04. August 2021 / 19:15 Uhr

Hansa-Profi Behrens: Ich wünsche mir, mal sehr weit zu kommen

Hansa-Profi Behrens: Ich wünsche mir, mal sehr weit zu kommen

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Hansa-Profi Hanno Behrens jubelt.
Hansa-Profi Hanno Behrens jubelt. © LUTZ BONGARTS
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Kein Hansa-Spieler hat so viel DFB-Pokal-Erfahrung wie Hanno Behrens. Im Heimspiel gegen Heidenheim steht der Routinier am Sonntag vor seinem 18. Einsatz in dem Wettbewerb.

Er ist Hansas erfahrenster Profi und der DFB-Pokal für ihn so etwas wie eine lieb gewonnene Routine. Wenn Hansa am Sonntagabend in der ersten Runde den 1. FC Heidenheim empfängt, läuft Hanno Behrens zum 18. Mal in dem Wettbewerb auf – und damit so oft wie kein anderer Rostocker. „Ich habe mir immer gewünscht, mal sehr weit zu kommen. Viertelfinale, Halbfinale – das wäre ein kleiner Traum“, sagt der Mittelfeldspieler, der in diesem Sommer erster Neuzugang beim Aufsteiger war.

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Gegen den Ligakonkurrenten wollen die Mecklenburger - wie zuletzt vor drei Jahren gegen den VfB Stuttgart (2:0) - den Einzug in die zweite Runde des lukrativen Wettbewerbs schaffen. „Heidenheim ist eine sehr gute Mannschaft, das haben sie in den letzten Jahren immer wieder bewiesen. Sie spielen ekligen Fußball, sehr körperbetont, mit viel Tempo. Es ist unangenehm, gegen sie zu spielen. Man muss von Anfang an dagegenhalten“, urteilt Behrens und beziffert Hansas Chancen fürs Weiterkommen auf „fifty-fifty. Natürlich ist es das Ziel, im Heimspiel gegen einen Zweitligisten weiterzukommen.“

So schlug sich der FC Hansa in der 1. Runde des DFB-Pokals seit 2000!:

<b>27. August 2000, SC Paderborn – FCH 1:2:</b> Mit viel Mühe setzte sich die Kogge gegen die Paderborner durch. Nach Rückstand trafen Kreso Kovacec (rechts im Bild) und Peter Wibran für Hansa. Zudem kassierten die Rostocker zwei Gelb-Rote Karten (Marcus Lantz und Steffen Baumgart). Beim SCP spielte Ex-Hansa-Coach Pavel Dotchev mit. Zur Galerie
27. August 2000, SC Paderborn – FCH 1:2: Mit viel Mühe setzte sich die Kogge gegen die Paderborner durch. Nach Rückstand trafen Kreso Kovacec (rechts im Bild) und Peter Wibran für Hansa. Zudem kassierten die Rostocker zwei Gelb-Rote Karten (Marcus Lantz und Steffen Baumgart). Beim SCP spielte Ex-Hansa-Coach Pavel Dotchev mit. ©

In der Zweitligatabelle rangiert der FCH aus Ostwürttemberg als Siebter unmittelbar vor dem „Namensvetter“ aus dem Nordosten, der den Schwung aus der Liga in den Pokalwettbewerb mitnehmen will. „Euphorie ist das falsche Wort, wir bleiben auf dem Teppich. Aber wir sind gut im Rhythmus und haben gezeigt, dass wir mithalten können“, sagt der langjährige Nürnberger, der beim 3:0-Sieg in Hannover sein erstes Liga-Tor seit Februar 2020 bejubeln konnte. Gegner damals: der 1. FC Heidenheim (2:2).

Behrens hat im Vergleich zu seinen Mitspielern eine bewegte Pokal-Vergangenheit. Während Kevin Schumacher knapp ein Jahr nach seiner Premiere (1:5-Erstrundenniederlage mit Havelse gegen Mainz 05) vor seinem erst zweiten Auftritt steht, ist Behrens seit neun Jahren in jeder Saison dabei. Schon am Anfang seiner Profikarriere machte der zentrale Mittelfeldspieler Bekanntschaft mit den viel beschworenen eigenen Gesetzen des Wettbewerbs. Mit dem damaligen Drittligisten SV Darmstadt 98 kickte der damals 23-Jährige bei seinem ersten Pokalauftritt überraschend den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb. „Das war mein erstes Pokalspiel, ein cooles Erlebnis, das natürlich in Erinnerung bleibt“, sagt Behrens.

Der schönste Moment in seiner persönlichen Pokal-Historie folgte in Runde zwei der Saison 2013/14: „Volle Hütte, Flutlicht und es war das Live-Spiel im Fernsehen“, erinnert sich Behrens an die Partie am Böllenfalltor gegen Schalke 04. Außenseiter Darmstadt schaffte zwar keine weitere Überraschung, aber Behrens erzielte sein erstes Pokal-Tor. „Es war das 1:1 direkt nach der Schalker Führung“, erinnert sich der Schleswig-Holsteiner an seinen Kopfballtreffer, mit dem er den 3:1-Erfolg des Bundesligisten allerdings nicht verhindern konnte.

Mit neun Siegen und acht Niederlagen ist seine persönliche Pokal-Bilanz positiv. Drei Mal hat Behrens es mit dem 1. FC Nürnberg ins Achtelfinale geschafft - in der Saison 2018/19 durch einen Zittersieg bei Hansa Rostock. Nach zweimaligem Rückstand rettete sich der damalige Bundesligist erst in die Verlängerung und dann ins Elfmeterschießen. „Ein typisches Pokalspiel, wir mussten die ganze Zeit hinterherlaufen“, erinnert sich Behrens. Beim 6:4 traf auch Nürnbergs damaliger Kapitän vom Punkt. Wenn Entscheidungsschießen anstehen, ist Behrens dabei. Sollte es auch gegen Heidenheim so weit kommen, signalisiert der Zweitliga-Rekordspieler des 1. FCN (152 Einsätze) schon mal Bereitschaft: „Wir haben noch nicht darüber gesprochen, aber ich würde zur Verfügung stehen. Grundsätzlich habe ich mich noch nie davor gescheut.“


Auf einen Cup-Erfolg, wie ihn Teamkollege Thomas Meißner vorweisen kann, wartet Behrens noch. Hansas Innenverteidiger erlebte sein bisheriges Karriere-Highlight im Vereinspokal, als er in den Niederlanden mit Willem II Tilburg gegen Ajax Amsterdam antrat (und verlor). Doch In punkto DFB-Pokal-Erfahrung kann es bei Hansa nur John Verhoek mit Hanno Behrens aufnehmen: der Stürmer bringt es auf bisher 15 Einsätze. Immerhin zwei Mal schaffte er es bis ins Achtelfinale, 2017 platzte der Traum vom Einzug in die Runde der letzten Acht erst in der Verlängerung gegen Eintracht Frankfurt (1:2). Verhoek stürmte damals für den 1. FC Heidenheim.