12. Juni 2020 / 17:16 Uhr

Hansa Rostock bei 1860 München: Von Murmeltieren und Löwen

Hansa Rostock bei 1860 München: Von Murmeltieren und Löwen

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Hansa-Trainer Jens Härtel erwartet ein schweres Spiel für seine Mannschaft gegen den TSV 1860 München.
Hansa-Trainer Jens Härtel erwartet ein schweres Spiel für seine Mannschaft gegen den TSV 1860 München. © Lutz Bongarts
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Hansa-Trainer Jens Härtel spricht von einer „Monsteraufgabe“. Das Duell der Tabellennachbarn aus München und Rostock birgt Brisanz. Denn beide Teams wollen sich im Rennen um den Aufstieg nicht abhängen lassen.

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Die Situation beim FC Hansa Rostock erinnert in diesen Tagen stark an die Hinrunde der Drittliga-Saison. Damals, im Oktober 2019, hatten die Rostocker zunächst daheim gegen Meppen (2:1), danach in Magdeburg (1:0) und schließlich gegen den TSV 1860 München (2:1) gewonnen.

An diese Serie möchten die Schützlinge von Coach Jens Härtel im bevorstehenden Duell mit den Münchener Löwen (Sonnabend, 14.00 Uhr/Liveticker im SPORTBUZZER) gern anknüpfen. Hansa-Mittelfeldspieler Maximilian Ahlschwede hofft trotz des goldenen Oktobers nur bedingt darauf, dass sich das täglich grüßende Murmeltier zurückmeldet. „Dann würde die Serie kommende Woche gegen Jena wieder reißen. Und das wollen wir nicht“, meinte der 30-Jährige, der im Hinspiel gegen München die 1:0-Führung erzielt hatte – der erste seiner bislang zwei Saisontreffer.

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Der Respekt der Rostocker vor den Bayern ist groß: „Das wird eine Monsteraufgabe. Wir wollen einen tollen Fight abliefern“, benutzte Härtel vor dem „extrem wichtigen“ Spiel markige Worte. „Die stehen in der Tabelle über uns, sind in einer Top-Verfassung und spielen nach dem Re-Start richtig guten Fußball“, lobte der 51-Jährige die Löwen als „eine der besten Mannschaften“ nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs.

Tiefstapeln müssten die Hanseaten aber nicht. Man habe sich zwar gegen Zwickau und Mannheim zwar „ein paar Schrammen“ abgeholt, meinte Härtel. Doch die beiden Erfolge gegen Meppen und Magdeburg machen Mut.

Wegen der hohen Belastung in den englischen Wochen komme es auch auf die Spieler auf der Auswechselbank an. „Die sind wichtig. Die Wechsler waren sofort da und haben das Spiel (gegen Magdeburg/d. Red.) für uns gewonnen“, erinnerte Härtel an die Treffer von Nico Granatowski und Pascal Breier zum 3:1-Endstand gegen den 1. FCM und die Vorarbeit von Daniel Hanslik. „Sie haben den Unterschied gemacht“, freute sich der Cheftrainer. Gegen den nur einen Punkt besseren Tabellen-Siebten von der Isar wird es erneut Veränderungen in der Startelf geben. „Im richtigen Moment zu wechseln, ist der Schlüssel“, meinte Härtel, ohne seine konkreten Pläne preiszugeben.

Das war die Karriere von Kai Bülow, der 15 Jahre lang für den FC Hansa Rostock, 1860 München und den Karlsruher SC spielte.

Kai Bülow - hier während der 3. Runde im Landespokal Mecklenburg-Vorpommerns beim Güstrower SC - beendet nach der Saison seine Karriere. Zur Galerie
Kai Bülow - hier während der 3. Runde im Landespokal Mecklenburg-Vorpommerns beim Güstrower SC - beendet nach der Saison seine Karriere. ©

Für Nikolas Nartey kommt das Auswärtsspiel aller Voraussicht nach zu früh. Die MRT-Untersuchung zu Wochenbeginn habe ergeben, das die Muskelverletzung beim 20-jährigen Dänen nicht dramatisch ist. Er gehe aber davon aus, dass es für einen Einsatz in München, zu dem die Hanseaten am Sonnabend mit dem Flugzeug an- und abreisen, noch nicht reichen wird.

Wie für Hansa könnte sich für die Sechziger der Traum vom Zweitliga-Aufstieg in den kommenden Wochen erfüllen. „Die Saison ist noch nicht zu Ende. Es sind noch 21 Punkte zu vergeben. Schau’n mer mal, wie viele wir davon holen können“, sagte Trainer Michael Köllner nach dem 3:1-Triumph gegen den KFC Uerdingen. Ein Satz der auch von Hansa-Coach Härtel stammen könnte.