08. Januar 2021 / 15:11 Uhr

Hansa-Neuzugang Simon Rhein: In der Bundesliga holte er sich das Havertz-Trikot

Hansa-Neuzugang Simon Rhein: In der Bundesliga holte er sich das Havertz-Trikot

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Mittelfeldmann mit Aufstiegserfahrung: Simon Rhein kam vom 1. FC Nürnberg zu Hansa (hinten Co-Trainer Thielemann).
Mittelfeldmann mit Aufstiegserfahrung: Simon Rhein kam vom 1. FC Nürnberg zu Hansa (hinten Co-Trainer Thielemann). © Lutz Bongarts
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Er ist erst 22, hat in seiner Karriere aber schon einiges erlebt. Gegen Unterhaching steht Mittelfeldspieler Simon Rhein vor seinem Hansa-Debüt.

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Mit den Würzburger Kickers schaffte er im Sommer den Aufstieg in die 2. Bundesliga, in dieser Spielzeit soll Simon Rhein helfen, dass der FC Hansa dieses Ziel endlich packt. Beim Jahresauftakt gegen die SpVgg Unterhaching (Sonnabend, 14 Uhr) stellt Trainer Jens Härtel dem Mittelfeldmann seine Premiere im Ostseestadion in Aussicht. „Ich bin bereit“, sagt Rhein, der von Björn Rothers Gelbsperre profitieren könnte. Der 22-Jährige präsentiert sich bei seinem neuen Verein selbstbewusst und zielstrebig.

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Seine Ziele mit Hansa: „Ich bin hergekommen, um möglichst viel zu spielen. Mittelfristig ist es mein Ziel, wieder in der 2. Liga zu spielen. Ob das schon nach dieser Saison drin ist, wird man sehen. Wir müssen jetzt erst mal gut aus der Pause rauskommen“, sagt Rhein, der vom 1. FC Nürnberg gekommen ist und bei Hansa einen bis 2022 gültigen Vertrag unterschrieben hat.

Das sind die besten Hansa-Scorer in der Drittliga-Saison 2020/21:

Aufgeblüht: Trainer Jens Härtel (l.) und sein Assistent Ronny Thielemann beglückwünschen Hansa-Stürmer John Verhoek für seine Leistung und die beiden Treffer beim 5:1 gegen Viktoria Köln. Zur Galerie
Aufgeblüht: Trainer Jens Härtel (l.) und sein Assistent Ronny Thielemann beglückwünschen Hansa-Stürmer John Verhoek für seine Leistung und die beiden Treffer beim 5:1 gegen Viktoria Köln. ©

Seine Gründe für den Winter-Wechsel: Nach dem Aufstieg mit Würzburg war Leihspieler Rhein im Sommer nach Nürnberg zurückgekehrt, doch beim Club ging für ihn (fast) nichts. In zwei Spielen kam er jeweils zwei Minuten zum Einsatz – zuletzt im November gegen Düsseldorf (1:1). „Ich bin im Sommer mit viel Selbstvertrauen aus Würzburg zurückgekommen und hatte mir ausgemalt, dass ich mehr Einsatzzeit und eine größere Rolle bekomme. Das hat sich dann leider anders entwickelt. Das Kapitel Nürnberg habe ich abgehakt, es war eine schöne und lehrreiche Zeit, aber jetzt blicke ich mit Rostock nach vorne.“ Ein verlorenes halbes Jahr sei es für ihn dennoch nicht gewesen, sagt Rhein: „Es waren schwere Zeiten, aber das stärkt den Charakter und schult die Mentalität.“

Seine ersten Schritte in Leverkusen: Das Fußball-ABC lernte Rhein bei einer der Top-Adressen in Deutschland. Schon als Siebenjähriger kam der gebürtige Hildener (bei Düsseldorf) ins Nachwuchsleistungszentrum von Bayer 04. Beim Werksklub spielte er an der Seite hochtalentierter Kicker. Der prominenteste: der heutige Nationalspieler Kai Havertz (FC Chelsea). „In der U 17 und U 19 habe ich mit ihm zwei Jahre zusammengespielt, bevor er endgültig bei den Profis war.“ Auch Benjamin Henrichs (von AS Monaco an RB Leipzig ausgeliehen) und Rhein liefen gemeinsam für den Bayer-Nachwuchs auf. Auf Leverkusen und Havertz traf er mit Nürnberg in der Bundesliga-Saison 2018/19. „Da habe ich mir sein Trikot gesichert“, erzählt Rhein. Von Bayer ging es für das Mittelfeldtalent weiter nach Nürnberg, wo er im November 2018 seinen ersten Profivertrag unterschrieb.

Seine Zeit in der Bundesliga: Acht Einsätze in der Eliteliga stehen in der Bilanz des Neu-Rostockers. Nürnbergs Trainer Michael Köllner verhalf dem damals 20-Jährigen im Oktober 2018 zum Debüt (1:1 gegen Frankfurt). Sieben weitere Einsätze kamen hinzu, darunter das Derby bei Bayern München (0:3). Einen Sieg konnte Rhein in seinen Bundesliga-Spielen nicht bejubeln, ebenso wenig wie bei seinen beiden Kurzeinsätzen in der 2. Liga in dieser Saison beim Club. „Das ärgert mich natürlich, belastet mich aber in keinster Weise“, sagt Rhein. 2019 wurde er zu den Würzburger Kickers verliehen, mit denen er letzte Saison als Stammspieler den Aufstieg schaffte.

Seine Position: Simon Rhein fühlt sich am wohlsten im zentralen Mittelfeld, „ob auf der Doppelsechs oder der Acht ist mir eigentlich egal“, sagt der Linksfuß, der den höchsten Marktwert bei Hansa hat (500 000 Euro) und seine fußballerischen Qualitäten so beschreibt: „Ich denke, dass ich ein sehr strategischer Spieler bin, der das Spiel lenken kann, der eine gute Spielübersicht und Spielintelligenz hat und mit Passsicherheit und Technik das Spiel gut strukturieren kann. Das versuche ich hier einzubringen.“

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Sein erster Eindruck von Hansa: „Wenn ich es mit Nürnberg vergleiche, sind die ersten Trainingstage deutlich physischer und belastender. Es ist sehr intensiv, anstrengend und fordernd.“ Den Unterschied zwischen der 2. und 3. Liga findet er „nicht so groß: finanziell schon, aber fußballerisch nicht“. Mit Aaron Herzog, Björn Rother und Erik Engelhardt trifft Rhein in Rostock auf bekannte Gesichter. Letzteren hat er kurz vor seiner Vertragsunterschrift zu seinem neuen Arbeitgeber befragt: „Er hat mir über Hansa und die Stadt nur Positives berichtet, auch das hat bei meiner Entscheidung eine Rolle gespielt.“