27. Februar 2021 / 11:32 Uhr

Neue Strategie mit App und Schnelltests: Wird Hansa Rostock zum Vorbild für die Fan-Rückkehr?

Neue Strategie mit App und Schnelltests: Wird Hansa Rostock zum Vorbild für die Fan-Rückkehr?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hansa Rostock könnte offenbar bereits im März wieder vor Zuschauern spielen.
Hansa Rostock könnte offenbar bereits im März wieder vor Zuschauern spielen. © IMAGO/Fotostand
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Schon im März könnte Drittliga-Klub Hansa Rostock wieder Fans in seinem Stadion begrüßen - und damit vielleicht eine Vorbildfunktion in Fußball-Deutschland einnehmen. Der Rostocker Oberbürgermeister hat in Zusammenarbeit mit der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern eine entsprechende Strategie erarbeitet.

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Wegen der verschärften Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern sind die Fußballfans in Deutschland seit geraumer Zeit ausgesperrt. Mit Ausnahme einer kurzen Phase zu Beginn der Saison blieben die Stadien in der Bundesliga, der 2. Liga und auch den nachgeordneten Ligen leer. Doch es gibt offenbar einen Lichtblick: Drittligist Hansa Rostock könnte nach Informationen der Ostsee-Zeitung eventuell schon im März wieder Fans im Ostsee-Stadion begrüßen. Möglich macht dies ein Plan, auf den sich der parteilose Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen demnach mit der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern zu Testzwecken verständigt hat.

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Rostock soll nach Informationen der Zeitung so zumindest für den Rest von MV eine Art "Modellstadt" werden. Zu Beginn der kommenden Woche will die Hansestadt konkrete Pläne für Öffnungen von Kultur, Handel und auch dem Sport vorstellen, die auch Hansa eine teilweise Rückkehr von Zuschauern ermöglichen würde. In der Strategie soll vor allem eine neue App namens Luca eine Rolle spielen: Besucher von Geschäften oder Veranstaltungen können mit Luca gewissermaßen in den Locations "einchecken". Damit ließen sich im Falle eines Corona-Ausbruchs Kontakte leichter nachverfolgen - sofern nichts passiert, sollen die Nutzer anonym bleiben.

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Madsen zu Fan-Rückkehr: "Wir werden eine Schnelltest-Strategie erarbeiten"

Mitte März hofft Rostock auf die Zulassung von Fans bei Spielen von Hansa, ein möglicher Termin wäre das Heimspiel gegen den Halleschen FC am 21. März. "Wir werden eine Schnelltest-Strategie erarbeiten", sagt Madsen, der sein Positionspapier auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU) weitergeleitet hat, der Ostsee-Zeitung. Bis zu 2000 Zuschauer könnten so im Ostsee-Stadion zugelassen werden. Madsen weiter: "Wir werden jetzt mit den Vereinen die Details ausarbeiten. Das wird ein, zwei Wochen dauern." Corona-Tests könnten direkt vor dem Stadion stattfinden.

Unterstützung für die Pläne dürfte Madsen zumindest aus dem Sport gewiss sein. Hansa-Trainer Jens Härtel hatte am Donnerstag eine Fan-Rückkehr gefordert. "Jeder, der ein gutes Hygienekonzept erstellt hat, muss die Chance kriegen, wieder öffnen zu können", sagte der 51-Jährige. In dieser Saison konnten lediglich fünf der 14 Hansa-Heimspiele vor einer begrenzten Zuschauerzahl ausgetragen werden – vier Drittliga-Partien und der Pokal-Kracher gegen den VfB Stuttgart. Das Konzept sei hervorragend aufgegangen, meint Härtel. "Die Leute waren extrem diszipliniert."

Ob die Rostocker Strategie bundesweit Schule machen wird und möglicherweise auch für Bundesliga-Klubs von Interesse sein könnte, bleibt vorerst offen. Die Pläne sollen nun zunächst innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns weiter beraten werden.Voraussetzung dürfte letztlich grünes Licht seitens der Landesregierung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sein.