27. Februar 2020 / 23:51 Uhr

Tönnies-Kritiker Sarpei kandidiert für Schalke-Aufsichtsrat: "Geht nicht um Clemens oder Hans"

Tönnies-Kritiker Sarpei kandidiert für Schalke-Aufsichtsrat: "Geht nicht um Clemens oder Hans"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hans Sarpei will beim FC Schalke 04 in den Aufsichtsrat. Der Ex-Profi gilt als profilierter Kritiker von Clemens Tönnies, dem Chef des Gremiums.
Hans Sarpei will beim FC Schalke 04 in den Aufsichtsrat. Der Ex-Profi gilt als profilierter Kritiker von Clemens Tönnies, dem Chef des Gremiums. © Getty
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Ein prominenter Ex-Profi will in den Aufsichtsrat des FC Schalke 04 einziehen. Hans Sarpei kandidiert für das Kontrollgremium von S04. Der 43-Jährige gilt nicht zuletzt als Kritiker von Clemens Tönnies, dem Chef des Gremiums. Dieser war im vergangenen Jahr mit Äußerungen negativ aufgefallen, die viele als rassistisch empfunden haben.

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Der Aufsichtsrat des FC Schalke 04 könnte prominenten Zuwachs bekommen. Der frühere S04-Profi Hans Sarpei kandidiert für einen Platz im Kontrollgremium des Bundesligisten. Das erklärte der 43-Jährigen, der von 2010 bis 2012 für die Knappen spielte und inzwischen zu den Kritikern von Aufsichsratschef Clemens Tönnies zu rechnen ist, gegenüber der Zeitung WAZ. Sarpei nannte auch Gründe für seine Kandidatur.

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Er habe sich seit längerer Zeit mit der Frage beschäftigt, wie er dem Fußball und auch der Gesellschaft etwas zurückgeben könne, sagte Sarpei: "Mir war dabei zu jedem Zeitpunkt klar, dass meinen Worten auch konkrete Taten folgen müssen." Diesen Zeitpunkt sah er nun offenbar gekommen. "In einer Zeit, in der eine erfolgreiche Integration keine Selbstverständlichkeit mehr ist, möchte ich mit meiner Kandidatur den Mitgliedern und Fans etwas zurückzugeben", betonte der Ex-Profi.

Sarpei kritisierte Tönnies nach rassistischer Entgleisung

Ein Grund dafür, dass Sarpei sich nun stärker auf Schalke einbringt, dürfte auch der Wirbel um den Aufsichtschef und dessen Entgleisung aus dem Sommer sein. Sarpei hatte Tönnies für dessen von vielen als rassistisch eingestuften Äußerungen über den Kontinent Afrika attackiert und darüber hinaus von Tönnies und dem Klub eine klarere Distanzierung "von Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit" gefordert.

Tönnies hatte im vergangenen August als Redner beim Tag des Handwerks in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren." Nach dem großen öffentlichen Aufschrei ließ Tönnies sein Amt für drei Monate ruhen - eine Buße, die vielen Schalkern nicht weit genug ging.

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Sarpei-Appell: "Schalke war immer dann am stärksten, wenn wir als Team aufgetreten sind"

Seine Kandidatur sei keine gegen Tönnies, stellte Sarpei allerdings fest. "Jeder von uns macht Fehler. Schalke wird jedoch immer größer sein als jeder Einzelne von uns. Ich kann mit meinen persönlichen Erfahrungen einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass wir auf Schalke nicht mehr über Rassismus-Vorfälle sprechen müssen. Es geht nicht um Clemens oder Hans. Es geht einzig und allein um Schalke 04."

Mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats kann Sarpei sich trotz der Kontroverse um dessen Äußerungen eine Zusammenarbeit vorstellen. Die Gelegenheit zum Gespräch werde sich "so oder so ergeben", sagte Sarpei und streckte die Hände aus: "Schalke war immer dann am stärksten, wenn wir als Team aufgetreten sind."

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