröschel und Wallach „Adaris“.
Galopptrainer Hans-Jürgen Gröschel und Wallach „Adaris“. © Debbie Jayne Kinsey
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Für Hans-Jürgen Gröschel hat sich in Dresden bei seinem letzten Rennen als Galopptrainer ein Kreis geschlossen.

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Hans-Jürgen Gröschel kämpfte in Dresden mit den Tränen. „Es ist mir heute ein Herzenswunsch, mich hier als Trainer zu verabschieden“, sagte der 77-jährige Galopptrainer von der Neuen Bult in seinem Heimatort. Dann stockte seine Stimme – und die Augen wurden feucht. „Es geht mir nahe ... Dankeschön Dresden!“

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Gröschel war am Mittwoch das letzte Mal als Trainer auf einer Rennbahn. Ende 2020 beendet er seine Laufbahn. In seinem Geburtsort Dresden fing alles an. Am Mittwoch schloss sich der Kreis.

Bilder vom Renntag auf der Neuen Bult am 4. Oktober.

Bilder vom Renntag auf der Neuen Bult am 4. Oktober. Zur Galerie
Bilder vom Renntag auf der Neuen Bult am 4. Oktober. © Florian Petrow

Als Geschenk vom Dresdner Rennverein gab es eine Uhr der Frauenkirche und einen unvermeidlichen Dresdner Christstollen. Dabei hatte Gröschel im Vorfeld schon darüber gestöhnt, dass er so vielen Freunden und Bekannten Unmengen an Stollen mitbringen sollte.

Was klappte: Seine Ehefrau Renate durfte doch mit auf die Rennbahn in Dresden-Seidnitz. Es waren offiziell nur 250 Menschen zugelassen. Organisatoren, Jockeys, Trainer und Pferdepfleger. Gröschel freute es, dass seine Frau nicht im Auto vor der Rennbahn sitzen bleiben musste. Trotzdem „war es schon sehr leer auf der Bahn, das war schade“.

Adaris bleibt chancenlos

Was nicht klappte: ein Sieg zum Abschied. Im vierten Rennen des Tages hatte die zweijährige Stute India wie zu erwarten keine Chance und wurde Fünfte. Aber auch Gröschels Hoffnung Adaris fürs achte Rennen hatte keine Chance auf einen Sieg. Der Wallach wurde in dem Ausgleich III nur Achter. Es bleibt also bei 1287 Siegen auf seinem Konto.

Im selben Rennen wurde der von Bult-Kollege Dominik Mo­ser trainierte Flying Rocket Vierter.

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Blacktype-Status für Perfect Pitch

Moser war im ersten Rennen des Tages in Dresden mit Brümmerhof-Stute Shamdara Dritte geworden, einen Rang hinter Stute Amarcord von Bult-Trainer Bohumil Nedorostek. Seine La Aluna wurde im zweiten Rennen Zweite.

Im Hauptrennen des Tages gelang Nedorostek ein weit wichtigeres Ergebnis. Stute Perfect Pitch wurde in der Listenprüfung „Großer Dresdner Herbstpreis“ Dritte und sicherte sich damit den für die spätere Zucht so wichtigen Blacktype-Status. Perfect Pitch steht wie Amarcord im Besitz von Sabine Goldberg aus Hannover.

Panov jubelt zweimal

Nedorostek reist gleich weiter in seine Heimat Tschechien. Viviene Wells startet am Samstag in Prag im St.-Leger-Rennen über 2800 Meter. Jockey Alexander Pietsch, der das Hauptrennen auf Dato gewann, wird im Sattel sitzen.

Bult-Jockey Wladimir Panov durfte in Sachsen zweimal jubeln. Auf Novika gewann er das dritte Rennen des Tages, ein Ausgleich IV. In der gleichen Kategorie lief auch das sechste Rennen. Hier gewann Panov überlegen auf Wallach Königsstern.

Die Grassaison in Deutschland geht am Samstag in München zu Ende. Dann beginnt die Wintersaison auf Sand. Gröschel wird den einen oder anderen Starter dafür melden, selber aber nicht mehr dabei sein.